Draco ist eine Gattung von Agamidenechsen, die manchmal auch als fliegende Drachen bezeichnet werden. Ihre Rippen können stark verlängert werden und tragen eine Verbindungsmembran (Patagium), die beim Spreizen eine schirmartige Fläche bildet — dadurch entsteht eine Art „Flügel“. Die Hintergliedmaßen sind im Querschnitt abgeflacht und wirken flügelartig bzw. als Steuerflächen, und ein kleiner Satz Klappen am Hals dient als horizontale Stabilisatoren. Zusätzlich besitzen viele Arten einen auffälligen Kehllappen (Dewlap), den die Männchen zur Balz und zur Revierabgrenzung einsetzen.
Merkmale
Draco-Echsen sind relativ klein und schlank gebaut. Die Gesamtlänge variiert je nach Art; eine Art erreicht nur etwa 20 cm. Typisch sind:
- verlängerte Rippen mit Patagium (Gleitmembran), die seitlich ausgefahren werden;
- abgeflachte, paddelartige Hinterbeine und ein meist langer Schwanz zur Steuerung;
- ausgeprägte Farbmuster und -unterschiede zwischen den Geschlechtern (sexuelle Dimorphie), besonders beim Kehllappen;
- gute Kletterfähigkeiten: schlanke Körperform und kräftige Krallen zum Festhalten an Baumrinde.
Verhalten und Gleiten
Draco-Echsen können nicht aktiv fliegen wie Vögel oder Fledermäuse, sie gleiten. Beim Absprung spreizen sie die Rippen, spannen das Patagium und können so weite Strecken zwischen Bäumen zurücklegen. Es sind Gleitflüge bis zu 60 m Länge registriert worden, wobei das Tier über diese Distanz oft nur etwa 10 m an Höhe verliert. Durch Steuerbewegungen von Schwanz, Beinen und Kehllappen lassen sie sich präzise manövrieren und sicher auf Ästen landen.
Ernährung
Draco-Arten sind überwiegend insectivor und ernähren sich vor allem von kleinen Wirbellosen. Zu ihrer Nahrung gehören vor allem Ameisen, Termiten und andere kleine Insekten, die sie auf Baumstämmen und Blättern aufspüren. Sie jagen aktiv und nutzen dabei ihre Schnelligkeit und Tarnung.
Fortpflanzung
Weibchen steigen zum Eierlegen zum Boden herab. Sie graben mit dem Kopf und den Vorderbeinen ein Nestloch in lockeren Boden, legen dort in der Regel 2–5 Eier ab und füllen das Loch wieder zu. Das Weibchen bewacht die Eier meist nur kurz (etwa 24 Stunden) und überlässt die weitere Entwicklung anschließend dem Nest; die Jungtiere schlüpfen selbstständig. Die Dauer der Brutzeit variiert je nach Art und Umweltbedingungen (Temperatur, Feuchtigkeit).
Verbreitung und Lebensraum
Die Gattung Draco ist in Südostasien verbreitet, von Indien über Südostasien bis zu den Philippinen und Indonesien. Die Tiere leben primär in Wäldern — sowohl in Primär- als auch in Sekundärwäldern —, sind aber teils auch in Parkanlagen und Gärten in besiedelten Gebieten zu finden. Sie verbringen den Großteil ihres Lebens in den Bäumen (arboreal) und kommen nur selten auf den Boden.
Artenzahl und Schutz
Es sind etwa 42 Arten beschrieben. Viele Draco-Arten gelten lokal als häufig, andere sind dagegen selten oder nur in kleinen Verbreitungsgebieten bekannt. Die größten Bedrohungen sind Habitatverlust und -fragmentierung durch Abholzung und Umwandlung von Wäldern in Landwirtschaft oder Siedlungsflächen. Einige Arten profitieren von Schutzmaßnahmen und von der Fähigkeit, auch in gestörten Wäldern oder Stadtparks zu überleben.
Ökologische Bedeutung
Als Insektenfresser tragen Draco-Echsen zur Kontrolle von Ameisen- und Termitenpopulationen bei und sind zugleich Beute für Vögel, Schlangen und größere Säugetiere. Ihre Präsenz zeigt oft eine funktionierende Baum- und Insektengemeinschaft an.

