Castres (okzitanisch: Castras) ist eine Gemeinde in der Region Midi-Pyrénées (seit 2016 Teil der Region Occitanie) im Südwesten Frankreichs. Sie ist die Sous-Präfektur (Hauptstadt) des gleichnamigen Arrondissements im Departement Tarn und bildet eines der regionalen Verwaltungs- und Dienstleistungszentren.
Castres ist (nach Toulouse, Tarbes und Albi) das viertgrößte Industriezentrum der hauptsächlich ländlichen Region Midi-Pyrénées und das größte in dem Teil des Languedoc zwischen Toulouse und Montpellier. Die Stadt kombiniert industrielle Produktion mit einem ausgeprägten Dienstleistungssektor und ist regionaler Knotenpunkt für Verwaltung, Gesundheit und Bildung.
Lage und Bevölkerung
Castres liegt im Osten des Départements Tarn, am Fluss Agout, in einer hügeligen Landschaft am Rand der Montagne Noire. Die Stadt liegt etwa rund 75 km östlich von Toulouse und hat eine Einwohnerzahl von rund 41.000 bis 42.000 Personen (Stadtgebiet). Das städtische Umfeld umfasst kleinere Vororte und eine ländlich geprägte Umgebung mit Landwirtschaft und Weinanbau.
Geschichte und Stadtbild
Castres kann auf eine lange Geschichte zurückblicken; Spuren reichen von mittelalterlicher Stadtentwicklung über konfessionelle Auseinandersetzungen bis zur industriellen Entwicklung im 19. Jahrhundert. Das Stadtbild wird geprägt von einer historischen Altstadt mit engen Gassen, Brücken über die Agout und zahlreichen Stadthäusern. Mehrere öffentliche Parks und Uferpromenaden machen das Zentrum attraktiv für Bewohner und Besucher.
Wirtschaft
Die Wirtschaft von Castres ist vielfältig: Traditionell spielten Textil- und Nahrungsmittelindustrie eine wichtige Rolle; heute dominiert ein Mix aus Maschinenbau, Metallverarbeitung, Nahrungsmittelverarbeitung, kleineren Chemie- und Pharmafirmen sowie dem tertiären Sektor (Handel, Verwaltung, Gesundheit). Als Sous-Préfecture bietet Castres zahlreiche Arbeitsplätze im öffentlichen Bereich und im Gesundheitswesen.
Verkehr
Castres ist verkehrlich gut angebunden: Es bestehen Regionalbahnverbindungen (TER) zu größeren Städten der Region sowie ein Straßennetz mit Verbindungen nach Toulouse, Albi und Montpellier. In der Nähe befindet sich der Regionalflughafen Castres–Mazamet (IATA: DCM), der saisonale und regionale Flüge ermöglicht. Innerhalb der Stadt sorgen Busse und ein gut ausgebautes Straßennetz für Mobilität.
Kultur, Sehenswürdigkeiten und Freizeit
Die Stadt bietet mehrere Museen, Galerien und kulturelle Einrichtungen. Besonders bekannt ist das städtische Musée Goya mit bedeutenden Gemälden und Sammlungen spanischer Kunst. Entlang der Agout gibt es gepflegte Gärten und Promenaden, die zum Spazieren und zu Freiluftaktivitäten einladen. Regelmäßige Märkte, lokale Feste und kulturelle Veranstaltungen beleben das jährliche Programm.
Sport und Bildung
Sportlich ist Castres vor allem durch den Rugby-Club Castres Olympique bekannt, der national in der Spitze mitspielt und zur Identität der Stadt beiträgt. Bildungseinrichtungen umfassen Schulen aller Stufen sowie Einrichtungen für berufliche Aus- und Weiterbildung; für universitäre Angebote bestehen Kooperationen mit Hochschulen der Region.
Castres verbindet regionales Verwaltungs- und Industriepotenzial mit einem reichen kulturellen Erbe und naturnahen Erholungsmöglichkeiten — ein Zentrum mit starker lokaler Identität im Herzen der Occitanie.

