Bernard "Bernie" Sanders (geboren am 8. September 1941) ist ein amerikanischer Politiker und seit dem 3. Januar 2007 der Junior-Senator der Vereinigten Staaten von Amerika aus Vermont. Als politisch unabhängiger gehört er im Senat der demokratischen Fraktion an und stimmt häufig mit der Demokratischen Partei überein. Bekannt wurde er international durch seine beiden Kandidaturen für das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten in den Jahren 2016 und 2020 sowie durch seine klare Positionierung als demokratischer Sozialist.

Sanders wurde in Brooklyn, New York City, geboren. Er wuchs in einer jüdischen Familie auf; seine Eltern emigrierten aus Osteuropa. 1964 schloss er sein Studium an der Universität von Chicago mit einem Bachelor in Politikwissenschaft ab. Bereits während des Studiums engagierte er sich in der Bürgerrechtsbewegung und nahm 1963 am Marsch "Washington für Arbeit und Freiheit" teil, bei dem Martin Luther King jr. seine berühmte "I Have a Dream"-Rede hielt. Nach dem Studium zog Sanders nach Vermont, wo er sich als politischer Aktivist, Organisator und später als Lokalpolitiker etablierte.

Seine erste große gewählte Position war die des Bürgermeisters von Burlington, Vermont, wo er 1981 gewählt wurde und insgesamt vier Amtszeiten absolvierte. 1991 zog er in das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten ein und vertrat den großenKongressbezirk Vermont — insgesamt war er 16 Jahre lang Kongressabgeordneter. 2006 kandidierte er erfolgreich für den US-Senat und gewann die Wahl mit etwa 64,5% der Stimmen. Bei den folgenden Wiederwahlen 2012 und 2018 erhielt er erneut überwältigende Mehrheiten (nahe 71% bzw. fast 68%).

Politische Positionen und Ziele: Sanders definiert sich selbst als demokratischen Sozialisten und wirbt dafür, viele europäische Sozialdemokratie-Modelle auf die USA zu übertragen. Wichtige Schwerpunkte seiner Politik sind:

  • Bekämpfung der Einkommensungleichheit durch Steuerreformen und eine höhere Besteuerung großer Vermögen;
  • Einführung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung (häufig als "Medicare for All" bezeichnet), also einer staatlichen, einheitlichen Krankenversicherung;
  • Kostenlose oder kostenreduzierte öffentliche Hochschulbildung und Entlastung von Studentenschulden;
  • Einführung und Ausbau von Elternurlaub und anderen sozialen Sicherungsmaßnahmen;
  • Starke Maßnahmen gegen den Klimawandel, sozial gerechte Umweltpolitik und Unterstützung von grünen Investitionsprogrammen;
  • Einsatz für LGBT-Rechte, Bekämpfung von Rassenungleichheit und Reformen im Strafrecht;
  • Kritik an Massenüberwachung, Lobbyismus und dem übermäßigen Einfluss großer Konzerne auf die Politik.

Während seiner Senatszeit hat Sanders zahlreiche Gesetzesinitiativen und politische Vorschläge zu diesen Themen eingebracht oder mitgetragen. Er ist zudem seit Januar 2015 Mitglied des Haushaltsausschusses des Senats und wurde in Umfragen mehrfach als einer der beliebtesten Senatoren des Landes gesehen.

Präsidentschaftskampagnen 2016 und 2020: Am 30. April 2015 erklärte Sanders seine Kandidatur für die Präsidentschaftsnominierung der Demokratischen Partei bei den Präsidentschaftswahlen 2016 und startete die Kampagne offiziell am 26. Mai in Burlington. Seine Kampagnenpraxis unterschied sich deutlich von vielen Konkurrenten: Er lehnte erhebliche Unterstützung durch Super PACs ab und setzte stattdessen auf Millionen kleiner Spenden über seine Website. Bei den Vorwahlen der Demokraten 2016 gewann er 22 Vorwahlen und Organisationsversammlungen und errang etwa 45% der zugesagten Delegierten gegenüber rund 55% für Hillary Clinton. Am 12. Juli 2016 sprach er seine formelle Unterstützung für Clinton aus, obwohl er seine Bewegung weiter aktiv hielt; die endgültliche Nominierung gewann Clinton auf dem Parteitag Ende Juli.

Nach 2016 baute Sanders seine politische Organisation weiter aus: Er gründete Unsere Revolution, um progressive Kandidaten auf lokaler, staatlicher und nationaler Ebene zu unterstützen, und kündigte das Sanders Institute an, das seine politischen Ideen durch Medienprojekte und Forschung verbreiten soll. Im Februar 2017 startete er zudem das Webformat der Bernie Sanders Show auf Facebook, um politische Themen direkt mit der Öffentlichkeit zu diskutieren.

Am 19. Februar 2019 kündigte Sanders seinen zweiten Anlauf um die demokratische Nominierung für die Präsidentschaftswahlen 2020 an. Seine Kampagne sammelte mehr als vier Millionen Einzelspender — ein neuer Rekord für einen Präsidentschaftskandidaten — und brachte ihn Anfang 2020 kurzfristig in eine Führungsposition: Er gewann die ersten Vorwahlen und führte in nationalen Umfragen. Nach dem entscheidenden Superdienstag im März 2020 gelang es Joe Biden, eine überlegene Delegiertenbasis aufzubauen; Sanders beendete daraufhin seine Kampagne am 8. April 2020 und unterstützte später Biden im Wahlkampf.

Einfluss und Bedeutung: Unabhängig vom Wahlergebnis hat Sanders die politische Debatte in den USA nachhaltig beeinflusst. Forderungen nach einer universellen Gesundheitsversorgung, kostenfreiem Hochschulzugang, einem deutlich höheren Mindestlohn und stärkerer Regulierung von Finanzmärkten gehören seither selbst in der demokratischen Partei zu zentralen Themen. Seine Kampagnen mobilisierten vor allem jüngere und politisch bislang weniger beteiligte Wählerinnen und Wähler und trugen so zur Verschiebung des politischen Overtons nach links bei.

Privatleben: Sanders ist seit vielen Jahren in Vermont ansässig. Er ist mit Jane O'Meara Sanders verheiratet; aus früheren Beziehungen hat er einen Sohn, Levi Sanders. Neben seiner parlamentarischen Arbeit engagiert er sich auch weiterhin öffentlich für soziale Gerechtigkeit, Wahlrechtsreformen und eine stärkere politische Beteiligung von Basisbewegungen.

Diese Kurzbiografie fasst Sand ers’ öffentlichen Werdegang, zentrale politische Positionen und die Bedeutung seiner beiden Präsidentschaftskampagnen zusammen. Für detailliertere Informationen zu einzelnen Gesetzesinitiativen, Abstimmungsverhalten oder Biografischem können spezialisierte Quellen und seine offiziellen Verlautbarungen konsultiert werden.