Gewöhnlich ist ein automatisches Gewehr ein Gewehr, das kontinuierlich eine Kugel abfeuert, solange der Abzug gedrückt wird. Patronenhülsen werden ausgeworfen und neue Patronen werden automatisch in das Patronenlager geladen. Die meisten automatischen Gewehre sind jedoch so konstruiert, dass sie sowohl halb- als auch vollautomatisch feuern können. Dies wird als selektives Feuer bezeichnet. Sie feuern auch Geschosse aus einem Magazin. Diese Eigenschaften unterscheiden sie von anderen automatischen Feuerwaffen wie Maschinengewehren und Maschinenpistolen.
Funktionsweise
Ein automatisches Gewehr nutzt die Energie eines Schusses, um den Verschluss zu öffnen, die verbrauchte Hülsen auszuwerfen und eine neue Patrone in das Patronenlager zu laden. Die Energiegewinnung kann auf verschiedenen Prinzipien beruhen:
- Gasdruckbetrieb: Ein Teil der Pulvergase wird durch einen Kanal zum Verschluss oder Kolben geleitet und treibt dort die Verschlussbewegung an (z. B. viele moderne Sturmgewehre).
- Rückstoß- bzw. Rückstoßlader: Der Rückstoß der gesamten Waffe oder von Bauteilen wird genutzt, um den Verschluss zurückzuziehen (häufig bei älteren Entwürfen).
- Blowback: Die austretenden Gase drücken direkt auf den Verschluss; diese Methode wird meist bei geringkalibrigen Waffen angewendet.
Wesentliche Bauteile sind Verschluss, Verschlussfang, Auswerfer und Magazin sowie gegebenenfalls ein Gasrohr oder Gaszylinder. Der Zyklus aus Laden, Verriegeln, Schießen, Entsichern, Entriegeln und Auswerfen läuft beim automatischen Feuer wiederholt ab, solange der Abzug gedrückt wird und noch Munition im Magazin vorhanden ist.
Betriebsarten
- Halbautomatisch: Ein Schuss pro Abzugsbetätigung.
- Vollautomatisch: Fortlaufendes Schießen, solange der Abzug gedrückt wird.
- Burst-Feuer: Vorprogrammierte Schussfolgen (z. B. 2- oder 3-Schuss-Salven) pro Abzugsbetätigung.
Die meisten militärischen Dienstwaffen bieten selektives Feuer, also die Möglichkeit, zwischen diesen Modi zu wählen. Die Feuerrate (Zyklen pro Minute) sowie Rückstoß und Treffergenauigkeit sind wichtige Kennwerte.
Unterschiede zu Maschinengewehren und Maschinenpistolen
- Maschinengewehr: Für anhaltende Feuerüberlegenheit ausgelegt, oft schwerer, mit Gürtelzufuhr möglich und zur Stützfeuergabe bestimmt. Beispiele: MG42, PKM.
- Maschinenpistole (Maschinenpistolen): Feuernde Handfeuerwaffen im Pistolenkaliber, kompakter, für Nahbereich und kurze Distanzen gedacht (z. B. MP5).
- Automatisches Gewehr / Sturmgewehr: In der Regel an einzelschuss- und Dauerfeuer angepasst, mit Magazinladung und auf Zielentfernungen typischerweise von einigen hundert Metern wirksam. Viele moderne automatische Gewehre, oft als Sturmgewehre bezeichnet, verwenden Zwischenkaliber (intermediate cartridges) und sind ausgelegt für Mobilität und Vielseitigkeit.
Beispiele
Typische Vertreter, die unterschiedliche Klassen demonstrieren:
- Sturmgewehre / automatische Gewehre: AK-47, M16 — selektives Feuer, Magazinladung, für Infanterie gedacht.
- Automatische Gewehre in historischer Bedeutung: Browning Automatic Rifle (BAR) — frühes automatisches Gewehr für halb- bis vollautomatischen Einsatz, schwerer und länger als heutige Sturmgewehre.
- Maschinengewehr: MG34, MG42, PK — für dauerfeuer und Unterstützungsschießen konzipiert.
- Maschinenpistolen: MP5, Uzi — kompakte, pistolenkalibrige automatische Waffen.
Sicherheit, Rechtliches und Einsatz
Vollautomatische Waffen unterliegen in den meisten Ländern strengen gesetzlichen Beschränkungen; zivile Besitzer erhalten meist nur halbautomatische Varianten oder benötigen spezielle Genehmigungen. Militärischer Einsatz folgt klaren Regeln zur Unterbindung von Kollateralschäden und zur taktischen Verwendung (z. B. Salven für Feuerüberlegenheit, Einzelschüsse für Präzision).
Wartung und Bedienung
Regelmäßige Reinigung, Kontrolle von Verschleißteilen (Federn, Verschluss, Gasbohrung) und korrektes Schmieren sind für Funktionstüchtigkeit und Sicherheit unerlässlich. Unsachgemäße Handhabung erhöht das Risiko von Fehlfunktionen oder Unfällen.
Zusammenfassend ist ein automatisches Gewehr eine Waffe, die ihre Lade- und Auswurfvorgänge automatisch ausführt und je nach Modell in mehreren Betriebsarten feuern kann. Wesentliche Unterscheidungsmerkmale zu Maschinengewehren und Maschinenpistolen sind Kaliber, Einsatzzweck, Bauweise und Zuführungsart der Munition.

