Tamburin – Bau, Geschichte, Spieltechniken und Verwendung
Das Tamburin ist ein kleines Rahmentrommel-Instrument mit Schellen, verbreitet in Volksmusik, Orchester- und Popmusik sowie in der musikalischen Früherziehung.
Das Tamburin ist eine tragbare Rahmentrommel, die durch eine Kombination aus Fell und klingenden Schellen charakterisiert ist. Typisch ist ein runder Rahmen aus Holz oder Kunststoff, in dem in regelmäßigen Abständen kleine Metallpaare sitzen, die beim Schütteln oder Anschlagen klingende Akzente liefern. Diese Schellen werden auch als Zills bezeichnet; nähere Informationen zu solchen Metallteilen finden Sie unter Schellen.
Bildergalerie
10 BilderBau und typische Bauteile
Die Grundbestandteile sind übersichtlich:
- Rahmen: Meist aus leichtem Holz oder Kunststoff, ergonomisch geformt zum Halten.
- Trommelfell: Aus Tierhaut oder synthetischem Material; bei einigen Modellen fehlt das Fell ganz.
- Schellen (Jingles): Kleine Metallpaare in Schlitzen, die den typischen Klang erzeugen.
- Griff/Bohrung: Manche Tamburine haben eine Grifföffnung oder Gummiringe zur besseren Handhabung.
Geschichte und geografische Herkunft
Rahmentrommeln mit Schellen gehören zu den ältesten Musikinstrumenten und finden sich in vielen Kulturen. Die heute geläufige Form kam vermutlich über den arabischen Kulturraum nach Europa; Einflüsse aus dem Nahen Osten und Nordafrika sind in der historischen Entwicklung nachweisbar. Wege der Verbreitung führten in das mittelalterliche und frühneuzeitliche Europa, insbesondere über Handels- und Kulturzentren. In Südeuropa erhielt das Instrument früh festen Fuß, vor allem in Italien und Spanien, und wurde in volkstümlichen und religiösen Kontexten genutzt. Eine Verbindung zu arabischen Musikinstrumenten besteht; Studien zur Verbreitung verweisen auf den Einfluss der arabischen Traditionslinien.
Spieltechniken
Das Tamburin lässt sich auf vielfältige Weise spielen: man kann es schütteln, mit der Handfläche oder den Fingern anschlagen, am Rand schlagen oder einen Roll mit den Fingern ausführen, um einen kontinuierlichen Sizzle-Effekt zu erzeugen. Unterschiedliche Anschlagorte, Druck und Winkel verändern Klangfarbe und Lautstärke. In der Praxis kombinieren Perkussionistinnen oft Schlag- und Schüttelbewegungen, um rhythmische Vielfalt zu erreichen.
Verwendung und Bedeutung
Das Tamburin kommt in vielen Musikstilen vor: in der Volksmusik, in Orchesterstücken als Effektinstrument, in Pop- und Rockproduktionen sowie in lateinamerikanischen Varianten wie dem Pandeiro. Es ist leicht zu erlernen und deshalb ein häufig eingesetztes Instrument in der musikalischen Früherziehung und im Schulunterricht; pädagogische Modelle und Anschaffungsinfos finden Sie unter Schulen. Zudem wird es bei Tänzen, Zeremonien und in Popularmusik eingesetzt.
Unterscheidungen und bemerkenswerte Varianten
Wichtige Unterscheidungen betreffen das Vorhandensein oder Fehlen eines Fells (»kopflose« Tamburine), die Anzahl und Anordnung der Schellen sowie regionale Varianten wie das arabische Riq oder das brasilianische Pandeiro, die eigene Bau- und Spieltraditionen haben. Im Vergleich zu anderen Rahmentrommeln, etwa dem irischen Bodhrán, ist das Tamburin durch seine metallenen Schellen klanglich markanter und oft heller.
Wie man ein Tamburin spielt
Das Tamburin wird in der Regel in der Hand gehalten. Die Jingles können zum Klingen gebracht werden, indem man mit der anderen Hand gegen den Rahmen des Instruments schlägt oder das Instrument schüttelt. Oft hält der Spieler das Instrument hoch in der Luft. Das sieht nicht nur gut aus, sondern man kann es auch gut hören. Die andere Hand kann Rhythmen auf das Fell klopfen, wodurch es wie eine Trommel klingt und auch die Jingles erklingen. Sie kann mit den Fingerknöcheln, mit den Fingerspitzen, mit der flachen Hand oder mit dem Handrücken angeschlagen werden. Er kann auch gegen die Seite des Beines geschlagen werden. Ein guter Spieler mit einem guten Tamburin kann manchmal einen schönen Effekt mit einem "Daumenwirbel" erzeugen. Dazu wird die Daumenspitze leicht nass gemacht und dann schnell am Rand der Haut entlang bewegt, so dass der Daumen sehr schnell abprallt.
Es ist auch möglich, das Instrument mit dem Kopf nach oben auf den Schoss des Spielers oder auf einen Tisch oder Stuhl zu legen und mit den Fingern oder mit Trommelstöcken zu spielen.
Wenn ein Tamburin in einem Orchester verwendet wird, handelt es sich in der Regel nur um ein Tamburin, obwohl Berlioz in seiner Ouvertüre Le carnaval romain um zwei Tamburine bat. Es wird sehr oft in Musik verwendet, die italienisch oder spanisch klingt. Sie lässt Musik fast immer sehr lebendig klingen, zum Beispiel im zweiten Satz von Prokofjews erstem Violinkonzert.
Verwandte Artikel
Autor
AlegsaOnline.com Tamburin – Bau, Geschichte, Spieltechniken und Verwendung Leandro Alegsa
URL: https://de.alegsaonline.com/art/96191
