Christian Heinrich Friedrich Peters (19. September 1813-18. Juli 1890) war ein deutsch-amerikanischer Astronom und einer der ersten, der Asteroiden entdeckte.
Leben und Ausbildung
Er wurde in Schleswig-Holstein geboren, damals Teil von Dänemark, später Teil von Deutschland, und studierte später bei Carl Friedrich Gauß. Peters war ein sehr gebildeter Mann; er sprach mehrere Sprachen und sammelte Erfahrungen in verschiedenen Ländern. Er verbrachte Zeit in Italien und der osmanischen Türkei, bevor er 1854 in die Vereinigten Staaten ging.
Wissenschaftliche Tätigkeit und Entdeckungen
In den USA war Peters am Hamilton College in Clinton, New York (in der Nähe von Utica) tätig. Er war ein produktiver Beobachter und ein guter Finder von Asteroiden. Insgesamt werden ihm 48 Asteroidenentdeckungen zugeschrieben; die Reihe begann mit 72 Feronia im Jahr 1861 und endete mit 287 Nephthys im Jahr 1889. Peters nutzte die damals üblichen visuellen Beobachtungstechniken am Teleskop und trug durch sorgfältige Positionsmessungen zur Bahnbestimmung und Katalogisierung kleiner Körper im Sonnensystem bei.
Neben den Asteroiden war er Mitbegründer des periodischen Kometen 80P/Peters-Hartley und entdeckte oder beschrieb zudem verschiedene Nebel und Galaxien. Seine Beobachtungen bereicherten die damals entstehende systematische Erforschung des Himmels und fanden Eingang in zeitgenössische Sternkataloge und Beobachtungsjournale.
Der Rechtsstreit Peters v. Borst
Im Jahr 1889 geriet Peters in einen öffentlich beachteten Rechtsstreit mit seinem früheren Assistenten Charles A. Borst. Der so genannte "Great Star-Catalog Case" Peters v. Borst behandelte Streitfragen um Urheberrechte, die Veröffentlichung von Sternkatalogen und die Eigentumsverhältnisse an Beobachtungsdaten und -platten. Der Richter stellte sich zunächst auf die Seite von Peters, doch viele professionelle Astronomen und Zeitungen zeigten in der Folge Sympathien für Borst und kritisierten Teile von Peters' Vorgehen.
Peters starb nicht lange nach dem Ende des Prozesses. Nach seinem Tod wurde das erstinstanzliche Urteil in der Berufung schließlich aufgehoben und ein neuer Prozess angeordnet; dieser zweite Prozess fand jedoch nie mehr statt. Der Streit hat die letzten Jahre von Peters' Leben geprägt und beeinflusste die zeitgenössische Diskussion über wissenschaftliche Autorschaft und die Rechte an Beobachtungsdaten.
Wirkung und Nachwirkung
Christian H. F. Peters gilt als eine der wichtigen Figuren der frühen systematischen Himmelsforschung im 19. Jahrhundert, insbesondere im Bereich der Kleinplaneten-Forschung. Seine zahlreichen Entdeckungen erweiterten das damals bekannte Inventar des Asteroidengürtels erheblich. Auch wenn sein Ruf durch den Rechtsstreit getrübt wurde, bleiben seine Beobachtungsleistungen und die von ihm entdeckten Objekte Teil der historischen und heute noch genutzten astronomischen Literatur.
Sein Leben steht beispielhaft für die internationale Vernetzung der Astronomie im 19. Jahrhundert: europäische Ausbildung, Arbeit in Südeuropa und im Osmanischen Reich, schließlich längere wissenschaftliche Tätigkeit in Nordamerika. Peters trug durch seine Beobachtungen, seine Lehrtätigkeit am Hamilton College und seine Veröffentlichungen zur Professionalisierung der astronomischen Forschung in den Vereinigten Staaten bei.

