Maurice Robert Gravel, besser bekannt als Mike Gravel (geboren am 13. Mai 1930), war ein einflussreicher amerikanischer demokratischer Politiker. Er trat 2008 kurzfristig der Libertarian Party bei (offiziell 2008–2010) und kehrte später wieder in die Demokratische Partei zurück. Gravel diente als Senator der Vereinigten Staaten von Alaska (1969–1981) und war zuvor Mitglied des Repräsentantenhauses von Alaska (1953–1966), dessen Sprecher er in den Jahren 1965–1966 war. Gravel verfolgte zweimal Präsidentschaftsambitionen und kandidierte bei den Vorwahlen 2008 und 2020.
Frühe Jahre und politischer Aufstieg
Gravel begann seine politische Laufbahn auf Staatsebene in Alaska, wo er sich bald einen Ruf als engagierter Verfechter von Bürgerbeteiligung und direkter Demokratie erarbeitete. In der Staatsvertretung stieg er rasch auf und wurde 1965 zum Sprecher gewählt. Sein Engagement für transparente Regierung und Bürgerbeteiligung legte den Grundstein für seine spätere bundespolitische Arbeit.
Senat und nationale Bekanntheit
Als US-Senator von Alaska machte sich Gravel vor allem durch seine Opposition zum Vietnamkrieg und durch seine Haltung zu Transparenz und Informationsfreiheit einen Namen. Berühmt wurde er 1971, als er Teile der sogenannten Pentagon Papers in das offizielle Protokoll des Kongresses einbrachte, um deren Veröffentlichung zu unterstützen und den öffentlichen Zugang zu den Dokumenten zu sichern. Diese Aktion trug wesentlich zu seiner nationalen Bekanntheit bei.
Politische Positionen und Initiativen
Gravel setzte sich zeitlebens für direkte Demokratie (z. B. die von ihm propagierte „National Initiative“), für Bürgerrechte, für Abrüstung und für eine Friedenspolitik ein. Er kritisierte wiederholt Geheimhaltung und Lobbyeinflüsse in Washington und sprach sich für größere Mitsprache der Bevölkerung in wichtigen politischen Entscheidungen aus. Seine Themen reichten von Abrüstung und Außenpolitik bis zu sozialen Fragen und Transparenzgesetzen.
Präsidentschaftskandidaturen 2008 und 2020
Bei der Präsidentschaftssuche 2008 trat Gravel als Außenseiter an und positionierte sich als Anti-Kriegs-Kandidat mit Schwerpunkt auf Transparenz und direkter Demokratie. Seine Kandidatur 2020 war weniger auf Wahlsieg als auf die Wiederbelebung seiner zentralen Anliegen ausgerichtet und zog unter anderem Aufmerksamkeit durch Internet-basierte Unterstützergruppen auf sich.
Vermächtnis und Persönlichkeit
Mike Gravel wird in Erinnerung behalten als kompromissloser Verfechter von Offenheit und Bürgerbeteiligung, der mit ungewöhnlichen Mitteln politische Debatten anstieß. Sein Vorgehen bei den Pentagon Papers und seine lebenslange Kritik an undurchsichtigen Machtstrukturen prägten sein öffentliches Bild. Gravel galt als politisch unabhängig denkender und oft unbequemer Zeitgenosse, der bewusst die Grenzen des parlamentarischen Betriebs auslotete, um größere Aufmerksamkeit für seine Anliegen zu erzeugen.
Persönliches
Gravel war zeitlebens politisch aktiv und blieb bis ins hohe Alter als Kommentator und Aktivist präsent. Er starb am 26. Juni 2021.