Ein County-Equivalent in den Vereinigten Staaten ist eine Art von Gebiet, das sich nicht innerhalb eines Countys befindet. Die County-Äquivalente werden von der Bundesregierung definiert (konkret vom U.S. Census Bureau für statistische und verwaltungstechnische Zwecke). Sie werden aus administrativen und statistischen Gründen verwendet: viele Bundesprogramme, die Volkszählung und amtliche Statistiken erfassen Daten und treffen Zuordnungen auf der Ebene von Countys beziehungsweise ihren Äquivalenten.
Wozu dienen County-Äquivalente?
County-Äquivalente dienen als standardisierte Verwaltungseinheiten, mit denen Bevölkerungs-, Wirtschafts- und Geodaten erfasst, verglichen und ausgewertet werden können. Beispiele für Verwendungszwecke sind:
- Berechnung und Veröffentlichung der Volkszählungsdaten (Population, Demografie, Haushaltstypen),
- Verteilung von Bundesmitteln und Einsatzplänen bei Katastrophenhilfe,
- Rechts- und Verwaltungszuordnungen etwa für Gerichtsbezirke, Wahldistrikte oder Gesundheitsstatistiken,
- Erstellung von Kennzahlen auf regionaler Ebene (Arbeitslosenquote, Medianeinkommen, etc.).
Typische Formen von County-Äquivalenten (mit Beispielen)
Nicht alle Gebiete in den USA sind in ein klassisches County eingegliedert. Häufige Formen von County-Äquivalenten sind:
- Parishes in Louisiana (anstelle des Begriffs County),
- Boroughs und Census Areas in Alaska – dort gibt es sowohl organisierte Boroughs als auch vom Census definierte Census Areas für unorganisierte Teile des Staates,
- Unabhängige Städte (independent cities), die zu keinem County gehören – besonders zahlreich in Virginia; Beispiele sind einige Städte wie Baltimore City oder mehrere independent cities in Virginia, die als eigenständige Einheiten gezählt werden,
- Gebiete der US-Territorien, etwa die Municipios von Puerto Rico oder die einzelnen Inseln/Verwaltungsgebiete von Guam, Amerikanischen Jungferninseln, Nördlichen Marianen und American Samoa, die vom Census ebenfalls als county-ähnliche Einheiten behandelt werden,
- Städte mit konsolidierter Stadt-County-Verwaltung, bei denen die kommunale und die County-Verwaltung zusammengelegt sind (z. B. Carson City, Nevada, oder City and County of San Francisco) – solche Gebilde werden je nach Rechtsform entweder als County oder als County-Equivalent geführt.
Änderungen im Zeitverlauf
Die Anzahl der County-Äquivalente kann sich ändern, wenn Gemeinden ihren Status ändern (z. B. eine unabhängige Stadt wird wieder Teil eines Countys oder umgekehrt) oder wenn Verwaltungsgrenzen neu gezogen werden. Zum Zeitpunkt der Volkszählung 2000 gab es in den Vereinigten Staaten 3.141 County-Äquivalente. Im Jahr 2001 ging die Zahl auf 3.140 zurück. Das lag daran, dass sich die Stadt Clifton Forge, Virginia, von einer unabhängigen Stadt zu einer Gemeinde (town) wandelte und damit wieder in das umliegende County eingegliedert wurde. Solche Änderungen werden vom Census Bureau für die jeweiligen Veröffentlichungen und Datenbestände nachgeführt.
Identifikation und Codes
Für die eindeutige Identifikation von Countys und County-Äquivalenten verwendet die Bundesregierung standardisierte Codes (z. B. die FIPS-Codes bzw. die heutigen geographischen Identifikatoren), die in amtlichen Datensätzen, GIS-Systemen und statistischen Veröffentlichungen genutzt werden. Das erleichtert die Datenverknüpfung zwischen verschiedenen Quellen und die maschinelle Auswertung.
Zusammenfassend sind County-Äquivalente formale Verwaltungseinheiten, die dort eingesetzt werden, wo das klassische County-Konzept nicht anwendbar ist oder durch eine andere lokale Struktur ersetzt wurde. Sie sind wichtig, um landesweit vergleichbare statistische Angaben und Verwaltungszuordnungen zu ermöglichen.