MERS (MERS-CoV): Definition, Ursprung, Übertragung und Symptome

MERS (MERS-CoV): Ursachen, Übertragungswege, Symptome und Prävention verständlich erklärt — Ursprung, Risikofaktoren und Schutzmaßnahmen kompakt.

Autor: Leandro Alegsa

MERS (das Respiratorische Syndrom des Nahen Ostens) wurde 2012 in Saudi-Arabien entdeckt. Es handelt sich um eine Krankheit, die durch ein Coronavirus verursacht wird, dessen Bezeichnung MERS-CoV lautet. MERS-CoV ist ein Betacoronavirus, das von Fledermäusen abstammt.

Coronaviren sind eine Familie von Viren, von denen einige häufige Erkältungen verursachen. Sie können sowohl Tiere als auch Menschen infizieren. MERS ist ein Verwandter des SARS-Virus (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom), das um die ganze Welt fegte, weltweit mehr als 8.000 Menschen infizierte und 774 tötete, bevor es 2004 gestoppt wurde.

Im Jahr 2015 hat sich die Weltgesundheitsorganisation einige Regeln für die Benennung von Viren gegeben: Kein offizieller Name darf sich auf einen Ort, eine Person oder ein Tier beziehen. Damit soll eine Stigmatisierung oder Schuldzuweisungen verhindert werden. Die WHO-Regeln führen MERS als Beispiel dafür auf, was bei der Benennung eines Virus oder einer Krankheit nicht zu tun ist.

Ursprung und Reservoir

Der natürliche Ursprung von MERS-CoV liegt vermutlich in Fledermäusen; das Virus wurde jedoch vor allem in Dromedarkamelen (einhöckrige Kamele) nachgewiesen. Kamele gelten als wichtiges Tierreservoir und als direkte Quelle für die Übertragung auf Menschen. Menschliche Infektionen treten häufig nach engem Kontakt mit infizierten Kamelen oder deren Sekreten auf.

Übertragungswege

MERS-CoV kann auf mehreren Wegen übertragen werden:

  • Zoonotische Übertragung: Direkter Kontakt mit infizierten Kamelen, Umgang mit Rohmilch oder Rohfleisch von Kamelen sowie Kontakt mit deren Sekreten.
  • Von Mensch zu Mensch: Vor allem bei engem Kontakt in Haushalten oder, noch häufiger, in Gesundheits‑ und Pflegeeinrichtungen (nosokomiale Übertragungen). In Krankenhäusern kam es wiederholt zu Ausbrüchen, weil enge Kontakte und Aerosol erzeugende Prozeduren das Ansteckungsrisiko erhöhen.
  • Übertragungsfähigkeit: MERS ist nicht so leicht übertragbar wie manche anderen Atemwegsviren (z. B. SARS-CoV-2). Eine anhaltende, weitreichende Gemeinschaftsübertragung wurde bisher nicht festgestellt.

Symptome und Krankheitsverlauf

Die Erkrankung kann von milden Symptomen bis zu lebensbedrohlicher Lungenentzündung reichen. Häufige Symptome sind:

  • Fieber
  • Husten
  • Atemnot bzw. Kurzatmigkeit
  • Muskel‑ und Gelenkschmerzen, Müdigkeit
  • Manchmal Durchfall, Übelkeit oder Erbrechen

Schwere Verläufe treten vor allem bei älteren Menschen und Personen mit Vorerkrankungen (z. B. Diabetes, chronische Nierenerkrankungen, chronische Lungenerkrankungen, Immunsuppression) auf. Die Inkubationszeit beträgt typischerweise 2–14 Tage, meist etwa 5–7 Tage.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch den Nachweis des Virus mittels PCR in Atemwegsproben (Rachenabstrich, tiefe Atemwegssekrete). Serologische Tests können helfen, zurückliegende Infektionen nachzuweisen. Bei Verdacht ist es wichtig, Proben frühzeitig zu entnehmen und die behandelnden Einrichtungen über den Verdacht zu informieren, damit Schutzmaßnahmen ergriffen werden können.

Behandlung

Für MERS gibt es bislang keine spezifisch zugelassene antivirale Therapie. Die Behandlung ist überwiegend supportiv und richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung: Sauerstoffgabe, intensivmedizinische Maßnahmen bis hin zu mechanischer Beatmung oder ECMO können erforderlich sein. Verschiedene antivirale und immunmodulierende Ansätze wurden untersucht, ein eindeutiger, standardisierter Therapieerfolg konnte bislang jedoch nicht etabliert werden.

