Das Copy-Editing oder Sub-Editing bezeichnet die redaktionelle Überarbeitung von Texten mit dem Ziel, Stil, Lesbarkeit und Genauigkeit zu verbessern. Dabei werden Sprache, Satzbau, Interpunktion und Grammatik korrigiert, ohne den individuellen Ausdruck des Autors unnötig zu verändern. Der Begriff "Kopie" bezieht sich auf geschriebenen oder maschinengeschriebenen Text für Satz, Druck oder Veröffentlichung.

Aufgaben und typische Eingriffe

Die Aufgaben eines Copy-Editors sind vielfältig und reichen über rein sprachliche Korrekturen hinaus. Typische Eingriffe sind:

  • Verbesserung von Stil und Lesefluss (Kürzen, Umstellen von Sätzen)
  • Korrektur von Rechtschreibung, Grammatik und Interpunktion
  • Prüfung und Anpassung an die Haus- oder Stilrichtlinien (Styleguide)
  • Überprüfung von Fakten, Zahlen und Namen; bei Unsicherheiten Rückfragen an Autor oder Redaktion
  • Prüfung der Konsistenz (Terminologie, Schreibweisen, Zitierweise)
  • Anpassung an das Medium (Print, Online, Social Media) inklusive Tone of Voice
  • Einfügen von redaktionellen Hinweisen für den Satz und das Layout

Prozess und Zusammenarbeit

Copy-Editing findet in der Regel vor dem Satz und vor dem abschließenden Korrekturlesen statt. Während des Prozesses arbeitet der Copy-Editor eng mit Autorinnen und Autoren sowie mit der Satz- bzw. Produktionsabteilung zusammen. Änderungen werden häufig als Kommentare oder mit Änderungsverfolgung dokumentiert, damit der Autor die Überarbeitungen nachvollziehen kann. Das abschließende Korrekturlesen ist der letzte Schritt im Lektoratsprozess und dient dazu, verbleibende Druckfehler oder Satzfehler zu entfernen.

Abgrenzung zum Lektorat

Das Copy-Editing unterscheidet sich vom Lektorat (manchmal als inhaltliches Lektorat bezeichnet) vor allem im Fokus:

  • Copy-Editing: Schwerpunkt auf Sprache, Form, Faktentreue und Konsistenz. Ziel ist ein gebrauchsfertiger Text für Druck oder Veröffentlichung.
  • Lektorat: Tiefergehende inhaltliche Überprüfung — Argumentationsstruktur, Quellenlage, inhaltliche Logik und manchmal auch Konzeptberatung.

Oft schließt ein Projekt beide Arbeitsschritte ein: Zuerst inhaltliches Lektorat, dann sprachliches Copy-Editing und zuletzt Korrekturlesen.

Begriffsgebrauch in verschiedenen Regionen

In den Vereinigten Staaten und Kanada spricht man von einem Copy-Editor. In größeren Organisationen kann der ranghöchste Copy-Editor als Copy-Chef, Copy-Desk-Chef oder Nachrichtenredakteur bezeichnet werden. In mehreren Teilen der Welt, die der britischen Nomenklatur folgen, ist im Buchverlagswesen ebenfalls der Begriff "Copy-Editor" üblich; im Zeitungs- und Zeitschriftenverlag hingegen spricht man oft von "Sub-Editor" oder kurz "Sub" bzw. "Subbie". Wie schon im Ausgangstext erwähnt, haben britische Subs häufig weniger redaktionelle Entscheidungsbefugnis als leitende Redakteure.

Kontextabhängige Rollen: Buch, Zeitung, Online

Je nach Medium variieren die Aufgaben:

  • Buchverlag: Copy-Editoren arbeiten eng mit Autoren und Lektoren zusammen, achten auf Kohärenz über Kapitel hinweg und bereiten den Text für Satz und Produktion vor.
  • Zeitung/Zeitschrift: Subs sind oft auch für Schlagzeilen, Kürzungen und die Anpassung von Texten an Platzvorgaben zuständig.
  • Online: Zusätzlich zur sprachlichen Bearbeitung spielen SEO-Aspekte, Link-Checks, Bildunterschriften und Lesbarkeit auf Bildschirmen eine Rolle.

Niveaus des Copy-Editings

Copy-Editing lässt sich in verschiedene Intensitätsstufen einteilen:

  • Light/Basic: Fehlerkorrektur, minimale stilistische Anpassungen.
  • Medium: Deutlichere Kürzungen und Umformulierungen, Vereinheitlichung von Stil und Terminologie.
  • Heavy bzw. Substantive Editing: Umfassende Umstrukturierung von Abschnitten, enge Zusammenarbeit mit dem Autor bei inhaltlichen Fragen.

Fähigkeiten und Werkzeuge

Gute Copy-Editoren besitzen ein sicheres Sprachgefühl, Redaktionssinn, ein Auge für Details und oft Spezialwissen zu Themen (z. B. Recht, Medizin, Technik). Übliche Werkzeuge sind Stilguides (z. B. Duden, Chicago Manual of Style), Wörterbücher, Referenzdatenbanken, Rechtschreib- und Grammatik-Checks sowie Textverarbeitungsprogramme mit Änderungsverfolgung. Bei Online-Publikationen kommen Content-Management-Systeme (CMS) und SEO-Tools hinzu.

Praktische Tipps für Autorinnen und Autoren

  • Geben Sie klare Informationen zu Zielgruppe, gewünschtem Stil und relevanten Terminologien.
  • Definieren Sie vorab den Umfang des Copy-Editings (Light, Medium, Heavy).
  • Seien Sie offen für Vorschläge, aber verhandeln Sie, wenn wichtige stilistische Entscheidungen getroffen werden sollen.
  • Nutzen Sie die Änderungsverfolgung, um Änderungen nachzuvollziehen und ggf. zurückzunehmen.

Insgesamt sorgt Copy-Editing dafür, dass Texte präziser, konsistenter und publikationsreif werden, ohne die Stimme des Autors zu entstellen. Es ist ein unverzichtbarer Zwischenschritt zwischen inhaltlicher Überarbeitung und abschließendem Korrekturlesen.