Sic ist ein lateinisches Wort, das „so“, „auf diese Weise“ oder „als solches“ bedeutet. In Zitaten wird es verwendet, um anzuzeigen, dass eine falsche, ungebräuchliche oder auffällige Schreibweise, Phrasierung, Interpunktion oder anderes zitiertes Material wörtlich (Wort für Wort) aus der Originalquelle übernommen wurde. In der Praxis setzt man es üblicherweise in eckige Klammern und oft kursiv – [sic] – direkt nach dem betreffenden Wort oder Ausdruck; so wird deutlich, dass der Fehler oder die Besonderheit nicht vom Zitierenden eingefügt wurde. Schrift wird es daher zur Klarstellung eingesetzt, wenn der exakte Wortlaut beibehalten werden soll.

Aussprache

Historisch wurde sic manchmal wie das englische Wort „seek“ (/siːk/) ausgesprochen; heute wird es im englischen Sprachgebrauch meist wie „sick“ (/sɪk/) gesprochen. In deutschsprachigen Kontexten hört man sowohl [sik] als auch die Angleichung an die englische Kurzvokal-Aussprache [sɪk]. Die genaue Lautung ist aber nicht entscheidend für die richtige Verwendung im Schriftbild.

Richtige Verwendung beim Zitieren

  • Platzierung: Setzen Sie [sic] unmittelbar nach dem Wort oder Ausdruck, der so übernommen wurde. Beispiel:

    Original: „Die Kinder hatte viel Spaß.“

    Zitierend: „Die Kinder hatte [sic] viel Spaß.“ — damit zeigen Sie, dass die fehlerhafte Grammatik aus der Quelle stammt.

  • Form: Üblich sind eckige Klammern [sic]. Manche Stilrichtlinien fordern keine Kursivierung, andere erlauben sie; wichtig ist die eindeutige Kennzeichnung.
  • Was nicht verändert werden darf: Ziel ist die wörtliche Wiedergabe des Originals. Setzen Sie [sic] nur, wenn Sie tatsächlich den ursprünglich falschen oder ungewöhnlichen Wortlaut beibehalten.
  • Alternative Hinweise: Wenn Sie die Korrektur direkt angeben wollen, können Sie statt [sic] eine Korrektur in eckigen Klammern ergänzen, z. B. [richtig: hatten] oder [recte: hatten]. Das ist oft hilfreicher als ein bloßes [sic], weil der Leser sofort die korrekte Form sieht.

Beispiele

Fehlerhafte Originalform und Zitierweise mit [sic]:

Originalquelle: „Die Fotos ist sehr schön.“

Zitierter Auszug: „Die Fotos ist [sic] sehr schön.“ — Hinweis: hier markiert [sic] die grammatische Inkongruenz („Fotos“ — Mehrzahl, „ist“ — Einzahl).

Stil und Höflichkeit

  • Verwenden Sie [sic] sparsam. Häufiger Gebrauch kann belehrend oder spöttisch wirken.
  • Wenn möglich und angemessen, ist eine erklärende Fußnote oder eine Klammerkorrektur hilfreicher als allein [sic], da sie Kontext liefert und Missverständnisse vermeidet.
  • In wissenschaftlichen oder journalistischen Texten dient [sic] der Genauigkeit und Transparenz — es ist kein Hinweis auf persönliche Wertung.

Praxis-Tipps

  • Prüfen Sie, ob der vermeintliche Fehler tatsächlich aus der Quelle stammt (z. B. Druckfehler, Dialekt, alter Schreibstil, bewusste Formulierung).
  • Wenn der Fehler den Lesefluss stört oder missverständlich ist, erklären Sie ihn in einer Fußnote statt nur [sic] zu setzen.
  • Beachten Sie die Vorgaben Ihrer Redaktion, Ihres Verlages oder Ihrer wissenschaftlichen Disziplin zur Formatierung (Kursivierung, Klammerart etc.).

Zusammenfassend: [sic] ist ein nützliches Mittel, um die wörtliche Übernahme auffälliger Originalformen zu kennzeichnen. Richtig eingesetzt trägt es zur Quellen-Treue und Klarheit bei; unbedacht oder übertrieben eingesetzt kann es dagegen als unnötig spöttisch wahrgenommen werden.