Ein Ablass bedeutet in der römisch-katholischen Theologie, dass dem Sünder die zeitliche Strafe (Strafe hier auf Erden) für bereits vergebene Sünden abgenommen wird.
Der Ablass wird von der Kirche erteilt, nachdem der Sünder gebeichtet und die Absolution erhalten hat. Der Ablaß ersetzte die strengen Bußwerke der frühen Kirche.
Die Grundlage des Ablasses sei, so hieß es, dass die Kirche eine "Schatzkammer der Verdienste" habe. Dieser käme von ehemaligen Christen, die noch besser gewesen seien, als für die Erlösung nötig gewesen wäre. Ihre guten Taten wurden in einer Art Bank aufbewahrt, aus der der Papst schöpfen konnte. Er konnte das Verdienst an andere geben oder verkaufen, deren Sünden sie nicht erlöst werden konnten.
Während der Kreuzzüge versprach der Papst denjenigen, die sich freiwillig zum Kampf gegen die Muslime meldeten, "vollen Ablass". Das bedeutete, dass sie, wenn sie Soldaten in der Armee des Papstes wurden und starben, in den Himmel kommen würden, auch wenn sie Böses getan hatten.
Um 1500 hatte sich der Ablass zu einem gedruckten Brief entwickelt, in dem stand, dass eine Person, die Geld bezahlt hatte, für alle ihre Sünden volle Vergebung erhalten hatte. Sogar Menschen, die gestorben waren und im Fegefeuer litten, konnten sofort befreit werden, wenn eine lebende Person für den Ablass zahlte. Das Geld wurde für den Bau einer Kirche in Rom verwendet, wobei ein Teil davon an örtliche Fürsten oder säkulare Führer ging.
Dieser extreme Missbrauch von Ablässen veranlasste Martin Luther, gegen diese zu protestieren. Luther sagte, es sei besser, den Armen Geld zu geben und seine Sünden zu bereuen, als der Kirche Geld zu zahlen. Dies war der Ausgangspunkt für die protestantischeReformation (1517). Bald darauf, auf dem Konzil von Trient, versuchte die katholische Kirche, auf die Probleme zu reagieren, die zur Reformation führten, und der Ablasshandel wurde gestoppt.
In der Neuzeit wurde der Gedanke des Ablasses von der katholischen Kirche gelegentlich verwendet, jedoch nur als Belohnung für bestimmte fromme Taten und nicht als vollständige Vergebung der Sünden.

