Hasen sind Säugetiere der Ordnung Lagomorpha. Sie gehören zur Familie der Leporidae; im allgemeinen Sprachgebrauch wird deshalb oft gesagt, sie seien in derselben Familie wie das Kaninchen gehören, tatsächlich zählen Hasen und die meisten Kaninchenarten zwar zur gleichen Familie, unterscheiden sich aber in Körperbau, Verhalten und Fortpflanzung.

Merkmale

  • Größe und Körperbau: Hasen sind in der Regel größer und schlanker als viele Kaninchen. Sie haben lange Hinterbeine, die für schnelle Sprünge und anhaltendes Tempo ausgelegt sind.
  • Ohren: Viele Arten haben vergleichsweise lange Ohren; bei einigen (z. B. beim Europäischen Feldhasen) sind die Ohrspitzen dunkler oder sogar schwarz gefärbt.
  • Zähne: Als Angehörige der Ordnung Lagomorpha besitzen sie, anders als Nagetiere, zwei Scherenzähne im Oberkiefer (also insgesamt vier Schneidezähne vorne).
  • Fell und Tarnung: Die Färbung variiert je nach Art und Lebensraum; oft dient das Fell der Tarnung in offener Landschaft.

Lebensweise und Ernährung

Hasen sind an ein Leben in offenen Landschaften angepasst: Felder, Wiesen, Steppen und lichte Wälder. Sie ernähren sich überwiegend pflanzlich: junge Triebe, Gräser, Kräuter, Blätter und Knospen. Gelegentlich fressen sie auch Rindenstücke und im Winter stärkere Pflanzenteile. Typische Nahrungspflanzen sind Gras oder verschiedene Kräuter; der Begriff Blattunkraut fasst einige typische Wildkräuter zusammen. Menschenfütterung (z. B. Salat oder Rüben) ist zwar möglich, sollte aber nicht regelmäßig erfolgen.

Ein wichtiges Verhalten ist die Caecotrophie: Hasen und Kaninchen produzieren weiche, nährstoffreiche Blinddarmkotkügelchen (Cecotrophe), die sie wieder fressen, um wichtige Vitamine und Mikroorganismen aufzunehmen.

Bewegung und Fluchtverhalten

Hasen sind sehr gute Läufer und Fluchttiere. So erreicht der Europäische Feldhase (Lepus europaeus) Spitzenwerte von rund 50–60 km/h, die genaue Geschwindigkeit hängt von Art und Situation ab. Manche schnelle Kaninchenarten können ebenfalls hohe Geschwindigkeiten erreichen — Werte bis etwa 60–64 km/h werden genannt — und mit kräftigen Sprüngen Entfernungen von 2–3 m überwinden. Hasen setzen auf Geschwindigkeit und Ausdauer sowie auf schnelle Richtungswechsel, um Fressfeinden zu entgehen.

Fortpflanzung

Hasen haben im Vergleich zu Kaninchen eine andere Fortpflanzungsstrategie: Die Jungtiere (Leverets) werden in einer flachen Bodensuhle geboren, sind Nestflüchter (d. h. mit Fell geboren und bereits relativ weit entwickelt) und haben bei Geburt offene Augen. Die Mutter besucht die Jungen nur kurz und säugt sie wenige Male täglich. Die Tragzeit ist je nach Art etwa 35–45 Tage; die Wurfgröße variiert, meist 1–4 Junge. Aufgrund dieser Strategie sind die Jungen von Anfang an relativ mobil.

Soziales Verhalten

Hasen sind überwiegend einzelgängerisch oder leben in lockeren, kurzzeitigen Paarbindungen. Dichte Populationsphasen oder Nahrungsreichtum führen manchmal dazu, dass mehrere Tiere an einem Ort zusammenkommen, doch feste soziale Gruppen wie bei manchen anderen Säugetieren sind selten.

Verbreitung, Feinde und Schutz

Hasen sind in vielen Teilen der Welt verbreitet; die Arten und ihr Vorkommen variieren je nach Kontinent und Lebensraum. Wichtige Fressfeinde sind Füchse, Greifvögel, Marder und in manchen Regionen auch Menschen (Jagd). Habitatverlust, intensivere Landwirtschaft und Krankheiten (z. B. Myxomatose bei Kaninchen) können lokale Bestände beeinflussen. Manche Arten sind häufig und nicht gefährdet, andere stehen lokal unter Schutz oder gelten als bedroht.

Unterschiede zu Kaninchen (kurz)

  • Lebensraum: Hasen bevorzugen offenere Lebensräume; Kaninchen graben meist komplexe Baue.
  • Jungtiere: Hasenjunge sind Nestflüchter; Kaninchenjunge (Nesthocker) bleiben zunächst im Bau und sind nackt bzw. blind bei Geburt.
  • Körperbau: Hasen sind in der Regel größer, schlanker und für schnelles Laufen gebaut; Kaninchen sind oft kompakter.
  • Soziales Verhalten: Kaninchen leben häufiger in Familienverbänden (Kolonien) mit Bauen, Hasen meist einzelgängerischer.

Zusammenfassend sind Hasen an ein Leben in offenen, oft weiten Landschaften angepasst: schnelle Läufer mit besonderer Fortpflanzungsstrategie, spezialisierten Zähnen und einer pflanzenbasierten Ernährung einschließlich der Anpassung an wechselnde Nahrungsressourcen. Ihre Unterschiede zu Kaninchen betreffen vor allem Körperbau, Fortpflanzung und Sozialverhalten.