Doppeltes Stoppen bedeutet, dass auf einem Streichinstrument zwei Töne gleichzeitig gespielt werden, indem der Bogen über zwei Saiten gleichzeitig gezogen wird, während zwei Töne durch Herunterdrücken der Finger auf das Griffbrett "gestoppt" werden: ein Finger auf jeder der beiden gespielten Saiten.

Auf Instrumenten wie der Geige spielt der Spieler meist eine Note nach der anderen. Es ist nicht schwierig, zwei offene Saiten gleichzeitig zu spielen, aber zwei Saiten gleichzeitig zu greifen, kann sehr schwierig sein, daher ist das doppelte Stoppen eine fortgeschrittene Technik. Manchmal ist ein drei- oder vierfaches Stoppen erforderlich. Dies wird manchmal als Mehrfach-Stopp bezeichnet. Es ist nicht wirklich möglich, auf einer Geige drei oder vier Töne gleichzeitig zu spielen. Der Steg ist gekrümmt, so dass der Spieler sich auf einer Saite verbeugen kann, ohne versehentlich die anderen Saiten zu treffen. Das mehrfache Stoppen geschieht, indem man zuerst zwei Saiten spielt und dann, während man den Klang dieser beiden Saiten noch erklingen lässt, schnell die beiden anderen Saiten spielt.

Mehrfaches Stoppen wurde in der Musik der Renaissance beim Gambenspiel häufig verwendet. Barockkomponisten wie Johann Sebastian Bach in Deutschland oder Arcangelo Corelli in Italien verlangen oft Doppelgriffe, wenn sie für Solostreichinstrumente schreiben. Auch in der virtuosen Musik von Komponisten der Romantik wie Niccolò Paganini wird sie häufig verwendet.