auf die sich Tethys beziehen kann:
- Tethys (Mythologie), eine Titanin in der griechischen Mythologie
- Tethys (Mond), ein natürlicher Satellit des Saturn
- Tethys-Ozean, ein Ozean aus dem Mesozoikum zwischen den Kontinenten Gondwana und Laurasia
- Tethys (Gastropode), Gattung der Gastropoden in der Familie Tethydidae
Tethys (Mythologie)
Tethys ist in der griechischen Mythologie eine Titanin, Tochter von Uranos (Himmel) und Gaia (Erde). Sie ist die Gattin und Schwester des Okeanos (Oceanus) und gilt als Mutter zahlreicher Flussgötter (die sogenannten Potamoi) und der Okeaniden, der Meeresnymphen. In der Hesiodischen Theogonie wird Tethys als Teil der älteren Göttergeneration erwähnt; sie verkörpert in der Mythologie die urtümliche, fruchtbare Kraft des Wassers. In bildlichen Darstellungen tritt sie seltener deutlich hervor als beispielsweise Rhea oder Gaia, ihr Name jedoch ist als mythologisches Symbol des Meeres und der Gewässer erhalten geblieben.
Tethys (Mond)
Tethys ist einer der inneren großen Monde des Planeten Saturn. Entdeckt wurde er 1684 von Giovanni Domenico Cassini. Wichtige Merkmale dieses Trabanten sind seine geringe Dichte (etwa 0,98 g/cm³), die auf eine Zusammensetzung überwiegend aus Wasser-Eis hindeutet, und seine relativ helle, stark verkraterte Oberfläche. Der Durchmesser liegt bei rund 1 060 km, der mittlere Abstand zu Saturn beträgt etwa 295 000 km und die Rotation ist gebunden (Tethys zeigt Saturn stets dieselbe Hemisphäre).
Bemerkenswerte Oberflächenstrukturen sind der große Einschlagskrater Odysseus (Durchmesser mehrere hundert Kilometer) und die gewaltige Schlucht Ithaca Chasma, die sich über Tausende von Kilometern erstreckt. Außerdem besitzt Tethys Troja‑ähnliche Begleiter (Ko-Orbitalmonde) wie Telesto und Calypso. Raumsonden wie Voyager und die Cassini-Mission haben Tethys aus nächster Nähe untersucht und wichtige Daten über Zusammensetzung, Geologie und Oberflächenstruktur geliefert.
Tethys-Ozean
Der Tethys-Ozean bezeichnet in der Geologie und Paläogeographie ein großes Meeresgebiet, das während des Mesozoikums zwischen den beiden Großkontinenten Gondwana (im Süden) und Laurasia (im Norden) lag. Er entstand im Zuge der Zerbrechung des Superkontinents Pangaea und spielte eine zentrale Rolle bei der Verbreitung von Meereslebewesen und beim Verkehr zwischen Ozeanen der damaligen Zeit.
Im Laufe der Erdgeschichte verengte und schloss sich die Tethys durch die Plattenbewegungen, was zur Herausbildung der heutigen Gebirgssysteme (z. B. Alpen, Himalaya) und zu Binnenmeeren wie dem Mittelmeer, dem Schwarzen Meer und dem Kaspischen Meer beitrug. Die Tethys war reich an mariner Fauna wie Ammonoideen und marinen Reptilien und ist daher für Paläontologen und Stratigrafen von großer Bedeutung, um die Entwicklung von Meeressedimenten und fossilen Lebensgemeinschaften des Mesozoikums zu verstehen.
Tethys (Gastropode)
Als Tethys wird außerdem eine Gattung von Schnecken (Gastropoden) in der Familie der Tethydidae bezeichnet. Es handelt sich dabei um größere, meist auffällige Nacktschnecken (Nudibranchia), die kein Gehäuse tragen und durch ihre Form sowie oft verzweigte oder fransige Kiemen und einen großen oralen Schleier gut erkennbar sind. Eine bekannte Art ist Tethys fimbria, die in gemäßigten Meeren, etwa im östlichen Atlantik und im Mittelmeer, zu finden ist.
Diese Tiere sind räuberisch und ernähren sich von sessilen Beutetieren wie Steinkorallen oder Tunicaten. Sie sind für Menschen ungefährlich, werden aber wegen ihrer Größe und Form von Naturkundlern und Unterwasserfotografen oft beachtet. Die Taxonomie dieser Gruppe wird weiterhin erforscht; Besonderheiten in Körperbau und Lebensweise machen die Gattung Tethys für die malakologische Forschung interessant.