Der Nerbudda-Fluss (andere Schreibweisen sind "Narbudda" und "Narmada") ist ein Fluss im Westen Indiens. Die Quelle des Nerbudda liegt im Osten des Bundesstaates Madhya Pradesh. Bei Jabalpur wendet er sich nach Südwesten und folgt einem Lauf zwischen den Gebirgsketten Vindhya und Satpura. Dann folgt sie einem westlicheren Verlauf durch Madhya Pradesh und dann Gujarat. Schließlich fließt der Fluss durch eine 13 Meilen breite Mündung in den Golf von Khambhat.
Allgemeine Daten
Länge: Der Narmada hat eine ungefähre Länge von etwa 1.300–1.350 km (rund 1.312 km wird häufig genannt).
Einzugsgebiet: Sein Einzugsgebiet umfasst mehrere Zehntausend Quadratkilometer und versorgt große Landstriche Zentral- und Westindiens mit Wasser.
Richtung: Anders als die meisten großen indischen Flüsse, die nach Osten in den Golf von Bengalen fließen, ist der Narmada einer der wenigen größeren Flüsse, die nach Westen in den Arabischen Ozean (Golf von Khambhat) entwässern.
Quelle, Verlauf und besondere Landschaften
Die Quelle des Narmada liegt in der Nähe von Amarkantak (Madhya Pradesh) auf einem Hochebenegebiet, das zugleich die Wasserscheide zu weiteren großen Strömen bildet. Der Fluss läuft in einem markanten, relativ geradlinigen Westlauf durch ein tektonisch geprägtes Tal – er fließt praktisch in einem Graben zwischen den Vindhya- und Satpura-Bergen. Entlang seines Laufs bildet der Narmada mehrere auffällige Landschaftsformen:
- Marmor-Schluchten bei Bhedaghat: Bei Jabalpur schneidet der Fluss durch helle Marmorfelsen; hier liegen auch die bekannten Dhuandhar-Fälle, bei denen das Wasser in eine enge Schlucht stürzt und dichten Nebel (Dhuandhar = „rauschender Nebel“) erzeugt.
- Weite Ebenen und Flussmäander: Weiter westlich weitet sich das Tal und der Fluss durchfließt landwirtschaftlich genutzte Regionen, bevor er in das Mündungsdelta des Golfes von Khambhat gelangt.
- Mündung: Die Flussmündung ist breit und wird in den unteren Abschnitten von Gezeiten beeinflusst; die Breite der Mündung wird mit etwa 13 Meilen (ca. 21 km) angegeben.
Zuflüsse, Nutzung und Staudämme
Der Narmada wird von mehreren Zuflüssen gespeist (darunter kleinere Ströme und saisonale Zuläufe). Der Fluss ist von großer Bedeutung für Bewässerung, Trinkwasserversorgung, Energiegewinnung und lokalen Transport.
Wichtige Staudammprojekte: Entlang des Narmada wurden in den letzten Jahrzehnten mehrere große Staudämme errichtet oder geplant, u. a.:
- Bargi-Damm (bei Jabalpur/Region) — ein wichtiger Speicher und Bewässerungsdamm;
- Indira-Sagar — ein Großprojekt für Wasserspeicherung und Energie;
- Omkareshwar — Staudamm- und Kraftwerksprojekt;
- Sardar-Sarovar — eines der bekanntesten und politisch kontroversen Projekte im unteren Flusslauf in Gujarat.
Diese Projekte liefern Strom und Wasser, haben aber auch Umwelt- und Sozialfolgen: Umsiedlungen von Menschen, Veränderungen von Ökosystemen und Konflikte um Wasserrechte. Die Narmada Bachao Andolan ist eine bekannte Bürgerbewegung, die gegen die negativen Folgen einiger Großprojekte protestierte und auf Entschädigungen sowie alternative Planung drängte.
Ökologie und Schifffahrt
Ökologisch ist das Flusssystem Lebensraum für zahlreiche Fischarten und Auenökosysteme. Die Mündungsregion und Teile des Unterlaufs sind von Gezeiten und Sedimentdynamik geprägt. Die Schifffahrt ist wegen Fällen, Stromschnellen und Stauseen nur in Abschnitten möglich; lokale Transporte und Tourismusboote sind besonders in malerischen Abschnitten wie den Marble Rocks verbreitet.
Kulturelle und religiöse Bedeutung
Der Narmada hat eine hohe religiöse Bedeutung: Er gilt in vielen Traditionen als heilig und wird personifiziert als Göttin Narmada. Entlang des Flusses befinden sich zahlreiche Pilgerstätten und Tempel; traditionell führen manche Pilger die sogenannte „Narmada Parikrama“ (Umrundung bzw. Pilgerreise entlang des Flusslaufs bzw. seines Beckens) durch. Der Fluss prägt seit Jahrhunderten Kultur, Landwirtschaft und Siedlungsräume in Zentral- und Westindien.
Zusammenfassung
Der Narmada (Nerbudda) ist ein charakteristischer Westfluss Indiens: geologisch als Grabenfluss zwischen Vindhya und Satpura markant, mit landschaftlich eindrucksvollen Abschnitten wie den Marmor-Schluchten bei Jabalpur, wirtschaftlich wichtig durch Bewässerung und Wasserkraft, und kulturell hoch bedeutsam. Gleichzeitig stehen seine Nutzung und die großen Staudammprojekte im Spannungsfeld von Entwicklung, Umweltschutz und sozialen Fragen.