Prävention und Infektionskontrolle

Wichtige Maßnahmen zur Vorbeugung sind:

  • Gute Händehygiene und Vermeidung von engem Kontakt mit kranken Personen.
  • Kontakt vermeiden mit Dromedarkamelen oder deren Sekreten; kein Konsum von ungekochter Kamelmilch oder -fleisch.
  • In Gesundheitseinrichtungen strikte Infektionsschutzmaßnahmen, Schutzkleidung und geeignete Isolationsverfahren, besonders bei Patienten mit respiratorischen Symptomen und möglicher Exposition.
  • Reisende in betroffene Regionen sollten aktuelle Hinweise der Gesundheitsbehörden beachten und Risiken minimieren.

Mehrere Impfstoffkandidaten für Menschen und Tiere sind in Forschung oder klinischen Studien, doch bis dato (Stand 2024) gibt es keinen weit verbreiteten, zugelassenen Impfstoff für den Menschen.

Epidemiologie und Risiko

Seit dem ersten Auftreten 2012 wurden mehrere Ausbrüche, vor allem in Ländern der arabischen Halbinsel, dokumentiert. Viele infektiöse Fälle stehen in Verbindung mit Kontakten zu Kamelen oder mit Ausbrüchen in Gesundheitseinrichtungen. Das gemeldete Sterblichkeitsrisiko unter diagnostizierten Fällen ist relativ hoch, weshalb MERS als ernstzunehmende Erkrankung gilt.

Rolle der WHO bei der Benennung

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, keine geografischen oder stigmatisierenden Namen für Krankheiten zu verwenden. Die Bezeichnung „MERS“ enthält einen geographischen Bezug (Naher Osten) und wird in den WHO‑Regeln als Beispiel dafür angeführt, welche Bezeichnungen vermieden werden sollten, um eine Stigmatisierung zu verhindern. Allerdings ist der Name historisch gewachsen und in der wissenschaftlichen Literatur gebräuchlich.

Was tun bei Verdacht auf MERS?

  • Bei Fieber und Atemwegssymptomen nach Aufenthalt in Risikogebieten oder nach Kontakt mit Kamelen ärztliche Hilfe aufsuchen und den Aufenthalt bzw. Kontakt mitteilen.
  • Im Gesundheitswesen unbedingt die eigene Expositionsgeschichte angeben, damit geeignete Schutzmaßnahmen (Isolierung, Schutzkleidung) ergriffen werden.
  • Aktuelle Informationen und Reisehinweise der nationalen Gesundheitsbehörden und der WHO beachten.

Zusammenfassend ist MERS eine schwere Erkrankung mit zoonotischem Ursprung (Kamele als wichtiges Reservoir). Obwohl die Übertragungsfähigkeit zwischen Menschen begrenzt ist, können Ausbrüche in Krankenhäusern zu schwerwiegenden Folgen führen. Prävention durch Hygiene, Infektionskontrolle und Vorsicht im Umgang mit Kamelen ist daher zentral.

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Fragen und Antworten

F: Was ist MERS?


A: MERS ist eine Krankheit, die durch ein Coronavirus verursacht wird, dessen Bezeichnung MERS-CoV ist.

F: Wo wurde MERS entdeckt?


A: MERS wurde im Jahr 2012 in Saudi-Arabien entdeckt.

F: Was ist der Ursprung von MERS-CoV?


A: MERS-CoV hat seinen Ursprung in Fledermäusen.

F: Welcher Zusammenhang besteht zwischen MERS und SARS?


A: MERS ist ein Verwandter des SARS-Virus.

F: Was sind Coronaviren?


A: Coronaviren sind eine Familie von Viren, von denen einige Erkältungen verursachen. Sie können sowohl Tiere als auch Menschen infizieren.

F: Warum hat die WHO Regeln für die Benennung von Viren aufgestellt?


A: Die WHO hat Regeln für die Benennung von Viren aufgestellt, um Stigmatisierung oder Schuldzuweisungen zu vermeiden.

F: Was ist ein Beispiel dafür, was man bei der Benennung eines Virus oder einer Krankheit nach den WHO-Regeln nicht tun sollte?


A: MERS ist ein Beispiel dafür, was man nicht tun sollte, wenn man ein Virus oder eine Krankheit nach den WHO-Regeln benennt.


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