Überblick
Amalthea ist einer der inneren Monde des Gasriesen Jupiter und wird in der klassischen Benennung auch als Jupiter V geführt. Im Vergleich zu den großen Galileischen Monden ist Amalthea klein und unregelmäßig geformt; von seiner Oberfläche aus würde der Planet Jupiter eindrucksvoll und deutlich größer erscheinen als unser Vollmond, ein Effekt, der oft mit der Aussage beschrieben wird, dass Jupiter dort viele Dutzend Male größer wirkt (Vergleich der scheinbaren Größe).
Entdeckung und Name
Der Mond wurde am 9. September 1892 von dem amerikanischen Astronomen Edward Emerson Barnard entdeckt. Die Benennung folgt der griechischen Mythologie: Amalthea ist eine Nymphe, der in alten Sagen eine besondere Rolle zukommt, weshalb ihr Name in der astronomischen Nomenklatur Verwendung fand (Amalthea, griechische Mythologie).
Physische Eigenschaften
Amalthea ist kein kugelförmiger Körper, sondern weist eine stark unregelmäßige Gestalt auf. Die Oberfläche zeigt eine rötlich gefärbte Tönung, die auf dunkel gefärbtes Material oder Verwitterungsprozesse hindeuten kann. Zusammensetzungsangaben stützen die Annahme, dass der Körper überwiegend aus Wassereis mit Beimengungen von Gesteinsmaterial und dunkleren Stoffen besteht. Wegen seiner geringen Gravitation kann Amalthea keine runde Gestalt ausbilden und verliert bei Zusammenstößen leichter Material in die Umgebung.
Oberfläche und Geologie
Aufnahmen und Messungen zeigen zahlreiche Einschlagskrater, steile Klippen und ausgeprägte Höhenzüge. Einige Gebiete erscheinen stark zerklüftet, was auf tektonische Effekte oder das Ergebnis früherer Kollisionen hinweisen könnte. Erste Bilddaten stammten von den Raumsonden Voyager 1 und Voyager 2, die in den Jahren 1979–1980 Jupiter passierten und Amalthea aus einiger Entfernung fotografierten (Voyager-Missionen). Spätere, detailliertere Beobachtungen lieferte der Orbiter Galileo während seiner Mission in den 1990er Jahren.
Wesentliche Merkmale
- Innerer, kleiner Trabant des Jupiters mit unregelmäßiger Form.
- Rötliche Oberflächentönung und Vermutung von Wassereis mit dunklem Material.
- Zahlreiche Krater, Klippen und ausgeprägte Reliefstrukturen.
- Erste Bilder durch Voyager; detailliertere Daten durch Galileo.
Bedeutung und Beobachtung
Obwohl Amalthea kein Kandidat für geologische Komplexität wie die größten Jupitermonde ist, liefert seine Untersuchung wichtige Hinweise auf die Entstehung und Entwicklung der inneren Jupitermonde und der Umgebung nahe am Planeten. Beobachtungen helfen, Materialverluste, Bahndynamik und Wechselwirkungen mit Jupiters Magnetosphäre besser zu verstehen. Für künftige Missionen bleiben genaue Kenntnisse von Form, Zusammensetzung und Oberflächenstruktur relevant, insbesondere wenn man Materialaustausch und mögliche Staubringe um Jupiter untersucht.
Weitere Informationen zu den genannten Aspekten finden sich in ausführlicheren Quellen und Missionsberichten, die mit den oben verlinkten Stichwörtern erreichbar sind: Jupiter, Entdeckungsdatum, Bezeichnung, Barnard, Namensursprung, Mythologie, scheinbare Größendarstellung, Voyager 1, Voyager 2, Voyager-Programm, Galileo, Galileo-Jahre.


