In der Kryptographie ist eine Stromchiffrierung eine symmetrische Schlüsselchiffrierung, bei der Klartextbits mit einem pseudozufälligen Chiffrierbitstrom (Schlüsselstrom) unter Verwendung einer Exklusiv-Oder-Operation (xor) kombiniert werden. Bei einer Stromchiffrierung werden die Klartextziffern einzeln verschlüsselt, und die Umwandlung aufeinanderfolgender Ziffern variiert während des Verschlüsselungsstatus. Ein alternativer Name ist eine Zustands-Chiffre, da die Verschlüsselung jeder Ziffer vom aktuellen Zustand abhängig ist. In der Praxis sind die Ziffern in der Regel einzelne Bits oder Bytes.

Stream-Chiffren stellen einen anderen Ansatz zur symmetrischen Verschlüsselung dar als Block-Chiffren. Blockchiffrierungen arbeiten mit großen Blöcken fester Länge. Stream-Chiffren arbeiten in der Regel mit einer höheren Geschwindigkeit als Blockchiffren und haben geringere Hardware-Anforderungen. Allerdings können Stream-Chiffren bei falscher Verwendung zu ernsthaften Sicherheitsproblemen führen; so darf insbesondere der gleiche Ausgangszustand nie zweimal verwendet werden.

Eine Stromchiffrierung verwendet einen viel kleineren und bequemeren kryptographischen Schlüssel, zum Beispiel 128-Bit-Schlüssel. Auf der Grundlage dieses Schlüssels erzeugt sie einen pseudozufälligen Schlüsselstrom, der ähnlich wie beim One-Time-Pad-Verschlüsselungsalgorithmus mit den Klartextziffern kombiniert werden kann. Da der Schlüsselstrom jedoch pseudozufällig und nicht wirklich zufällig ist, kann die mit dem One-Time-Pad verbundene Sicherheit nicht angewendet werden, und es ist durchaus möglich, dass eine Stromchiffrierung völlig unsicher ist.