Koordinaten: 29°15′W 71°15′W / 29.900°S 71.250°W / -29.900; -71.250
Die IV. Region Coquimbo (spanisch: IV Región de Coquimbo) ist eine der 15 Verwaltungseinheiten erster Ordnung in Chile.
Die Hauptstadt der Region ist die Stadt La Serena; sie liegt 400 km (249 mi) nördlich von Santiago, der Hauptstadt des Landes. Weitere wichtige Städte sind der Seehafen Coquimbo und das Landwirtschaftszentrum Ovalle.
Geographie und Klima
Die Region Coquimbo erstreckt sich entlang der Pazifikküste und reicht bis in die westlichen Ausläufer der Anden. Typisch sind lange Küstenabschnitte, fruchtbare Täler (vor allem das Valle del Elqui und das Valle del Limarí) sowie halbtrockene bis wüstennahe Gebiete im Norden. Das Klima ist überwiegend semi-arid mit geringen Niederschlägen, ausgeprägten Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht und häufigem Meeresnebel an der Küste, der als camanchaca bekannt ist und für kühlere, feuchte Bedingungen sorgt.
Fläche, Bevölkerung und Verwaltung
- Fläche: ca. 40.579 km².
- Bevölkerung: rund 740.000 Einwohner (Zensus 2017, Schätzung kann variieren).
- Provinzen: Die Region ist in drei Provinzen gegliedert: Elqui, Limarí und Choapa.
Wirtschaft
Wichtige Wirtschaftszweige sind:
- Landwirtschaft: Obst- und Gemüseanbau (inkl. Trauben für Tafeltrauben und die Herstellung von pisco), Bewässerungslandwirtschaft in den Flusstälern.
- Fischerei und Aquakultur: Nutzung der produktiven Gewässer des Humboldtstroms, Meeresfrüchte und Fischverarbeitung.
- Bergbau: Gewinnung von Metallen und mineralischen Rohstoffen in verschiedenen Bergbaubetrieben der Region.
- Tourismus und Astronomie: Strände, Valle del Elqui, Ökotourismus (z. B. Vogelbeobachtung, Walbeobachtung) und Astro-Tourismus wegen sehr klarer Nacht-Himmel.
Natur, Schutzgebiete und Biodiversität
Die Region besitzt vielfältige Naturräume: Küstenökosysteme, aride Täler und Andenlandschaften. Besonders hervorzuheben sind:
- Reserva Nacional Pingüino de Humboldt und Inselgruppen bei Punta de Choros – wichtig für Seevögel und Meeressäuger.
- Bosque Fray Jorge – ein einzigartiges Nebelwaldgebiet an der Küste, das als Biosphärenreservat anerkannt ist.
- Der Einfluss des Humboldtstroms sorgt für hohe marine Produktivität und eine reiche Meeresfauna.
Kultur, Gastronomie und Tourismus
Die Region ist bekannt für ihre Produktion von pisco, traditionelle Feste und die regionale Küche mit frischen Meeresfrüchten. Beliebte Touristenziele sind:
- La Serena mit seinen langen Stränden, Kolonialbauten und Promenaden.
- Valle del Elqui, berühmt für Pisco, klaren Sternenhimmel und spirituelle bzw. Wellness-Angebote.
- Coquimbo mit seinem Hafen, maritimem Leben und nahegelegenen Stränden.
- Ökotouristische Ausflüge zur Beobachtung von Delfinen, Walen und Seevögeln.
Astronomie
Die trockenen Luftschichten und klaren Nächte machen Teile der Region zu einem wichtigen Standort für Astronomie. Neben privaten Sternwarten (z. B. Observatorio Mamalluca) befinden sich in der Umgebung größere internationale Observatorien, die Forschungs- und Besuchermöglichkeiten bieten. Der Astro-Tourismus zieht Hobby-Astronomen und Wissenschaftsinteressierte an.
Infrastruktur und Verkehr
Die Region ist über die Panamericana (Ruta 5) mit dem Rest Chiles verbunden. Der Flughafen La Serena (La Florida) bietet nationale und teilweise internationale Verbindungen. Der Hafen von Coquimbo ist ein wichtiger Umschlagplatz für Güter und Fischereiprodukte.
Kurz zur Geschichte
Das Gebiet war vor der spanischen Kolonisation von indigenen Völkern bewohnt. Während der Kolonialzeit entstanden Städte wie La Serena. In der Neuzeit prägten Landwirtschaft, Fischerei und Bergbau die wirtschaftliche Entwicklung.
Die IV. Region Coquimbo verbindet reiche Natur, eine vielfältige Wirtschaft und besondere Vorteile für Forschung und Tourismus – von spektakulären Küstenlandschaften bis zu klaren Sternenstunden im Valle del Elqui.

