Denton True "Cy" Young (29. März 1867 - 4. November 1955) war ein amerikanischer Baseballspieler. Von 1890 bis 1911 war er Pitcher für fünf verschiedene Profi-Baseballteams und einer der dominierenden Werfer seiner Zeit. Young galt als äußerst ausdauernder Pitcher mit außergewöhnlicher Kontrolle und Variabilität in seinen Würfen; sein Spitzname "Cy" stammt von "Cyclone" und wurde ihm wegen der Wirkung seines Wurfs nachgesagt. Er spielte sowohl in der damals noch jungen American League als auch in der National League und prägte das Pitching der frühen Baseball-Ära maßgeblich.

Während seiner 22-jährigen Karriere in der Major League Baseball (MLB) stellte er zahlreiche Pitching-Rekorde auf, von denen einige bis heute Bestand haben. Als Young sich vom Baseball zurückzog, hatte er insgesamt 511 Spiele in seiner Karriere gewonnen – die meisten in der Geschichte der MLB – und damit 94 Siege mehr als Walter Johnson, der Zweiter auf der Liste ist. Seine Beständigkeit zeigte sich außerdem darin, dass er in fünf Saisons jeweils 30 oder mehr Spiele gewann und in zehn weiteren Saisons mehr als 20 Siege erreichte.

1956 rief die MLB den Cy Young Award ins Leben, der seitdem die herausragendsten Pitcher ehrt. Ursprünglich (1956–1966) wurde der Preis einmal jährlich an den besten Pitcher in der gesamten MLB vergeben; seit 1967 wird er jeweils getrennt in beiden Ligen – der American League und der National League – verliehen. Der Award trägt Youngs Namen als Anerkennung für seine außergewöhnlichen Leistungen und seine nachhaltige Bedeutung für das Spiel.

Young wurde 1939 in die Baseball Hall of Fame gewählt. Während seiner Profikarriere warf er drei No-Hitters, darunter das erste perfekte Spiel der "modernen Ära" des Baseballs, ein außergewöhnlicher Eintrag in seiner Karrierebilanz. Seine Statistiken zeigen die Härte und den Umfang seines Einsatzes: Er hält die MLB-Rekorde für die meisten gespielten Karriere-Innings (7.355), die meisten begonnenen Karrierespiele (815) und die meisten vollständigen Spiele (749). Solche Zahlen spiegeln sowohl die Spielpraxis der damaligen Zeit als auch Youngs persönliche Widerstandskraft wider und gelten heute als nahezu unerreichbar.

Gleichzeitig führte seine lange Laufbahn auch zu vielen Niederlagen: Er schied mit 316 Niederlagen aus – ebenfalls ein MLB-Rekord (nur Pud Galvin erreichte mehr als 300 Karriereverluste). Young erzielte außerdem 76 Shutouts (Spiele ohne Gegentore), den vierthöchsten Wert in der Ligahistorie. Diese Kombination aus großer Anzahl an Einsätzen, Siegen und Verlusten ist typisch für Pitcher jener Ära, die häufig komplette Spiele absolvieren mussten.

Neben den nackten Zahlen wird Youngs Bedeutung durch zahlreiche Ehrungen unterstrichen: 1999, 88 Jahre nach seinem letzten Auftritt in der Major League und 44 Jahre nach seinem Tod, platzierten die Redakteure der The Sporting News Cy Young auf Platz 14 ihrer Liste der "100 besten Baseballspieler". Im selben Jahr wählten die Baseballfans Young in das Major League Baseball All-Century Team. Sein Name bleibt vor allem deshalb in Erinnerung, weil er als Maßstab für Pitching-Exzellenz und Ausdauer dient und weil der nach ihm benannte Award noch immer die besten Pitcher jedes Jahres ehrt.

Heute gilt Youngs Rekord von 511 Siegen als eines der dauerhaftesten Denkmäler der Baseballgeschichte: Veränderungen im Spielbetrieb – etwa fünfköpfige Pitcher-Rotationen, Pitch-Counts, spezialisierte Relief-Pitcher und ein stärkeres Bewusstsein für Armschutz – machen es extrem unwahrscheinlich, dass ein moderner Pitcher diese Marke jemals übertreffen wird. Cy Young bleibt damit eine Ikone der frühen Profi-Ära und ein Synonym für Langlebigkeit und Leistung auf dem Pitcher's Mound.