Die Präsidentschaftswahl 1972 fand zwischen dem amtierenden Präsidenten, Richard Nixon, und dem demokratischen Senator von South Dakota, George McGovern, statt. Nixon gewann die Wahl in einem überwältigenden Erdrutschsieg und sicherte sich die große Mehrheit der Wahlmännerstimmen. Der Wahlkampf war geprägt von innenpolitischen Themen, dem zunehmenden Widerstand gegen den Vietnamkrieg sowie dem bereits im Gang befindlichen Watergate-Skandal, der später erhebliche Folgen haben sollte.
Wahlergebnis
Das Ergebnis war eine der deutlichsten Mehrheiten in der Geschichte der USA:
- Wahlmännerstimmen: Nixon gewann 520 Wahlmännerstimmen, George McGovern erhielt 17 Wahlmännerstimmen. Zusätzlich erhielt John Hospers eine Wahlmännerstimme von einem abtrünnigen Wahlmann aus Virginia.
- Bundesstaaten: Nixon gewann 49 von 50 Bundesstaaten; McGovern gewann lediglich Massachusetts und den District of Columbia.
- Volksstimmen: Nixon erhielt etwa 47,17 Millionen Stimmen (ca. 60,7 %), McGovern ungefähr 29,17 Millionen Stimmen (ca. 37,5 %).
Verlauf und wichtige Ereignisse
Mehrere Ereignisse prägten den Wahlkampf:
- Der dritte Kandidat im Süden, George Wallace, wurde am 15. Mai 1972 bei einem Attentat schwer verletzt. Wallace überlebte zwar, blieb jedoch langfristig schwerbehindert und war damit für den weiteren Präsidentschaftswahlkampf außer Gefecht gesetzt.
- Bei den Demokraten kam es zu Turbulenzen auf der Vizepräsidentschaftsebene: Der ursprünglich nominierte Thomas Eagleton trat als Vizekandidat zurück, nachdem bekannt geworden war, dass er in der Vergangenheit psychiatrisch behandelt worden war, darunter auch Elektroschockbehandlungen. Er wurde durch Sargent Shriver ersetzt. Die Kontroverse schadete dem Eindruck von Geschlossenheit in McGoverns Kampagne.
- Der Watergate-Skandal spielte bereits eine Rolle in öffentlichen Debatten und in den Medien, hatte jedoch bis zum Wahltermin nicht verhindert, dass Nixon einen erdrutschartigen Sieg errang. Die Aufarbeitung des Skandals setzte sich nach der Wahl fort und mündete später in Nixons Rücktritt.
Bedeutung und Folgen
Der Wahlsieg von Nixon gilt als einer der größten Siege in der US-Wahlgeschichte. Für die republikanischen Kandidaten stellte dieses Ergebnis sowohl bei den Wahlmännerstimmen als auch beim Stimmenanteil bis zur Wahl von Ronald Reagan 1984 einen Rekord dar, als Reagan ebenfalls in einem gewaltigen Erdrutschsieg wiedergewählt wurde. Gleichzeitig zeigte die Wahl, dass ein Amtsinhaber trotz schwerer Vorwürfe (wie im Fall Watergate) kurzfristig weiterhin große Unterstützung erhalten kann — die volle politische Aufarbeitung des Skandals erfolgte erst nach der Amtsperiode und führte schließlich 1974 zum Rücktritt Nixons.
Insgesamt bleibt die Wahl von 1972 ein markantes Beispiel für eine Kombination aus persönlicher Popularität des Amtsinhabers, innerparteilicher Zerstrittenheit der Opposition und dem Einfluss außerordentlicher politischer Ereignisse auf kurzfristige Wahlergebnisse.



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