Das Falsche Gharial oder Malaiische Gharial (Tomistoma schlegelii) ist ein Süßwasser-Reptil. Es sieht aus wie ein Krokodil mit einer sehr dünnen und langen Schnauze, wie die des Gharials. Daher kommt auch der Name der Art.

Sie wird seit langem zur Familie der Crocodylidae gezählt. Neuere immunologische Studien zeigen jedoch, dass es enger mit den Gharialen verwandt ist als ursprünglich angenommen. Daher wird es nun doch in die Familie der Gavialidae eingeordnet.

Das Tier ist in sechs Flusssystemen auf Sumatra und in Malaysia heimisch. Es kommt auch in Borneo, Java, Vietnam, Thailand (seit 1970 nicht mehr gesehen) und möglicherweise in Sulawesi vor. Fossilienfunde in Südchina deuten darauf hin, dass die Art irgendwann in der Vergangenheit dort aufgetreten ist.

Das falsche Gharial legt, wie alle anderen Krokodile, Eier. Es ist ein Hühnernest. Die Weibchen werden normalerweise im Alter von 2-3 m erwachsen. Verpaarte Weibchen legen ein Gelege von 30-60 Eiern in einen Hügel aus trockenen Blättern oder Torf. Sobald die Eier gelegt sind und der Bau des Hügels abgeschlossen ist, verlässt sie ihr Nest. Im Gegensatz zu den meisten anderen Krokodilarten erhalten die Jungen keine elterliche Fürsorge und sind dem Risiko ausgesetzt, von Raubtieren wie Wildschweinen, Mungos, Großkatzen wie Tigern und Leoparden, Zibetkatzen und Wildhunden gefressen zu werden. Die Jungtiere schlüpfen nach 90 Tagen und werden sich selbst überlassen.

Der Falsche Gharial ist im größten Teil seines Verbreitungsgebietes vom Aussterben bedroht. Die Trockenlegung seiner Süßwassersumpfgebiete und die Abholzung der umliegenden Regenwälder entziehen ihm seinen Lebensraum. Das Tier wird häufig wegen seiner Haut und seines Fleisches gejagt, und die Eier werden oft für den menschlichen Verzehr entnommen. Die malaysische und die indonesische Regierung haben jedoch positive Schritte unternommen, um seine Ausrottung in der Wildnis zu verhindern.