Die NHL-Saison 1927-28 war die elfte Saison der National Hockey League. Zehn Mannschaften spielten jeweils 44 Spiele. Die New York Rangers gewannen den Stanley Cup gegen die Montreal Maroons und waren damit das erste Team mit Sitz in den Vereinigten Staaten seit Beginn der NHL und das erste seit dem Sieg der Seattle Metropolitans im Jahr 1917. In dieser Saison wurde die O'Brien-Trophäe wieder eingeführt, die früher an den Meister der NHL-Liga ging. Ursprünglich wurde sie zugunsten der Prince of Wales Trophy zurückgezogen. Die wiedereingeführte O'Brien-Trophäe ging an den Sieger der kanadischen Division, während die Prince of Wales-Trophäe an den Sieger der amerikanischen Division ging.

Saisonaufbau und Teilnehmer

Die Saison 1927/28 wurde in zwei Divisionen ausgetragen: die kanadische und die amerikanische Division. Jede der zehn Mannschaften absolvierte 44 Ligaspiele. Die Liga setzte damit ihren Expansionskurs in Nordamerika fort und festigte die Präsenz amerikanischer Teams.

  • Boston Bruins
  • Chicago Black Hawks
  • Detroit Cougars
  • New York Rangers
  • New York Americans
  • Pittsburgh Pirates
  • Montreal Canadiens
  • Montreal Maroons
  • Ottawa Senators
  • Toronto (Maple Leafs)

Zu den prägenden Spielern der Saison auf Seiten der Rangers zählten unter anderem die Brüder Bill und Bun Cook sowie Frank Boucher; Torhüter Lorne Chabot war eine wichtige Stütze im Rückhalt des Teams.

Playoffs und Finale

Die Playoffs wurden nach Saisonende im K.-o.-System ausgespielt. Die New York Rangers setzten sich letztlich gegen die Montreal Maroons durch und holten den Stanley Cup. Besonders bekannt wurde das Finale durch eine dramatische Szene: Als der Rangers-Torhüter Lorne Chabot verletzt ausfiel, griff Trainer Lester Patrick selbst ins Geschehen ein und stellte sich kurzfristig als Torwart zwischen die Pfosten. Dieses Ereignis ging in die Hockey-Geschichte ein und symbolisiert den Kampfgeist jener Mannschaft.

Bedeutung der Wiedereinführung der O'Brien-Trophäe

Die erneute Einführung der O'Brien-Trophäe war ein Zeichen dafür, dass die Liga ihre Traditionen pflegen, gleichzeitig aber die neue zweigeteilte Struktur (kanadische und amerikanische Division) anerkennen wollte. Die O'Brien-Trophäe wurde in dieser Saison an den Sieger der kanadischen Division vergeben, während die Prince of Wales Trophy an den Sieger der amerikanischen Division ging. Damit erhielten die Divisionsbesten zusätzliche Anerkennung neben dem Kampf um den Stanley Cup.

Insgesamt gilt die Saison 1927/28 als ein Wendepunkt: Die NHL festigte ihre nordamerikanische Präsenz, amerikanische Clubs gewannen an Bedeutung, und die sportlichen wie organisatorischen Entwicklungen dieser Spielzeit prägten die weitere Entwicklung der Liga.