Baobab ist der gebräuchliche Name für Bäume der Gattung Adansonia. Heute werden in dieser Gattung neun Arten anerkannt: sechs davon sind endemisch in Madagaskar, zwei kommen auf dem afrikanischen Festland vor und eine Art ist in Australien heimisch. Baobabs wurden außerdem außerhalb ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets eingeführt, zum Beispiel in Indien.
Begriff und Verbreitung
Der deutsche Name Affenbrotbaum leitet sich vom Fruchtfleisch der Früchte ab, das in einigen Regionen als Nahrungsmittel dient. Weitere gebräuchliche Namen sind „Boab“, „Flaschenbaum“ oder „Baum des Lebens“.
- Gattung: Baumgattung Adansonia
- Artenzahl: neun anerkannte Arten
- Verbreitung: Madagaskar (mehrere endemische Arten), Afrika (Festland), Australien; auch in tropischen Kulturlandschaften weltweit angepflanzt
Merkmale
Baobabs sind auffällige, meist großwüchsige, oft kurzstam-mige Bäume mit einem dicken, oft in die Breite wachsenden Stamm. Typische Merkmale:
- Wuchshöhe: meist 5–30 m
- Stammdurchmesser: in Ausnahmefällen mehrere Meter bis über 10 m
- Wasserreservoir: Der Stamm kann große Mengen Wasser speichern; Schätzungen nennen Werte bis zu etwa 120.000 Liter
- Laubfall: die meisten Arten sind saisonal laubabwerfend und tragen lange kahle Kronen in Trockenzeiten
- Blüten und Bestäubung: große, oft nachts geöffnete Blüten; Bestäuber sind je nach Art und Region Fledermäuse, Schmetterlinge oder auch Lemuren
Ökologie
Baobabs sind an trockene und saisonal wechselnde Klimata angepasst. Sie spielen in ihren Ökosystemen mehrere wichtige Rollen:
- Lebensraum und Nahrungsquelle für Tiere (Früchte, Blütennektar, Höhlen im Stamm)
- Speicherung von Wasser und Nährstoffen, die das Überleben in Trockenzeiten erleichtern
- Beeinflussung lokaler Boden- und Feuchtigkeitsverhältnisse
Nutzung und kulturelle Bedeutung
Baobabs werden lokal vielseitig genutzt und sind kulturell bedeutsam:
- Nahrung: Früchte (manchmal „Affenbrot“ genannt), Samen und junge Blätter werden in vielen Regionen als Nahrungsmittel verwendet.
- Werkstoffe: Rinde wird traditionell zur Herstellung von Fasern und Seilen genutzt; Hohlräume im Stamm dienen als Lager oder Unterkunft.
- Medizin: In vielen Kulturen finden Teile des Baumes Verwendung in traditionellen Heilverfahren.
- Kulturelle Symbole: Baobabs erscheinen in Mythologie, Liedern und als markante Landschaftselemente.
Erhaltung und Bedrohungen
Der Erhaltungszustand der einzelnen Arten variiert. Mehrere Adansonia-Arten sind durch Lebensraumverlust, Abholzung, Umwandlung von Landnutzung und lokal durch Klimawandel beeinträchtigt.
- Bedrohungsfaktoren: Rodung, Brandrodung, Übernutzung, invasive Arten und veränderte Regenmuster
- Maßnahmen: Schutz von Lebensräumen, Forschung zu Vermehrung und Wiederansiedlung sowie Bewusstseinsbildung in lokalen Gemeinden
Kultivierung
Baobabs lassen sich aus Samen ziehen und sind wegen ihrer Trockenresistenz für Aufforstungsprojekte in ariden Gebieten interessant. Wichtige Hinweise zur Kultivierung:
- Aussaat: Samen keimen nach Vorbehandlung zuverlässig; Keimlinge wachsen langsam.
- Standort: sonnig, gut drainierter Boden; vertragen lange Trockenzeiten.
- Wachstum: junge Pflanzen benötigen Schutz vor Fraß und zu starker Feuchtigkeit, ausgewachsene Bäume sind sehr widerstandsfähig.
Zusammenfassung
Baobabs (Adansonia) sind markante, oft sehr langlebige Bäume, die wichtige ökologische, kulturelle und wirtschaftliche Funktionen in den Regionen übernehmen, in denen sie wachsen. Ihre einzigartige Morphologie mit den dicken, wasserführenden Stämmen macht sie zu Symbolen der Anpassung an trockene Lebensräume.
Weiterführende Informationen zur Gattung finden sich in Einträgen zu Baumgattung und in regionalen Beschreibungen, etwa zu Madagaskar, dem afrikanischen Festland, Australien und zu eingeführten Beständen in Indien.


