Watvogel ist ein in der Ornithologie gebräuchlicher Begriff für Vögel, die in flachem Wasser umherwandern. Manchmal werden sie auch als Küstenvögel bezeichnet. Sie gehören zur Ordnung der Charadriiformes, die Wasservögel sind. Zu den Charadriiformes gehören auch Seevögel mit Schwimmfüßen, die zur See gehen. Die evolutionären Beziehungen dieser Vögel sind sehr kompliziert.

Die meisten Watvögel leben in Feuchtgebieten oder Küstengebieten. Viele Arten der arktischen und gemäßigten Regionen sind stark wandernd, aber tropische Vögel sind oft ansässig. Einige der arktischen Arten, wie z.B. Little Pint, gehören zu den weitestreichenden Zugvögeln und verbringen die Nicht-Brütsaison auf der Südhalbkugel.

Die meisten Arten fressen kleine wirbellose Tiere, die aus Schlamm oder freiliegendem Boden gepflückt werden. Unterschiedliche Längen der Schnäbel ermöglichen es verschiedenen Arten, sich im selben Lebensraum zu ernähren, ohne in direkte Konkurrenz um Nahrung zu treten. Viele Watvögel haben empfindliche Nervenenden am Ende ihres Schnabels, mit denen sie im Schlamm oder weichen Boden versteckte Beutetiere aufspüren können. Einige grössere Arten, insbesondere solche, die an trockenere Lebensräume angepasst sind, nehmen grössere Beutetiere wie Insekten und kleine Reptilien auf.

Viele der kleineren Arten, die in Küstenlebensräumen vorkommen, werden oft als "Strandläufer" bezeichnet. Das kleinste Mitglied dieser Gruppe ist der kleinste Sandstrandläufer, dessen kleine adulte Tiere bis zu 15,5 Gramm wiegen und etwas mehr als 13 cm (5 Zoll) messen können. Die größte Art ist vermutlich der fernöstliche Brachvogel mit etwa 63 cm (25 Zoll) und 860 Gramm (1,9 lb), obwohl das Strand-Dickknie mit etwa 1 kg (2,2 lb) das schwerste ist.