Deutsch kann verschiedene Dinge bedeuten.
- Alles, was mit Deutschland zu tun hat
- Deutsche Sprache
- Deutsche, Menschen aus Deutschland oder einem der früheren Länder im gleichen Gebiet
- Germanische Völker, Menschen, die germanische Sprachen sprechen, darunter Deutsch und einige andere Sprachen
- das als Franks bekannte frühe Volk
- Heiliges Römisches Reich (843-1806)
- Deutscher Bund (1815-1866)
- Deutsches Kaiserreich (1871-1918)
- WeimarerRepublik (1919-1933)
- Deutsche Demokratische Republik oder Ostdeutschland (1949-1990)
Bedeutungen im Einzelnen
1. Bezug zu Deutschland
„Deutsch“ kann alles bezeichnen, was mit dem Staat Deutschland, seiner Kultur, Politik, Geschichte oder seinen Institutionen zu tun hat.
2. Die deutsche Sprache
Mit „Deutsch“ ist oft die deutsche Sprache gemeint. Deutsch ist eine westgermanische Sprache mit zahlreichen Dialekten und Varianten (z. B. Hochdeutsch, Niederdeutsch/Plattdeutsch, bairische Dialekte). Standarddeutsch (Hochdeutsch) wird in Schule, Medien und Verwaltung als gemeinsame Schriftsprache und Standardsprache verwendet. Weltweit gibt es heute etwa 90–95 Millionen Muttersprachler und rund 130 Millionen Menschen, die Deutsch als Erst‑ oder Zweitsprache sprechen. Deutsch ist Amtssprache bzw. eine der Amtssprachen in Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Teilen der Schweiz, Luxemburg, Belgien und in der autonomen Provinz Südtirol (Italien). Außerdem ist Deutsch eine der Arbeitssprachen der Europäischen Union.
3. Personenbezeichnung: „Deutsche“
Als Personenbezeichnung meint „Deutsche/Deutscher“ Menschen, die die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen oder sich kulturell oder ethnisch zu Deutschland rechnen. In der Alltagssprache kann „deutsch“ auch jemanden bezeichnen, der in Deutschland lebt oder die deutsche Sprache spricht. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Staatsangehörigkeit, ethnischer Herkunft und sprachlicher Zugehörigkeit — diese drei Aspekte fallen nicht immer zusammen.
4. Germanische Völker
Historisch und sprachlich gehört Deutsch zur Gruppe der germanischen Sprachen. In einem weiteren Sinn kann „deutsch“ daher auch auf germanische Völker oder Gemeinschaften bezogen werden, die verwandte Sprachen sprechen (z. B. Englisch, Niederländisch, Schwedisch sind ebenfalls germanische Sprachen).
5. Frühe Völker und historische Reiche
Manchmal wird „deutsch“ in historischen Zusammenhängen gebraucht, etwa in Bezug auf die Franks (Franken) oder verschiedene historische politische Gebilde. Zu den wichtigsten historischen Etappen in der Geschichte des deutschsprachigen Raums gehören das Heilige Römische Reich (dessen Wurzeln bis ins frühe Mittelalter reichen und das bis 1806 bestand), der Deutsche Bund (1815–1866), das Deutsche Kaiserreich (1871–1918), die WeimarerRepublik (1919–1933) und die Deutsche Demokratische Republik (Ostdeutschland, 1949–1990). Nach 1949 existierten neben der DDR die Bundesrepublik Deutschland; 1990 kam es zur Wiedervereinigung.
Weitere Hinweise
- Schreibweise: Als Adjektiv schreibt man „deutsch“ kleingeschrieben, als Substantiv („der Deutsche“, „die Deutsche“) groß.
- Dialekt und Standard: Es gibt große Unterschiede zwischen regionalen Dialekten und dem standardisierten Hochdeutsch; Dialekte sind oft so verschieden, dass Sprecher aus verschiedenen Regionen teilweise Probleme bei der gegenseitigen Verständigung haben.
- Identität: Ob sich jemand als „deutsch“ bezeichnet, hängt von persönlichen, rechtlichen und kulturellen Faktoren ab. Begriff und Selbstverständnis haben sich im Laufe der Geschichte verändert und sind oft kontextabhängig.
Wenn von einer Person die Rede ist, kann damit jemand gemeint sein, der in Deutschland lebt, oder jemand, der sich selbst als „deutsch“ betrachtet. In offiziellen Zusammenhängen (z. B. Staatsangehörigkeit) gibt es klare rechtliche Kriterien; im Alltag spielen Sprache, Herkunft und Identifikation eine große Rolle.