Roe v. Wade war eine bahnbrechende Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA von 1971 - 1973. Das Gericht entschied, dass ein Staatsgesetz, das Abtreibungen (außer zur Rettung des Lebens der Mutter) verbietet, verfassungswidrig sei. Das Urteil machte Abtreibung unter vielen Umständen legal. In der Entscheidung hieß es, das Recht einer Frau auf Privatsphäre erstrecke sich auch auf den Fötus/das ungeborene Kind, das sie in sich trug. Nach Ansicht des Gerichts war ein Schwangerschaftsabbruch im ersten Trimester nicht gefährlicher als das Austragen des Fötus/Kindes während der gesamten Schwangerschaft. Die Entscheidung lautete 7:2, wobei der Oberste Richter Warren E. Burger und sechs weitere Richter für "Jane Roe" und die Richter William Rehnquist und Byron White dagegen stimmten.

Die Entscheidung spaltete die Nation und ist bis heute umstritten. Die Menschen teilten sich in Pro-Life- und Pro-Choice-Gruppen. Befürworter des Lebens argumentieren, dass das ungeborene Kind das gleiche Recht auf Leben hat wie andere Menschen, und die Regierung sollte eingreifen, um es zu schützen. Pro-Choice-Unterstützer glauben, dass das ungeborene Baby nicht dasselbe ist wie eine Person, und dass die Frau das Recht hat, zu entscheiden, was sie mit ihrem Körper tun will, und dass die Regierung nicht eingreifen sollte, um es zu schützen. Roe wurde durch eine spätere Entscheidung namens Webster v. Reproduktive Gesundheit (1989) eingeschränkt, die in einigen Fällen eine Regulierung der Abtreibung erlaubte. Mehrere Staaten haben Gesetze in Erwägung gezogen, die Abtreibungen insgesamt verbieten.