Manhunter ist ein amerikanischer Krimi-Film aus dem Jahr 1986. Er ist die erste Verfilmung der Figur Hannibal Lecter und basiert auf dem Roman Red Dragon von Thomas Harris. Autor und Regisseur des Films ist Michael Mann. In den Hauptrollen sind William Petersen, Brian Cox, Dennis Farina und Tom Noonan zu sehen. Die Handlung folgt einem Serienmörder und den Ermittlern, die versuchen, ihn zu fassen.
Die zentrale Figur ist der ehemalige FBI-Profiler Will Graham (William Petersen), der nach einem Burnout im Ruhestand lebt, aber von seinem früheren Chef Jack Crawford (Dennis Farina) zurückgeholt wird, um einen neuen, besonders grausamen Mörder zu finden. Der Täter, Francis Dolarhyde (Tom Noonan), mordet in ritualisierter Weise und wird im Film als von inneren Dämonen Getriebener gezeigt. Graham sucht zur Aufklärung unter anderem Hilfe bei dem inhaftierten Psychiater und Mörder Hannibal Lecter (gespielt von Brian Cox), dessen Gesprächsszenen wichtige Hinweise liefern und die psychologische Spannung erhöhen.
Manhunter legt großen Wert auf die kriminalistische Wissenschaft: Es zeigt frühe Formen von Täterprofiling, forensischer Spurensicherung und psychologischer Analyse. Michael Mann setzt dabei eine kühle, konzentrierte Bildsprache ein, die durch dezente, oft stilisierte Farben und präzise Kameraarbeit die Spannung steigert. Die Inszenierung betont das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Ermittlern und Täter und die psychische Belastung der Charaktere.
Die schauspielerischen Leistungen werden heute besonders hervorgehoben: Brian Cox spielt einen intellektuellen, manipulativen Lecter, der sich deutlich von späteren Darstellungen unterscheidet; Tom Noonan wird oft für seine unheimliche, verstörende Darstellung des Mörders gelobt; William Petersen zeigt einen gequälten, aber brillanten Ermittler.
Der Film ist nicht die einzige Verfilmung von Werken von Thomas Harris. Vorher war ein Film nach einem anderen seiner Bücher entstanden ("Black Sunday"), später folgten erfolgreiche Adaptionen wie Das Schweigen der Lämmer, Hannibal, Roter Drache (2002) und Hannibal Rising. Die unterschiedlichen Filmversionen interpretieren Figuren und Tonlagen teils sehr verschieden.
Bei seinem Erscheinen erhielt Manhunter gemischte Kritiken und war an den Kinokassen kein Erfolg: Die Produktionskosten lagen bei etwa 15 Millionen Dollar, die Einspielergebnisse in den Vereinigten Staaten bei rund 8,6 Millionen Dollar. In den Jahren danach wurde der Film jedoch neu bewertet. Kritiker und Zuschauer schätzen inzwischen besonders die dichte Atmosphäre, die visuelle Gestaltung und die Darstellung der Charaktere. Viele betrachten Manhunter heute als Kultfilm, der größeren Einfluss auf das Genre des Psychothrillers ausgeübt hat als zunächst erkannt.
In der Retrospektive wird Manhunter häufig als ein Meilenstein für die filmische Darstellung von Profiling und forensischer Ermittlungsarbeit angesehen. Seine nüchterne, analysierende Herangehensweise unterscheidet ihn von anderen, oft stärker auf Schockeffekte setzenden Thrillern und machte ihn zu einem Vorbild für spätere Krimiserien und -filme, die psychologische Tiefe mit kriminaltechnischer Genauigkeit verbinden.