Der Löwe ist eines der Sternbilder des Tierkreises. Sein Name ist lateinisch für Löwe. Sein Symbol ist
( ♌). Der Löwe liegt zwischen dem dunklen Krebs im Westen und der Jungfrau im Osten.
Fakten auf einen Blick
- Lateinischer Name: Leo
- Symbol: ♌
- Sichtbarkeit: gut sichtbar auf der Nordhalbkugel im Frühling (Spitzenmonat: April), am Abendhimmel; auf der Südhalbkugel im Herbst eingeschränkter, aber erkennbar
- Hauptsterne: Regulus (α Leo), Denebola (β Leo), Algieba (γ Leo), Zosma (δ Leo)
- Bemerkenswerte Deep‑Sky‑Objekte: Leo‑Triplet (M65, M66, NGC 3628), M95, M96, M105, NGC 2903 sowie Zwerggalaxien wie Leo I
- Zodiac: Eines der zwölf Tierkreissternbilder; in der tropischen Astrologie gehört die Sonne ungefähr vom 23. Juli bis 22. August zum Sternzeichen Löwe
Sterne und markante Formationen
Das auffälligste Muster im Sternbild ist die sogenannte „Sickle“ – eine Sichel oder ein umgekehrtes Fragezeichen, das den Kopf und die Mähne des Löwen darstellt. Am unteren Ende dieser Sichel steht Regulus (α Leonis), ein heller Mehrfachstern und der namensgebende „Herzpunkt“ des Löwen. Im hinteren Bereich des Körpers liegt Denebola (β Leonis), die Spitze der Schwanzregion. Algieba (γ Leonis) ist ein schönes, gelblich-oranges Doppelsternsystem, das bereits im kleinen Teleskop oder guten Fernglas als Teilung sichtbar ist.
Mythos
In der griechischen Mythologie wird das Sternbild traditionell mit dem Nemeischen Löwen in Verbindung gebracht, den der Heros Herakles (lateinisch: Hercules) als erste seiner zwölf Aufgaben tötete. Der Löwe war unverwundbar und wurde von Herakles mit bloßen Händen erlegt; zum Andenken daran setzte man das Tier an den Himmel. In anderen Kulturen gibt es ähnliche Vorstellungen: Der Löwe wurde häufig als Symbol von Stärke, Königlichkeit und Schutz interpretiert.
Beobachtungstipps
- Beste Beobachtungszeit: April (Abend) – dann steht der Löwe am höchsten über dem Horizont auf der Nordhalbkugel.
- Himmelslage finden: Suche die typische Sichel (Kopf und Mähne) mit Regulus am unteren Ende; der Körper verläuft dann in Richtung Denebola (Schwanz). Die Figur ist relativ leicht am Frühlingshimmel zu erkennen.
- Ausrüstung: Für die Hauptsterne genügt das bloße Auge; Fernglas eignet sich hervorragend für die Ausdehnung der Sternmuster und für die Suche nach dem Leo‑Triplet. Ein kleines Teleskop zeigt Details der Galaxien M65/M66 und NGC 3628 besser; größere Instrumente sind nötig, um Struktur und Begleitgalaxien von M95, M96 und M105 zu sehen.
- Deep‑Sky‑Highlights: Das Leo‑Triplet (M65, M66, NGC 3628) ist ein lohnendes Ziel für Fernglas und kleineren Refraktor/Teleskop; die Galaxien M95, M96 und M105 bilden ein weiteres kompaktes Feld für Hobbyastronomen. In sehr dunklen Nächten und mit größeren Teleskopen lassen sich auch Zwerggalaxien der Leo‑Gruppe entdecken.
- Ort und Bedingungen: Für Galaxienbeobachtung sind dunkler Himmel (möglichst fern von Stadtlicht) und stabile Durchsicht (gute Seeing‑Bedingungen) wichtig; Galaxien wirken im Lichtverschmutzungsbereich deutlich blasser.
Astronomie vs. Astrologie
Als Tierkreissternbild liegt Leo nahe an der Ekliptik: Die Sonne bewegt sich über das Jahr scheinbar durch dieses Sternbild. In der modernen westlichen Astrologie entspricht das Sternzeichen Löwe dem Zeitraum etwa 23. Juli bis 22. August (tropisches System). Wegen der Präzession der Erdachse weichen die astrologischen Daten inzwischen von der tatsächlichen Lage der Sonne in den Sternbildern ab; astronomisch kann die Sonne heute nur zeitweise in das Sternbild Leo stehen.
Schnelle Checkliste für Beobachter
- Sichtbar im Frühling (Nordhalbkugel): Suche die Sickle‑Form mit Regulus.
- Für Fernglas: Interessante Felder rund um Denebola und das Leo‑Triplet.
- Für kleines Teleskop: M65/M66/NGC 3628 und M95/M96/M105 sind lohnende Ziele.
- Mit etwas Geduld und dunklem Himmel: Zwerggalaxien wie Leo I können entdeckt werden.
Der Löwe ist wegen seiner klaren Form, hellen Sterne und attraktiven Galaxienfelder ein beliebtes Ziel sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Beobachter. Ein Blick in die Sichel und auf das Leo‑Triplet verbindet leicht zu findende Sternbilder mit faszinierenden, weit entfernten Galaxien.

