Die Gestaltpsychologie ist eine Anfang des 20. Jahrhunderts in Berlin entstandene Theorie von Geist und Gehirn.
Die Idee ist, dass das Gehirn die Dinge als Ganzes sieht. Der Gestalt-Effekt ist am deutlichsten beim Sehen. Wir erkennen Figuren und ganze Formen, nicht nur eine Ansammlung von Linien und Kurven. In der Psychologie steht der Gestaltismus oft im Gegensatz zum Strukturalismus. Bei der Erklärung der Gestalttheorie wird oft der Satz "Das Ganze ist grösser als die Summe der Teile" verwendet. Eine bessere Formulierung ist : "Das Ganze ist anders als die Summe der Teile".
"Wir sind von Natur aus dazu getrieben, die Dinge in einer möglichst guten Gestalt zu erleben. "Gut" kann hier viele Dinge bedeuten, wie Regelmäßigkeit, Ordnung, Einfachheit, Symmetrie usw., die sich dann auf bestimmte Gestaltgesetze beziehen.
"Die ursprüngliche Beobachtung war die von Wertheimer, als er feststellte, dass wir Bewegung wahrnehmen, wenn es nichts weiter als eine schnelle Abfolge einzelner sensorischer Ereignisse gibt. Das sah er in dem Spielzeugstroboskop, das er am Frankfurter Bahnhof gekauft hatte, und er sah es in seinem Labor, als er mit schnell aufeinanderfolgenden Lichtern experimentierte (wie die Weihnachtslichter, die um den Baum zu laufen scheinen, oder die ausgefallenen Neonschilder in Las Vegas, die sich zu bewegen scheinen). Der Effekt wird scheinbare Bewegung genannt und ist eigentlich das Grundprinzip von Kinofilmen".
Theoretiker des frühen 20. Jahrhunderts wie Kurt Koffka, Max Wertheimer und Wolfgang Köhler (Schüler von Carl Stumpf) sahen in der Vision von Objekten alle Elemente in einem globalen Konstrukt vereint. Dieser "Gestalt"- oder "Ganzform"-Ansatz versuchte, die Wahrnehmung zu verstehen - scheinbar angeborene mentale Gesetze, die die Art und Weise bestimmten, in der Objekte wahrgenommen wurden. Er basiert auf dem Hier und Jetzt und auf der Art und Weise, wie man die Dinge betrachtet. Er lässt sich in zwei Bereiche aufteilen: Figur oder Grund, sehen Sie auf den ersten Blick die Figur vor sich oder den Hintergrund?
Diese Gesetze nahmen verschiedene Formen an. Ein Beispiel ist die Art und Weise, wie wir dazu neigen, ähnliche oder nahe beieinander liegende Objekte als sinnvoll miteinander verbunden anzusehen. Gestalt wurde kritisiert, weil sie nur beschreibend ist, aber sie bildete die Grundlage für viele weitere Forschungen über die Wahrnehmung von Mustern und Objekten sowie für die Erforschung von Verhalten, Denken, Problemlösung und Psychopathologie.
"Ich stehe am Fenster und sehe ein Haus, Bäume, den Himmel. Theoretisch könnte ich sagen, es gab 327 Helligkeiten und Farbnuancen. Habe ich "327"? Nein. Ich habe Himmel, Haus und Bäume". Max Wertheimer Gesetze der Organisation in Wahrnehmungsformen. 1923
Die Gestaltpsychologie war ein Vorläufer der modernen kognitiven Psychologie. Sie unterscheidet sich von der Gestaltpsychotherapie.



