Frank Donald Drake PhD (geb. 28. Mai 1930, gest. 2. September 2022) war ein amerikanischer Astronom (ein Wissenschaftler, der das Universum und das, was in ihm ist, studiert) und Astrophysiker (jemand, der die Physik der Astronomie studiert). Er ist vor allem dafür bekannt, dass er 1960 am ersten modernen SETI-Experiment (Search for ExtraTerrestrial Intelligence) teilnahm und die Drake-Gleichung aufstellte.
Leben und wissenschaftliche Laufbahn
Drake studierte und forschte in der Radioastronomie und spielte eine zentrale Rolle beim Aufbau und der Organisation von Beobachtungsprogrammen zur Suche nach außerirdischer Intelligenz. Er arbeitete an mehreren Universitäten und Observatorien und war eng mit großen Radioteleskopen und Projekten verbunden. In den 1960er und 1970er Jahren war er maßgeblich an der Entwicklung von Suchstrategien und an der Öffentlichkeitsarbeit für die Suche nach außerirdischem Leben beteiligt.
Project Ozma (1960) und frühe SETI-Arbeit
1960 leitete Drake das Experiment, das heute als Project Ozma bekannt ist. Dabei richtete er ein Radioteleskop auf nahegelegene sonnensystemähnliche Sterne (u. a. Tau Ceti und Epsilon Eridani), um nach schmalbandigen Radiosignalen zu suchen, die auf eine künstliche Quelle hindeuten könnten. Obwohl Project Ozma keine eindeutigen Signale entdeckte, war es historisch bedeutsam als erster systematischer Versuch, gezielt nach außerirdischer Intelligenz zu suchen, und legte den Grundstein für alle späteren SETI-Programme.
Die Drake-Gleichung
Die von Drake formulierte Gleichung ist weniger als exakte Rechnung zu verstehen, sondern vielmehr als Rahmen, um die Faktoren zu benennen, die die Zahl technischer Zivilisationen in unserer Galaxie beeinflussen. In ihrer üblichen Form lautet sie:
N = R* × fp × ne × fl × fi × fc × L
- R* = mittlere Sternentstehungsrate in unserer Galaxie
- fp = Anteil dieser Sterne mit Planetensystemen
- ne = mittlere Zahl von Planeten pro System, die lebensfreundliche Bedingungen bieten könnten
- fl = Anteil dieser Planeten, auf denen Leben tatsächlich entsteht
- fi = Anteil der Planeten mit Leben, auf denen intelligentes Leben entsteht
- fc = Anteil der Zivilisationen, die Technologien zur Kommunikation (z. B. Radiosignale) entwickeln
- L = mittlere Lebensdauer einer solchen technischen Zivilisation (in Jahren)
Indem man plausible Werte für diese Faktoren diskutiert, hilft die Gleichung, die Unsicherheiten und offenen Fragen rund um die Suche nach außerirdischem Leben zu strukturieren und Forschungsschwerpunkte zu setzen.
Arecibo, Arecibo-Nachricht und SETI-Institute
Drake war in mehreren großen Projekten der Radioastronomie engagiert und arbeitete eng mit dem Arecibo-Observatorium zusammen. 1974 wurde unter Beteiligung von Wissenschaftlern aus der Arecibo-Gemeinschaft die berühmte Arecibo-Nachricht gesendet — eine hoch gebündelte, binär codierte Nachricht, die in Richtung des Kugelsternhaufens M13 ausgestrahlt wurde. Drake trug zu den organisatorischen und technischen Diskussionen solcher Initiativen bei.
Außerdem war er Mitbegründer und später aktiver Unterstützer von Institutionen und Programmen, die sich der systematischen Suche nach außerirdischer Intelligenz widmen, darunter Initiativen, die Forschung, Technologieentwicklung und öffentliche Kommunikation verbinden.
Vermächtnis
Frank Drake gilt als einer der Pioniere der modernen SETI-Bewegung. Seine Arbeit verband theoretische Überlegungen (wie die Drake-Gleichung) mit praktischen Suchprogrammen (z. B. Project Ozma) und trug wesentlich dazu bei, SETI als ernstzunehmenden wissenschaftlichen Forschungszweig zu etablieren. Seine Initiative förderte interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Astronomen, Ingenieuren, Biologen und Informationstheoretikern und inspirierte zahlreiche Folgeprojekte und Generationen von Forschern.
Auch wenn die Suche nach einer eindeutig außerirdischen Nachricht bis heute nicht erfolgreich war, bleibt Drakes Einfluss auf die Methodik, die Fragestellungen und die öffentliche Wahrnehmung der Suche nach außerirdischer Intelligenz unbestritten.