Ameisensäure (systematisch Methansäure) ist die einfachste Carbonsäure. Ihre chemische Formel wird häufig als HCOOH oder HCO2H geschrieben. Sie ist eine farblose, stechend riechende Flüssigkeit, die in verdünnter Form in der Natur weit verbreitet vorkommt. Ester, Salze und die von der Ameisensäure abgeleiteten Anionen heißen Formiate.
Wesentliche Eigenschaften
- Physikalisch: farblos, flüchtig, gut in Wasser löslich.
- Chemisch: die einfachste Carbonsäure, mit typischen Reaktionen wie Veresterung und Deprotonierung.
- Sicherheit: in konzentrierter Form ätzend und reizend; in üblichen Verdünnungen als Säuerungsmittel oder Konservierungsstoff eingesetzt.
Vorkommen und biologische Rolle
Ameisensäure kommt in vielen Organismen vor. Bei zahlreichen Tieren dient sie zur Verteidigung oder zum Revierverhalten: etwa einige Formica-Arten können ihre Beute oder Angreifer mit Tropfen oder feinen Sprühstößen von Ameisensäure beträufeln. Pflanzen wie die Brennnessel besitzen Trichome, die ebenfalls Ameisensäure enthalten und bei Berührung einen brennenden Reiz auslösen.
Geschichtliche Hinweise
Schon im 15. Jahrhundert berichteten Alchemisten, dass Ameisen eine säurehaltige Flüssigkeit zur Verteidigung verwenden. Der englische Naturforscher John Ray beschrieb 1671 erstmals die Gewinnung von Ameisensäure durch das Destillieren von Ameisen. Der deutsche Name bezieht sich auf das lateinische Wort für Ameise, formica, und erinnert an diese historische Herkunft.
Anwendungen und Umweltaspekte
- Industriell wird Ameisensäure u. a. in der Lederverarbeitung, als Konservierungs- und Desinfektionsmittel sowie in der Landwirtschaft verwendet.
- In der Atmosphäre ist Ameisensäure ein natürlicher Bestandteil; Waldemissionen tragen maßgeblich zu ihrem Vorkommen bei.
Für weiterführende Informationen zu chemischen Grundlagen und Verwendungen bieten die oben verlinkten Stichworte Einstiegspunkte in fachspezifische Einträge.

