Der Zauberer von Oz ist ein amerikanischer Musikfilm, produziert von MGM und 1939 von RKO veröffentlicht. Der Film basiert auf dem Kinderbuch "The Wonderful Wizard of Oz" von L. Frank Baum, das erstmals im Mai 1900 erschien. Erzählt werden die phantastischen Abenteuer des jungen Mädchens Dorothy in dem fernen Land Oz. Seit seiner Veröffentlichung wird der Film beständig wieder gesehen und gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Klassikern der Filmgeschichte.

Handlung (Kurzfassung)

Die junge Dorothy Gale wird durch einen Wirbelsturm mit ihrem Haus aus dem ländlichen Kansas in das farbenfrohe Land Oz getragen. Auf der Suche nach dem Zauberer von Oz, der ihr angeblich helfen kann, nach Kansas zurückzukehren, trifft sie auf den Strohpuppe (Scarecrow), den Blechmann (Tin Man) und den feigen Löwen (Cowardly Lion). Gemeinsam überwinden sie zahlreiche Hindernisse, darunter die böse Hexe des Westens, und lernen auf dem Weg viel über Mut, Herz und Verstand.

Besetzung und Figuren

Die Hauptrolle der Dorothy machte Judy Garland zum Star; zu den weiteren bekannten Darstellern gehören Ray Bolger (Strohpuppe), Jack Haley (Blechmann), Bert Lahr (feiger Löwe) und Margaret Hamilton (böse Hexe des Westens). Glinda, die gute Hexe, wurde von Billie Burke gespielt. Auch der Hund Toto ist eine einprägsame Figur des Films.

Produktion und Technik

Der Film gilt als Meilenstein der frühen Farbfilmtechnik: Der Wechsel von den sepia-gefärbten Szenen in Kansas zur leuchtenden Technicolor-Welt von Oz ist bis heute ikonisch. In der Produktion waren mehrere Regisseure und zahlreiche Spezialisten beteiligt; formal gilt Victor Fleming als Hauptregisseur. Kostüme, Maske und Kulissen, darunter die auffälligen Outfits der Munchkins und die aufwendigen Sets, trugen wesentlich zum visuellen Erfolg bei.

Musik und Auszeichnungen

Die Filmmusik und Lieder, vor allem das Lied "Over the Rainbow", haben sich tief in das kulturelle Gedächtnis eingeprägt. "Over the Rainbow" gewann den Oscar für den besten Originalsong; insgesamt wurde der Film mehrfach bei den Academy Awards nominiert und gewann mehrere Auszeichnungen. Die musikalische Arbeit von Komponist und Texter sowie das Orchester-Arrangement prägten den Erfolg des Films entscheidend.

Ausstrahlung, Rezeption und Kultstatus

Der Film wurde 1956 erstmals im Fernsehen ausgestrahlt und entwickelte sich durch regelmäßige Fernsehübertragungen zu einem festen Bestandteil der US-amerikanischen Feiertagskultur. Jahre lang war die Ausstrahlung rund um Thanksgiving bzw. im Weihnachtszeitraum ein Ereignis für ganze Familien und trug massiv zur Bekanntheit des Films bei. Die Library of Congress erkannte die Bedeutung des Films an und nahm ihn in das National Film Registry auf; durch die jahrzehntelangen Fernsehausstrahlungen gilt er außerdem als einer der meistgesehenen Filme der Geschichte.

Würdigung und Erhalt

1998 belegte der Film Platz sechs auf der Liste des American Film Institute's 100 Years... 100-Filme-Liste. Aufgrund seiner kulturellen, historischen und ästhetischen Bedeutung wurde er für die Bewahrung in der National Film Registry der Vereinigten Staaten ausgewählt. Umfangreiche Restaurierungen und sorgfältige Erhaltungsarbeiten sorgten dafür, dass die Bild- und Tonqualität des Films auch modernen Vorführungen und Heimmedien gerecht wird.

Einfluss

Der Einfluss von Der Zauberer von Oz reicht weit über das Kino hinaus: Figuren, Songs und Bildmotive prägen Literatur, Theateradaptionen, Musicals und die Popkultur. Werke wie das Musical "Wicked" und unzählige Remixes, Hommagen und Parodien zeugen von der anhaltenden Strahlkraft dieses Films. Judy Garlands Darstellung sowie das Lied "Over the Rainbow" wurden zu Synonymen für Hoffnung und Sehnsucht und sichern dem Film einen festen Platz im kollektiven Gedächtnis.