Die zweite Schlacht bei El Alamein war ein großer Wendepunkt im westlichen Wüstenfeldzug des Zweiten Weltkriegs. Die Schlacht dauerte vom 23. Oktober bis zum 5. November 1942. Die erste Schlacht bei El Alamein hatte die Achsenmächte daran gehindert, weiter tief in Ägypten anzugreifen. Danach übernahm Generalleutnant Bernard Montgomery im August 1942 das Kommando über die britische Achte Armee. In der zweiten Schlacht ging er mit großem Erfolg in die Offensive.
Vor dem Angriff hatte Montgomery eine umfangreiche Aufbau- und Täuschungsoperation durchgeführt, um die zahlenmäßige und materielle Überlegenheit der Alliierten auszunutzen. Er setzte auf massiven Artillerieeinsatz, gut vorbereitete Infanteriekorridore zum Räumen der schwer bewachten Minenfelder sowie auf koordinierte Panzer- und Luftunterstützung. Die Vorbereitungen umfassten auch Täuschungsmanöver, um die Achsenkräfte über Zeitpunkt und Schwerpunkt des Angriffs in die Irre zu führen.
Verlauf der Schlacht
Die Offensive begann in der Nacht vom 23. auf den 24. Oktober 1942 mit einem gewaltigen Artilleriefeuer, gefolgt von Infanterieangriffen, die versuchten, sichere Korridore durch die Minenfelder zu schaffen. Dieses Konzept, oft als Eröffnung der Panzerwege bezeichnet, sollte es den alliierten Panzern ermöglichen, anschließend durchzubrechen. Die Kämpfe zogen sich über mehrere Tage hin, wechselten zwischen lokalen Durchbruchsversuchen und Gegenangriffen und entwickelten sich zu einem Abnutzungskampf in der Wüstenhitze.
Wesentliche Faktoren für den alliierten Erfolg waren:
- Überlegenheit in Nachschub und Material sowie bessere Luft- und Artillerieunterstützung;
- schwächere Versorgungslage und Treibstoffknappheit bei den Achsenkräften, die die Bewegungsfreiheit von Erwin Rommel einschränkten;
- systematische Planung und koordinierte Durchführung durch die britische Achte Armee;
- Einsatz von Aufklärung und Signalaufklärung, die den Alliierten Informationen über Achsenstellungen lieferten.
Bedeutung und Folgen
Der Sieg der Alliierten hat das Blatt im Nordafrikakrieg gewendet. Er beendete die Hoffnungen der Achsenmächte, Ägypten zu besetzen, die Kontrolle über den Suezkanal zu übernehmen und die Ölfelder im Nahen Osten zu erreichen. Die Entscheidung bei El Alamein zwang Erwin Rommel und sein Afrika-Korps zum Rückzug auf die ehemaligen französischen Befestigungen in der Mareth-Linie an der Grenze zwischen Tunesien und Libyen.
Die Schlacht hatte neben dem unmittelbar militärischen Erfolg auch große strategische und psychologische Auswirkungen:
- Sie brachte den Alliierten die strategische Initiative in Nordafrika und verschaffte ihnen Zeit und Raum für weitere Operationen;
- sie stärkte die Moral der Alliiertenbevölkerung und der Truppen — zeitgleich mit den Landungen von Operation Torch in Nordwestafrika (Anfang November 1942) verknüpfte sich der Druck auf die Achsenmächte in Nordafrika weiter;
- sie führte zu erheblichen Verlusten an Material und Personal bei den Achsen, darunter viele Gefangene, und zur schrittweisen Verlagerung des Kriegsschauplatzes Richtung Westen nach Libyen und später Tunesien.
Nachwirkungen
Obwohl Rommel die Reste seiner Kräfte zunächst geordnet zurückzog, war die strategische Lage der Achsenmächte in Nordafrika nun nachhaltig geschwächt. Die Kombination aus der Niederlage in der Ebene von El Alamein und der Landung der Alliierten in Nordwestafrika eröffnete den Weg zur Einkesselung und endgültigen Niederlage der Achsenarmeen in Nordafrika im Frühjahr 1943.
Historisch gilt die zweite Schlacht bei El Alamein als einer der Wendepunkte des Zweiten Weltkriegs, weil sie erstmals seit längerem wieder einen klaren, anhaltenden strategischen Vorteil für die Alliierten brachte. In Großbritannien wurde der Sieg als Signal verstanden, dass der Krieg möglicherweise gewinnbar sei; Premierminister Winston Churchill kommentierte in diesem Zusammenhang das Geschehen mit dem bis heute bekannten Satz, der die Bedeutung des Erfolgs hervorhob.
Zusammenfassend: Die zweite Schlacht bei El Alamein (23. Oktober–5. November 1942) war das Ergebnis sorgfältiger alliierter Planung, materieller Überlegenheit und der Ausnutzung logistischer Schwächen der Achsenmächte. Ihr Ausgang leitete die Rückeroberung Nordafrikas durch die Alliierten ein und markierte einen deutlichen Wendepunkt im Kriegsgeschehen.