Der Doketismus ist eine frühchristliche Lehre, die besagt, dass Jesus nur scheinbar einen menschlichen Körper hatte. Der Begriff stammt von δοκεῖν/δόκησις dokein: scheinen.
Die frühen Gnostiker, deren Lehren begannen, die christliche Lehre und Theologie zu bedrohen, glaubten, dass alle Materie unrein sei. Aus diesem Grund konnte Christus keinen physischen Körper haben, da er als der ewige Logos angesehen wurde.
Heute ist es unklar, woher diese Lehre stammt. Sie könnte von den Lehren Platons beeinflusst worden sein. Platon lehrte, dass nur Ideen wichtig seien und dass die Materie selbst minderwertig sei.
Viele gnostische Lehren sind asketisch. Lange Zeit glaubte man, dass Doketismus und Gnostizismus gemeinsam entwickelt wurden. Dies ist jedoch nicht der Fall, es gibt auch einige gnostische Systeme, die nicht asketisch sind, sowie einige asketische Systeme, die nicht gnostisch sind.
Heute sehen die meisten christlichen Theologen den Doketismus als Ketzerei an.