Ein Längsmotor ist ein Motor, der so in einem Fahrzeug eingebaut ist, dass die Kurbelwelle von vorn nach hinten parallel zur Fahrtrichtung verläuft. Diese Anordnung unterscheidet sich von der transversalen (quer eingebauten) Motoranordnung, die bei vielen Modellen andere bauliche Konsequenzen hat.
Grundprinzip und Begriffe
Bei einem Längsmotor liegt die Antriebswelle des Motors in Längsrichtung des Fahrzeugs. Typische Kennzeichen sind:
- Kurbelwellenachse längs zur Fahrzeugachse (siehe oben).
- Getriebe und Antriebsstrang sind meist hintereinander angeordnet, sodass das Drehmoment in Längsrichtung weitergeleitet wird.
- Die Bauweise erlaubt einfache Verbindungen zu sekundären Bauteilen wie Kardanwellen oder Längsgetrieben.
Verbreitung und typische Anwendungen
Die Verwendung eines Längsmotors hängt vom Antriebsstrangkonzept ab:
- Viele Fahrzeuge mit Hinterradantrieb verwenden einen Längsmotor, da die Kraft direkt zu den Hinterrädern geleitet werden kann.
- Auch bei Allradantrieben und längs orientierten Hybrid- oder Dieselsystemen ist die Längsanordnung verbreitet.
- Im Gegensatz dazu setzen viele frontgetriebene Serienfahrzeuge auf eine transversale Einbaulage, weil diese Platz im Motorraum spart und die Packungsdichte erhöht.
Aufbau des Antriebsstrangs
Typische Komponenten und ihre Anordnung bei Längsmotoren:
- Motorblock mit längs ausgerichteter Kurbelwelle.
- Schalt- oder Automatikgetriebe meist direkt hinten am Motor oder unterhalb/seitlich angebracht.
- Kardan- oder Antriebswellen, die das Drehmoment zu einer Hinterachse oder einem Verteilergetriebe leiten.
Durch die Anordnung in Längsrichtung bleibt die Antriebslinie geradlinig, die Drehmomentübertragung erfolgt häufig über eine parallel zur Fahrzeuglängsachse laufende Verbindung.
Vorteile und Nachteile
- Vorteile:
- Geringere Komplexität beim Bau von Hinterrad- und Allradantrieben.
- Einfachere Integration von Getrieben mit langer Übersetzungsstrecke und Kardanwellen.
- Gute Kühl- und Servicezugänglichkeit bei bestimmten Fahrzeugkonzepten.
- Nachteile:
- Platzbedarf in Längsrichtung kann den Frontalbereich größer machen und die Innenraumanordnung beeinflussen.
- Bei frontgetriebenen Konzepten führt ein Längsmotor meist zu komplexeren Antriebskomponenten oder zu Kompromissen bei Raumaufteilung.
Varianten und technische Aspekte
- Bei Sportwagen oder Nutzfahrzeugen kann ein Längsmotor für eine ausgewogene Gewichtsbalance und eine robuste Kraftübertragung bevorzugt werden.
- Moderne Bauweisen kombinieren Längseinbau mit Front- oder Heckantrieb; in diesen Fällen werden Getriebe und Differentiale entsprechend angepasst.
- Die Entscheidung für Längs- oder Querbauweise ist eine Abwägung zwischen Platzbedarf, Produktionskosten, Fahrdynamik und Antriebsart.
Zusammenfassung
Der Längsmotor ist eine bewährte Einbauweise, bei der die Kurbelwelle längs zum Fahrzeug verläuft. Diese Anordnung ist besonders häufig bei Fahrzeugen mit Hinterradantrieb und bei bestimmten Allrad- oder Nutzfahrzeugkonzepten anzutreffen, während viele frontgetriebene Serienmodelle eine transversale Anordnung bevorzugen. Die Wahl der Einbaulage beeinflusst die Gestaltung des Getriebes, die innere Raumaufteilung und das Handling des Fahrzeugs.

