Der Super Bowl I war das erste Meisterschaftsspiel im professionellen American Football und wurde damals offiziell als Erstes AFL-NFL-Weltmeisterschaftsspiel bezeichnet. Es fand am 15. Januar 1967 im Los Angeles Memorial Coliseum in LosAngeles, Kalifornien, statt. Der Meister der National Football League (NFL), die Green Bay Packers, besiegte den Meister der American Football League (AFL), die Kansas City Chiefs, mit dem Endstand 35–10. Als wertvollster Spieler (MVP) des Spiels wurde der Quarterback der Packers, Bart Starr, ausgezeichnet.
Hintergrund
Das Spiel war das erste direkte Aufeinandertreffen der Meister der beiden großen nordamerikanischen Profiligen vor der endgültigen Fusion zur NFL. Die AFL, gegründet 1960, hatte in den Jahren zuvor mit der NFL um Spieler und Zuschauer konkurriert; aus dieser Konkurrenz entstand 1966 die Vereinbarung, die Meister beider Ligen am Saisonende in einem gemeinsamen Endspiel gegeneinander antreten zu lassen. Der gebräuchliche Name „Super Bowl“ wurde später populär und prägte sich durch Personen wie Lamar Hunt, den Gründer der Chiefs; ursprünglich trug die Partie noch die formellere Bezeichnung „AFL-NFL World Championship Game“.
Teams und Schlüsselpersonen
- Green Bay Packers – Trainer: Vince Lombardi. Schlüsselspieler: QB Bart Starr (MVP), das starke Laufspiel und eine erfahrene Verteidigung prägten das Team.
- Kansas City Chiefs – Trainer: Hank Stram. Schlüsselspieler: QB Len Dawson. Die Chiefs waren Vertreter der AFL und zeigten trotz Niederlage gute Ansätze.
Spielverlauf
Die Packers dominierten überwiegend das Spiel, sowohl offensiv als auch defensiv, und bauten ihre Führung schrittweise aus. Green Bay kontrollierte Tempo und Ballbesitz, was letztlich zum deutlichen 35–10-Endstand führte. Bart Starr leitete mehrere erfolgreiche Angriffe und sicherte sich mit konstantem, fehlerfreiem Spiel die Auszeichnung als MVP.
Übertragung und Zuschauerzahlen
Das Spiel wurde gleichzeitig auf den beiden damals ligaexklusiven Fernsehsendern übertragen: auf NBC (AFL-Rechte) und auf CBS (NFL-Rechte). Es ist der einzige Super Bowl, der auf zwei Fernsehsendern gleichzeitig ausgestrahlt wurde; jeder Sender verwendete sein eigenes Kommentarteam. Auf CBS waren Ray Scott, Jack Whitaker und Frank Gifford zu hören, auf NBC kommentierten Curt Gowdy und Paul Christman.
Das Los Angeles Memorial Coliseum bot rund 94.000 Sitzplätze, doch das Spiel war nicht ausverkauft: Die offizielle Zuschauerzahl lag bei etwa 61.946, wodurch rund 33.000 Plätze leer blieben. Damit ist Super Bowl I bis heute der einzige Super Bowl, der keine ausverkaufte Zuschauerkulisse verzeichnete.
Bedeutung und Nachwirkung
Super Bowl I markierte den Beginn einer Tradition, die sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem der wichtigsten Sportereignisse der Welt entwickelte. Das Spiel stärkte die Wahrnehmung der AFL als ernstzunehmender Wettbewerber und trug zur Akzeptanz und Vorbereitung der endgültigen Liga-Fusion bei. In der Rückschau gilt der erste Super Bowl als historischer Meilenstein im US-Sport, nicht nur wegen des sportlichen Ergebnisses, sondern auch wegen seiner kulturellen und wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Entwicklung des professionellen Footballs.