Der Nordafrikakrieg war ein bedeutender Teil des Zweiten Weltkriegs und fand in Nordafrika zwischen dem 10. Juni 1940 und dem 13. Mai 1943 statt. Die Kampagne umfasste mehrere parallel geführte Operationen und Schlachten in verschiedenen Staaten:
- Kämpfe in der libyschen Wüste und in Teilen Ägyptens (Wüstenkrieg)
- Landungen und Operationen in Marokko und Algerien (Westafrika-Operation)
- Die abschließende Tunesien-Kampagne
Kampagnenräume und Phasen
Der Krieg in Nordafrika lässt sich grob in drei überlappende Phasen gliedern:
- Italienische Offensiven und frühe Achsenvorstöße (1940–1941)
- Wippschlachten zwischen Achsen- und Alliiertenverbänden in Libyen und Ägypten (1941–1942)
- Alliierte Landungen in Nordwestafrika und die endgültige Niederwerfung der Achsenmächte in Tunesien (Ende 1942–1943)
Wichtige Schlachten und Wendepunkte
- Belagerung von Tobruk (1941): Die langwierige Belagerung von Tobruk war ein symbolisch und strategisch wichtiger Kampf, der die Versorgungslagen und den Kräfteausgleich in der Region beeinflusste.
- Zweite Schlacht von El Alamein (Oktober–November 1942): In der zweiten Schlacht von El Alamein gelang den britischen und Commonwealth-Streitkräften unter Generalleutnant Bernard Montgomery ein entscheidender Angriff, der das Vordringen des deutschen Afrika-Korps stoppte und die Achsenmächte nach Tunesien zurückdrängte.
- Schlacht am Kasserine-Pass (Februar 1943): Die US-amerikanischen Truppen erlitten in der Schlacht am Kasserine-Pass eine schwere Niederlage, aus der die Alliierten wichtige Lehren für Führung, Ausbildung und Koordination zogen.
- Mareth-Linie und Einschluss in Tunesien: In der Folge wurden Achsenkräfte in Süd- und Nordtunesien in Stellungskämpfen und Umfassungen angegriffen und schließlich zurückgedrängt.
Operation Torch (Operation Fackel)
Ende 1942 führten die Alliierten die Landungsoperationen in Französisch-Nordafrika durch. Die großangelegte Landung der Alliierten in Marokko und Algerien (Operation Fackel) hatte mehrere Ziele:
- Sicherung eines westlichen Zugangs nach Nordafrika
- Druck auf die Achsenmächte von Westen her
- Unterstützung der britischen Offensive in Ägypten
Bei den Landungen kam es zu Kämpfen mit Truppen von Vichy-Frankreich, die später teilweise die Seiten wechselten. Danach folgten gemeinsame Operationen gegen die verbliebenen deutschen und italienischen Verbände in Tunesien.
Beteiligte Streitkräfte
- Achsenmächte: Deutsches Afrika-Korps, italienische Armeen und zugewiesene Verbände
- Alliierte: Britische und Commonwealth-Truppen (britische Einheiten), später verstärkt durch US-amerikanische Streitkräfte und Truppen aus weiteren Verbündeten
- Führende Befehlshaber: Auf alliierter Seite u. a. Generalleutnant Bernard Montgomery; auf Achsenseite wurden die deutschen und italienischen Kräfte von verschiedenen Kommandeuren geführt
Schlussphase und Kapitulation
Nach intensiven Gefechten und strategischen Umfassungen gaben die restlichen Achsenverbände in Nordafrika auf. Die letzten nennenswerten Kapitulationen erfolgten nach dem Fall von Tunis; die italienischen Truppen unter General Messe ergaben sich am 13. Mai 1943 auf der nördlichen tunesischen Halbinsel Kap Bon.
Folgen und Bedeutung
- Der Sieg der Alliierten in Nordafrika beseitigte die Achsenpräsenz auf dem afrikanischen Kontinent und sicherte die südliche Flanke des Mittelmeerraums.
- Er ermöglichte anschließende Operationen gegen Südeuropa, darunter die Invasion Siziliens und den Vormarsch nach Italien.
- Militärisch brachte der Feldzug wichtige Erfahrungen in der kombinierten Führung, Logistik und Wüstenkriegsführung, die in späteren Operationen genutzt wurden.
Weiterführende Hinweise
Diese Übersicht fasst die wichtigsten Aspekte des Nordafrikafeldzugs zusammen. Für Detailstudien sind spezialisierte Werke zur Geschichte des Zweiten Weltkriegs, zu den einzelnen Schlachten und zu den beteiligten Streitkräften empfehlenswert.


