Sebastian Newbold Coe, Baron Coe CH KBE (geboren am 29. September 1956, oft mit dem Spitznamen "Seb Coe" bezeichnet) ist ein ehemaliger Sportler und Politiker aus dem Vereinigten Königreich. Als Mittelstreckenläufer gewann Coe bei den Olympischen Spielen 1980 und 1984 die Goldmedaille über 1500 m und stellte im Verlauf seiner Karriere mehrere Weltrekorde auf – laut Angaben stellte er acht Freiluft- und drei Hallenweltrekorde auf. Er gilt weithin als einer der größten Mittelstreckenläufer aller Zeiten.

Sportliche Laufbahn

Coe begann seine internationale Karriere in den 1970er Jahren und entwickelte sich schnell zu einem dominanten Athleten über 800 m und 1500 m. Er war für seine taktische Intelligenz, seinen explosiven Endspurt und seine Fähigkeit bekannt, Rennen auf hohem Tempo zu kontrollieren. Bedeutend für seine Entwicklung war die enge Zusammenarbeit mit seinem Trainer, seinem Vater Peter Coe, der seine Trainingsphilosophie prägte. Während seiner aktiven Zeit zählte er zu den prägenden Figuren einer bemerkenswert starken britischen Mittelstreckengeneration, zu der auch Athleten wie Steve Ovett und Steve Cram gehörten.

Erfolge und Rekorde

Zu Coes wichtigsten Erfolgen gehören die zwei olympischen Titel (1500 m, 1980 und 1984) sowie zahlreiche Siege bei internationalen Meetings und Meisterschaften. Seine Vielzahl an Weltrekorden über verschiedene Strecken und in der Halle unterstreicht seine Dominanz in der Disziplin. Er wird in der Leichtathletikgeschichte wegen seiner herausragenden Leistungen und seines Einflusses auf die Mittelstreckenlauf-Technik hoch angesehen.

Politik und Sportverwaltung

Nach dem Ende seiner Laufbahn wandte sich Coe der Politik und später der Sportverwaltung zu. Von 1992 bis 1997 war er als Abgeordneter für die Konservativen Partei im britischen Parlament tätig. Seit dem Jahr 2000 ist er ein Lebensgefährte. Tatsächlich wurde er 2000 zum Life Peer erhoben (Baron Coe) und ist seither Mitglied des House of Lords.

Besonders bekannt wurde Coe als Leiter der Bewerbung Londons um die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 2012. Nachdem das Internationale Olympische Komitee die Spiele an London vergeben hatte, wurde er Vorsitzender des Londoner Organisationskomitees (LOCOG) und spielte eine zentrale Rolle bei der Planung und Durchführung der Spiele, die international als erfolgreich gewertet wurden.

Auf internationaler Ebene übernahm Coe mehrere Führungspositionen im Leichtathletikverband. 2007 wurde er zum Vizepräsidenten des Internationalen Leichtathletikverbands gewählt; später bekleidete er dort auch das Amt des Präsidenten (World Athletics) und prägte in diesen Funktionen die Politik und Reformen des Sports.

Auszeichnungen und Vermächtnis

Coe wurde für seine Verdienste vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit Ehren- und Rittertiteln (wie in den Kürzeln CH und KBE angezeigt). Sein Beitrag als Sportler, Politiker und Sportadministrator hat die Leichtathletik und die Organisation großer Sportereignisse nachhaltig beeinflusst. Er bleibt eine prägende Persönlichkeit im britischen und internationalen Sport.