Chanukka ist ein jüdischer Feiertag, an dem sowohl der militärische Sieg der Makkabäer über die damalige hellenistische Besatzungsmacht als auch ein religiöses Wunder gefeiert wird. Historisch erinnern die Feiern an den Aufstand gegen die syrisch‑seleukidische Herrschaft und an die Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem im 2. Jahrhundert v. Chr. Dabei wird traditionell daran erinnert, dass die Menora im neu eingeweihten Tempel nur aus einem kleinen Vorrat an Öl acht Tage lang brannte. Aus diesem Grund dauert Chanukka acht Tage. Chanukka beginnt am 25. Tag des Monats Kislev nach dem hebräischen Kalender, der nach dem gregorianischenKalender in die Zeit von Ende November bis Dezember fällt. (Im Jahr 2013 begann Chanukka zum Beispiel am 27. November.) Das hebräische Wort Chanukka bedeutet Einweihung oder Wiedereinweihung.

Bedeutung und historischer Hintergrund

Die Ereignisse, an die Chanukka erinnert, stehen im Zusammenhang mit dem Verbot jüdischer Bräuche und der Entweihung des Tempels durch den seleukidischen König Antiochus IV. Epiphanes. Der Aufstand unter Führung der Makkabäer (insbesondere Judah Makkabi) führte zur Rückeroberung und zur Reinigung des Tempels. Die Rabbinerlegende vom acht Tage währenden Ölwunder ist die spirituelle Begründung für das Fest; historisch wird Chanukka als Fest der Wiedereinweihung und des Überlebens religiöser Identität verstanden.

Die Chanukkia und das Anzünden der Lichter

Das typische Symbol von Chanukka ist die achtarmige Lichterreihe mit zusätzlichem Hilfslicht: das sogenannte Chanukka (auch Chanukkia oder Chanukah-Menorah genannt). Wichtig zu unterscheiden ist die Chanukkia von der siebenarmigen Menora des Tempels: Die Chanukkia hat neun Zweige – acht für jede Nacht und einen zusätzlichen, den Schamasch (Dienerlicht), mit dem die anderen Kerzen angezündet werden.

  • Am ersten Abend wird eine Kerze entzündet, am zweiten zwei, und so weiter bis zur achten Nacht.
  • Die traditionellen Regeln sehen vor, die Kerzen von rechts nach links in die Halter zu setzen (entsprechend der hebräischen Leserichtung), aber beim Anzünden die neueste Kerze zuerst zu entzünden, also von links nach rechts.
  • Man zündet zunächst den Schamasch an und verwendet ihn, um die übrigen Kerzen zu entfachen; die Chanukkia‑Kerzen selbst werden nicht benutzt, um andere Dinge anzuzünden.
  • Beim Entzünden werden Segenssprüche gesprochen; in Synagoge und Familie wird oft die Lobpreisung Hallel gebetet oder gesungen.
  • Üblich ist es, die Chanukkia an einem gut sichtbaren Ort (Fenster oder Haustür) aufzustellen, um das Wunder öffentlich zu verkünden (pirsumei nisa).

Bräuche, Spiele und Speisen

Zu den lebhaften Chanukka‑Bräuchen gehören:

  • Das Spiel mit dem Dreidel, einem vierseitigen Kreisel. Auf jeder Seite steht ein hebräischer Buchstabe (nun, gimel, hey, shin), die zusammen die Phrase "Nes gadol haya shaam" ergeben: "Dort geschah ein großes Wunder". In Israel wird statt "shaam" oft "po" verwendet, sodass es heißt: "Ein großes Wunder geschah hier".
  • Frittierte Speisen, die an das Öl erinnern: Kartoffelpuffer (Latkes) in aschkenasischer Tradition und Sufganiyot (gefüllte Krapfen) in sephardischer/israelischer Tradition.
  • Das Geben von "Geld" an Kinder (ursprünglich echte Münzen, heute häufig Schokoladengeld, genannt "Chanukka‑Gelt").
  • Gemeinsame Lieder wie "Maoz Tzur" und öffentliche Veranstaltungen mit großen Chanukkia‑Aufstellungen.

Religiöse und kulturelle Bedeutung heute

Obwohl Chanukka nicht zu den biblischen Wallfahrtsfesten gehört, hat es große kulturelle und religiöse Bedeutung: Es steht für das Behaupten religiöser Freiheit, für das Licht in Zeiten der Dunkelheit und für das Bewahren von Traditionen. In Synagogen wird dem Fest durch besondere Gebetseinfügungen Rechnung getragen (z. B. das Einfügen des Gebets Al Hanissim in das Achtgebet und ins Tischgebet).

In modernen Gesellschaften – besonders in Ländern mit größeren jüdischen Gemeinden – hat Chanukka auch eine öffentliche und interkulturelle Dimension: Chanukkia‑Aufstellungen in Städten, Schulfeiern und kulturelle Veranstaltungen machen das Fest weithin sichtbar.

Praktische Hinweise

  • Die Chanukkia sollte nachts aufgestellt und die Kerzen nach Einbruch der Dunkelheit entzündet werden; sie sollten in den meisten Gemeinden mindestens etwa 30 Minuten brennen.
  • Unterschiedliche Gemeinschaften (aschkenasisch, sephardisch u. a.) haben leicht abweichende Gebräuche hinsichtlich Gebeten, Liedern und Speisen.
  • Chanukka ist ein fröhliches Familienfest: Gemeinsames Anzünden, Singen und Essen stehen im Mittelpunkt.

Chanukka verbindet historische Erinnerung mit lebendigen Bräuchen und wird weltweit in Synagogen, Familien und Gemeinden gefeiert. Es erinnert an die Bedeutung von Standhaftigkeit, Licht und Gemeinschaft.