Margot Betti Frank (16. Februar 1926 - Anfang März 1945) war die ältere Schwester von Anne Frank. Sie wurde in Frankfurt geboren und starb im Konzentrationslager Bergen-Belsen an Typhus. Laut dem berühmten Tagebuch ihrer Schwester Anne führte auch Margot ein Tagebuch, aber es wurde nie eine Spur von Margots Tagebuch gefunden. Die ruhige, höfliche Margot war ganz anders als ihre energische, freundliche Schwester Anne. Sie war die ältere Tochter von Otto Frank (1889 - 1980), einem deutschen Geschäftsmann, und Edith Frank-Holländer (1900 - 45). Sie wurde nach der Schwester ihrer Mutter benannt. Laut Annes Tagebuch wollte Margot Hebamme in Palästina werden.

Am 13. März 1933 fanden in Frankfurt Wahlen statt, bei denen die Nazi-Partei Adolf Hitlers gewann. Fast sofort begannen antisemitische Akte. Die Franken hatten Angst davor, was mit ihnen geschehen könnte, wenn sie in Deutschland blieben. Deshalb gingen Edith, Anne und Margot noch im selben Jahr nach Aachen. Dort blieben sie bei Ediths Mutter, Rosa Holländer. Otto blieb in Frankfurt, aber nachdem er das Angebot erhielt, eine Firma in Amsterdam zu gründen, zog er dorthin, um das Geschäft zu beginnen und eine Wohnung für seine Familie zu finden. Die Franken gehörten zu den 300.000 Juden, die zwischen 1933 und 1939 aus Deutschland wegliefen.

Anne war oft eifersüchtig auf ihre Schwester, die sie für hübsch, klug und jedermanns Liebling hielt, und Margot wurde in ihrem Tagebuch nicht oft erwähnt. Wenn die Schwestern jedoch untertauchten, kamen sie einander näher. Am 12. Januar 1944 schrieb Anne: "Margot ist viel netter ... Sie ist heutzutage nicht annähernd so gehässig und wird zu einer echten Freundin. Sie betrachtet mich nicht mehr als ein kleines Baby, das nicht zählt."