Queer as Folk – US/kanadische Drama-Serie (2000–2005) über schwules Leben
Queer as Folk (2000–2005): Provokantes, emotionales Drama über Freundschaft, Liebe und Alltag schwuler Männer in Pittsburgh — wegweisend für queere TV-Darstellung.
Queer as Folk ist eine amerikanisch-kanadische Drama-Fernsehserie, die von 2000–2005 auf dem Kabelsender Showtime ausgestrahlt wurde. Sie ist ein Remake des britischen Originals von Russell T. Davies und wurde für den nordamerikanischen Markt von Ron Cowen und Daniel Lipman umgesetzt. Die Serie verfolgt das Leben mehrerer schwuler Männer, die in Pittsburgh, Pennsylvania, leben; gedreht wurde die Produktion aus Kostengründen jedoch in Toronto, Kanada, gedreht. Nach der Ausstrahlung der ersten Episode entwickelte sich die Serie schnell zur meistgesehenen Sendung des Showtime-Netzwerks in den Vereinigten Staaten, trotz und teilweise wegen ihrer offen gezeigten und kontrovers diskutierten Darstellungen des schwulen Lebens.
Handlung
Die Serie folgt einem Ensemble von Freunden und Bekannten, deren Leben sich um Arbeit, Beziehungen, Sex, Freundschaft und Familie dreht. Zentrales Motiv ist das Nachtleben rund um den Club „Babylon“, das als Treffpunkt und Handlungsort viele Geschichten verbindet. Queer as Folk behandelt dabei neben Liebesgeschichten auch ernstere Themen wie HIV/AIDS, Coming-out-Prozesse, Diskriminierung, Suchtprobleme, Elternschaft, rechtliche Fragen und politische Auseinandersetzungen.
Figuren und Besetzung
- Brian Kinney – charismatischer, selbstbewusster Geschäftsmann (gespielt von Gale Harold).
- Justin Taylor – ein junger Künstler, dessen Coming-out und Erwachsenwerden eine zentrale Rolle spielt (Randy Harrison).
- Michael Novotny – langjähriger Freund im Zentrum der Gruppe, teils humorvoll, teils dramatisch (Hal Sparks).
- Emmett Honeycutt – extrovertierter, dramatischer Freundeskreis-Mitarbeiter (Peter Paige).
- Ted Schmidt – ruhiger, oft verletzlicher Freund mit eigenen Problemen (Scott Lowell).
- Debbie Novotny – engagierte Mutterfigur und Verbündete der Community (Sharon Gless).
- Ben Bruckner – einer der zentralen Partner-Charaktere (Robert Gant).
Produktion
Die Serie lief über fünf Staffeln (2000–2005) und wurde in Toronto gedreht, weil dort die Produktionskosten niedriger waren und geeignete Drehorte für das fiktive Pittsburgh leichter verfügbar waren. Die Produktion zeichnete sich durch vergleichsweise hohen Produktionsstandard für Kabel-Drama sowie durch eine deutlich explizitere Darstellung von Sexualität als viele zeitgleiche Netzformate aus.
Rezeption und Kontroversen
Queer as Folk wurde sowohl gelobt als auch kritisiert. Befürworter hoben die ungeschönte Darstellung schwuler Leben, die Sichtbarkeit der LGBTQ+-Community und die Vielschichtigkeit mancher Figuren hervor. Kritiker beanstandeten zum Teil die expliziten Sexszenen, Stereotypisierungen oder die Glorifizierung eines exzessiven Lebensstils. Gleichzeitig erreichte die Serie hohe Einschaltquoten für Showtime und löste öffentliche Debatten über Darstellung und Akzeptanz sexueller Minderheiten in den Medien aus.
Bedeutung und Vermächtnis
Die Serie gilt als Meilenstein der queeren Fernsehlandschaft in Nordamerika, weil sie homosexuelle Hauptfiguren in den Mittelpunkt stellte und Themen behandelte, die zuvor selten in Mainstream-Serien ausführlich gezeigt wurden. Sie trug dazu bei, in der Öffentlichkeit Gespräche über LGBTQ+-Rechte, Gesundheitsthemen und familiäre Beziehungen anzustoßen und beeinflusste spätere Produktionen, die Diversität und queere Themen sichtbarer machten.
Hauptbesetzung (in alphabetischer Reihenfolge)
| Schauspieler | Zeichen |
| Michelle Clunie | Melanie Marcus |
| Robert Gant | Ben Bruckner |
| Thea Gill | Lindsay Peterson |
| Scharon Gless | Debbie Novotny |
| Gale Harold | Brian Kinney |
| Randy Harrison | Justin Taylor |
| Scott Lowell | Theodore (Ted) Schmidt |
| Peter Paige | Emmett Honigschnitz |
| Hal Funken | Michael Novotny |
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