Matthew Boulton FRS (3. September 1728 - 17. August 1809) war ein englischer Hersteller und der Geschäftspartner des schottischen Ingenieurs James Watt.
Im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts installierte die Partnerschaft Hunderte von Boulton & Watt Dampfmaschinen. Sie waren ein großer Fortschritt gegenüber dem Stand der Technik und ermöglichten die Mechanisierung von Fabriken und Mühlen. Boulton wandte moderne Techniken bei der Prägung von Münzen an, prägte Millionen von Stücken für Großbritannien und andere Länder und versorgte die Königliche Münzstätte mit moderner Ausrüstung.
Boulton wurde 1728 in Birmingham geboren und war der Sohn eines Birminghamer Herstellers kleiner Metallprodukte, der im Alter von 31 Jahren starb. Zu diesem Zeitpunkt hatte Boulton das Unternehmen bereits mehrere Jahre lang geleitet, und er baute es in der von ihm in der Nähe von Birmingham errichteten Soho-Manufaktur beträchtlich aus.
Als Watts Geschäftspartner, John Roebuck, nicht in der Lage war, eine Schuld gegenüber Boulton zu begleichen, akzeptierte er Roebucks Anteil an Watts Patent als Vergleich. Er setzte sich dann erfolgreich beim Parlament dafür ein, Watts Patent um weitere 17 Jahre zu verlängern. Dies ermöglichte der Firma die Vermarktung von Watts Dampfmaschine. Die Firma installierte Hunderte von Boulton & Watt-Dampfmaschinen in Großbritannien und im Ausland, zunächst in Bergwerken und dann in Fabriken.
Boulton war ein wichtiges Mitglied der Lunar Society, einer Gruppe von Männern aus den Mittelländern in den Bereichen Kunst, Wissenschaft und Theologie. Zu den Mitgliedern gehörten Watt, Erasmus Darwin, Josiah Wedgwood und Joseph Priestley. Die Gesellschaft traf sich jeden Monat in der Nähe des Vollmonds. Die Mitglieder der Gesellschaft entwickelten Konzepte und Techniken in Wissenschaft, Landwirtschaft, Fertigung, Bergbau und Transport, die den Grundstein für die industrielle Revolution legten.
Boulton gründete die Soho-Münzanstalt, die er an die Dampfkraft anpasste. Er versuchte, den schlechten Zustand der britischen Münzprägung zu verbessern. Nach mehrjährigen Bemühungen erhielt er 1797 einen Vertrag zur Herstellung der ersten britischen Kupfermünze in einem Vierteljahrhundert. Seine "Cartwheel"-Stücke waren gut gestaltet und schwer zu fälschen. Dazu gehörte die Erstprägung des großen Kupferpfennigs, der bis zur Dezimalisierung 1971 geprägt wurde. Er trat 1800 in den Ruhestand, führte aber seine Münzstätte weiter und starb 1809. Sein Bild erscheint neben James Watt auf der neuen 50-Pfund-£-Banknote der Serie F der Bank of England.


