Der Hurrikan Florenz war der erste atlantische Hurrikan, der auf den Bermudas Hurrikanstärke erzeugte, seit der Hurrikan Fabian im September 2003 die Insel traf. Als siebter Tropensturm und zweiter Hurrikan der atlantischen Hurrikansaison 2006 entwickelte sich Florenz aus einer Tropenwelle im tropischen Atlantik am 3. September und folgte der Spur eines Hurrikans vom Typ der Kapverden.
Entwicklung und Zugbahn
In den ersten Tagen nach seiner Entstehung verhinderten ungünstige atmosphärische Bedingungen, insbesondere starke Windscherungen, eine rasche Organisation des Systems. Durch diese verzögerte Organisation erreichte das System eine vergleichsweise große Ausdehnung. Nachdem Florenz in ein Gebiet mit geringeren Scherbedingungen gelangt war, verstärkte er sich und erreichte am 10. September Hurrikanstärke. Er zog entlang einer nordöstlichen Spur und zog unmittelbar westlich der Bermudas vorbei. In den folgenden Tagen wandelte sich der Sturm infolge der immer kühlenderen Gewässer und der Wechselwirkung mit mittleren Breiten zu einem außertropischenZyklon, was am 13. September abgeschlossen war.
Auswirkungen auf Bermuda
Auf den Bermudas brachte Florenz kräftige Winde und Regenfälle. Es wurden Windböen von bis zu 185 km/h (115 mph) gemessen, wodurch es mehrfach zu Stromausfällen kam. Die meisten Schäden blieben jedoch relativ gering: umgestürzte Bäume, beschädigte Dachziegel und kleinere Beeinträchtigungen an Gebäuden und Infrastruktur wurden berichtet. Größere Verwüstungen, wie sie bei stärkeren Hurrikanen vorkommen können, blieben aus.
Auswirkungen auf Neufundland
Nachdem Florenz seine tropische Phase abgelegt hatte, zog der nun außertropische Sturm weiter nordostwärts und brachte schweren Regen sowie stürmische Böen über Teile von Neufundland. In der Folge kam es zu Überflutungen und Sturmschäden an Gebäuden: Ein Haus wurde vollständig zerstört, mehrere weitere Häuser erlitten leichte Schäden. Trotz der erheblichen Wettereinwirkungen wurden keine Todesopfer als Folge des Sturms gemeldet.
Vorbereitungen, Reaktion und Bedeutung
Aufgrund der Vorwarnzeiten konnten lokale Behörden und Bevölkerungsschutzstellen Vorsorgemaßnahmen ergreifen; es wurden Warnungen herausgegeben und Infrastrukturbetreiber bereiteten sich auf Stromausfälle vor. Die vergleichsweise geringen personellen Schäden und das Ausbleiben von Todesopfern zeigen, dass frühzeitige Warnungen und Schutzmaßnahmen auf den betroffenen Inseln und Küstenregionen wirksam sein können.
Einordnung
Florenz ist ein Beispiel für einen Kapverden-Sturm, der zunächst durch ungünstige Umgebungsbedingungen in seiner Entwicklung gebremst wurde, sich später aber zu einem Hurrikan verstärkte. Sein Verlauf — Vorbeiziehen westlich an Bermuda und anschließende Umwandlung in einen außertropischen Sturm — ist typisch für tropische Systeme, die in höhere Breiten gelangen und dort mit frontalen Systemen interagieren.
Kernfakten:
- Entstehung: Tropenwelle im tropischen Atlantik am 3. September
- Entwicklung zum Hurrikan: 10. September
- Umwandlung in außertropischen Zyklon: 13. September
- Maximal beobachtete Windböen auf den Bermudas: bis zu 185 km/h (115 mph)
- Schäden: mehrfache Stromausfälle, kleine bis mittelschwere Gebäudeschäden auf Bermuda; auf Neufundland ein zerstörtes Haus und mehrere leicht beschädigte Häuser
- Todesopfer: keine



