Die Tochter des Regiments (französisch: La fille du régiment) ist eine komische Oper in zwei Akten. Das französische Libretto wurde von Jules-Henri Vernoy de Saint-Georges und Jean-François Bayard geschrieben. Die Musik wurde von Gaetano Donizetti komponiert. Die Oper ist berühmt für die Tenorarie "Ah! mes amis, quel jour de fête!". Sie besteht aus neun hohen Cs. Die Oper wurde am 11. Februar 1840 von der Pariser Opéra-Comique in der Salle de la Bourse uraufgeführt. In der Metropolitan Opera wurde sie 1902/03 aufgeführt. Die Rolle der Marie war ein Favorit bei Jenny Lind.

Handlung (Kurzfassung)

Die Komödie erzählt die Geschichte der jungen Marie, die als Findelkind von einem Regiment französischer Soldaten aufgezogen wurde und deshalb „die Tochter des Regiments“ genannt wird. Sie ist lebensfroh, unerschrocken und eng mit den Soldaten verbunden. Als sie sich in den Bauernjungen Tonio verliebt, muss er, um bei ihr bleiben zu können, dem Regiment beitreten. Später wird Marie von einer vornehmen Dame als ihre verschwundene Nichte erkannt und soll in die feine Gesellschaft adoptiert und standesgemäß verheiratet werden. Dieser Konflikt zwischen militärischer Kameradschaft und standesgemäßer Erziehung bildet den Kern der Oper. Am Ende siegt meist das Glück der Liebenden: die Marquise lenkt ein, und Marie kann mit Tonio vereint bleiben, wobei die komischen Missverständnisse und die Solidarität der Soldaten die Handlung prägen.

Besetzung (Hauptrollen)

  • Marie – Sopran (jugendliche Heldin, „die Tochter des Regiments“)
  • Tonio – Tenor (der junge Mann, in den Marie verliebt ist)
  • Sergeant Sulpice – Bass (beliebte komische Rolle, Vaterfigur für Marie innerhalb des Regiments)
  • Die Marquise von Berkenfield – Mezzosopran/Alt (die vornehme Dame, die Marie als Verwandte erkennt)

Musik, Stil und Besonderheiten

Donizettis Musik steht im Belcanto-Stil: klare Melodien, virtuos gesungene Gesangspartien und unterhaltsame Ensembles. Die Oper enthält sowohl fein gearbeitete Arien und Duette als auch witzige Chor- und Ensembleszenen, die typische Elemente der Opéra-Comique verbinden. Originalmäßig gehört zur Gattung der Opéra-Comique auch gesprochenes Dialogmaterial zwischen den musikalischen Nummern; in einigen späteren Aufführungen und in der italienischen Fassung werden diese Dialoge durch Rezitative ersetzt.

Die berühmte Tenorarie "Ah! mes amis, quel jour de fête!" ist als technische Herausforderung bekannt: in manchen Interpretationen werden neun hohe Cs gesungen, wodurch die Arie zu einer beliebten Demonstration männlicher Stimmbrillanz wird. Viele Tenöre versuchen diese Passage als Publikumsmoment, doch die genaue Ausführung variiert von Produktion zu Produktion.

Aufführungsgeschichte und Rezeption

Die Uraufführung 1840 in Paris war erfolgreich, und die Oper erfreute sich schon früh großer Beliebtheit. Neben Jenny Lind, die die Rolle der Marie populär machte, wurde das Werk weltweit auf den großen Bühnen aufgeführt. Es existieren sowohl die französische Originalversion mit gesprochenen Dialogen als auch bearbeitete Fassungen (unter anderem eine italienische La figlia del reggimento) mit eingefügten Rezitativen, die für verschiedene Aufführungsgewohnheiten angepasst wurden.

Die Oper zählt bis heute zu den beliebtesten komischen Werken des Belcanto-Repertoires, besonders wegen ihrer Mischung aus leichter Heiterkeit, liebenswürdigen Charakteren und musikalischem Einfallsreichtum. Sie ist regelmäßig Teil des Spielplans vieler Opernhäuser und erfreut sich bei Publikum und Sängern gleichermaßen großer Beliebtheit.

Typische Dauer und Inszenierungshinweise

Eine vollständige Aufführung dauert in der Regel rund zwei Stunden, je nach Verwendung von gesprochenen Dialogen oder Rezitativen. Regie wie Ausstattung bieten häufig die Möglichkeit, zwischen historischer Militärkomödie und modernen, humorvollen Adaptionen zu wählen; die starke Charakterzeichnung der Soldaten und die Kombination aus Militär- und Zivilwelt machen die Oper szenisch sehr flexibel.