Sacha Noam Baron Cohen (geboren am 13. Oktober 1971) ist ein englischer Komiker, Schriftsteller und Schauspieler. Er wurde in Hammersmith in London geboren.
Frühes Leben und Ausbildung
Sacha Baron Cohen wuchs in einer jüdischen Familie in London auf. Er besuchte die Schule in Großbritannien und studierte anschließend Geschichte am Christ's College der University of Cambridge. Dort begann er, sich intensiv mit Improvisation und Comedy zu beschäftigen, was den Grundstein für seine späteren Figuren legte.
Da Ali G Show und die Figuren
Er drehte eine Fernsehserie namens Da Ali G Show, in der er drei bekannte Charaktere darstellte:
- Ali G - Ein englischer "Möchtegern"-Rapper (jemand, der etwas sein möchte, was er nicht ist). Ali G ist eine satirische Figur, die die Kultur und Sprache bestimmter Jugend- und Subkulturen parodiert und dabei oft Politiker, Experten und Prominente in Interviews in Verlegenheit bringt.
- Borat Sagdijew - Ein Nachrichtenreporter aus Kasachstan. Borat spricht bewusst mit einem erfundenen, klischeehaften Akzent und verwendet Phrasen, die meist nicht echtes Kasachisch sind, sondern zur komödiantischen Wirkung beitragen (bekannte Wendungen sind zum Beispiel "sehr nett" oder das lautmalerische "woo woo woo wiwa"). Die Figur ist provokativ und wurde bewusst eingesetzt, um Vorurteile und Reaktionen von Gesprächspartnern offenzulegen; dabei entstanden jedoch zahlreiche Kontroversen und Debatten über Ethik und Darstellung von Minderheiten. Einige der Lieder und Texte, die in der Rolle von Borat gesungen werden, enthalten absichtlich beleidigende und antisemitische Formulierungen als Teil der Satire; diese Texte dienen der Darstellung einer provokativen, fiktionalen Figur und sind nicht als ernsthafte Äußerungen zu verstehen.
- Bruno - Ein schwuler Mode-Reporter aus Österreich. Bruno ist eine überdrehte, provokante Parodie auf die Modewelt und die Medien, die ebenfalls oft in versteckten Interviews und Situationen mit realen Personen arbeitet.
Filme und internationale Bekanntheit
Er drehte auch einen Film über die Figur Borat mit dem Titel Borat: Cultural Learnings of America for Make Benefit Glorious Nation of Kazakhstan. Dieser Film machte Cohen zu einer internationalen Berühmtheit und löste intensive Diskussionen aus – sowohl wegen seines Humors als auch wegen der verwendeten Methoden.
Im Jahr 2009 drehte er einen Film über Bruno mit dem Titel Brüno. Der Film über Borat machte bei seinem Debüt rund 26,4 Millionen Dollar und war auch kommerziell sehr erfolgreich.
2012 spielte Cohen in Les Misérables in der Rolle des Thénardier und zeigte damit seine Bandbreite als Schauspieler auch in musikalisch-dramatischen Rollen.
Im Jahr 2012 drehte Cohen einen Film mit dem Titel Der Diktator, in dem er Admiral General Aladeen spielte.
Neben diesen Hauptwerken wirkte er in weiteren Filmen mit und entwickelte später auch das Format Who Is America? (2018), eine satirische Fernsehsendung, in der er erneut mehrere Figurengestalten nutzte, um politische und gesellschaftliche Themen zu kommentieren.
Stil, Satire und Kontroversen
Sacha Baron Cohens Arbeitsweise zeichnet sich durch improvisierte Dialoge, Versteckte-Kamera-Techniken und die Schaffung extremer, provokativer Figuren aus. Ziel seiner Satire ist es häufig, Vorurteile, Intoleranz oder Doppelmoral offenzulegen, indem er Gesprächspartner in ungewohnte Situationen bringt. Diese Methode brachte ihm großen Erfolg, führte aber auch zu zahlreichen Kontroversen:
- Mehrere verklagte Personen behaupteten, durch Täuschung in kompromittierende Szenen gelockt worden zu sein.
- Die Regierung von Kasachstan protestierte gegen die Darstellung ihres Landes im Borat-Film.
- Kritiker diskutierten ethische Grenzen der Satire, insbesondere wenn reale Personen bloßgestellt werden.
Cohen hat wiederholt verteidigt, dass seine Arbeiten satirisch gemeint seien und gesellschaftliche Missstände aufzeigen sollen; seine Befürworter betonen, dass die Filme oft die verborgenen Vorurteile und Unsicherheiten der Befragten offenlegen.
Privatleben und Auszeichnungen
Sacha Baron Cohen ist mit der Schauspielerin Isla Fisher verheiratet; das Paar hat mehrere Kinder. Seine Arbeit brachte ihm internationale Anerkennung, größere kommerzielle Erfolge und verschiedene Nominierungen sowie Auszeichnungen in der Film‑ und Fernsehwelt.
Sein Schaffen bleibt umstritten, zugleich gilt er als einer der einflussreichsten satirischen Schauspieler und Komiker seiner Generation, der das Genre der provokativen Versteckten-Kamera‑Satire nachhaltig geprägt hat.