Analfissur (Fissura ani): Definition, Ursachen, Symptome & Therapie
Analfissur: Ursachen, typische Schmerzen, Symptome und effektive Therapien erklärt – schnelle Hilfe, Vorbeugung und Heilungsdauer verständlich zusammengefasst.
Eine Analfissur, auch Fissura ani genannt, ist ein kleiner, oberflächlicher Riss oder eine Wunde in der Schleimhaut des Analkanals. Betroffene beschreiben typischerweise plötzliche, sehr starke Analschmerzen während des Stuhlgangs, die oft noch Minuten bis Stunden nach dem Stuhlgang anhalten. Häufig kommt es zu leichtem hellrotem Blut am Toilettenpapier oder auf dem Stuhl.
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4 BilderUrsachen
Die genaue Ursache ist nicht immer eindeutig, häufig wirken mehrere Faktoren zusammen. Mögliche Auslöser sind:
- Verstopfung mit hartem, trockenem Stuhl, der die Schleimhaut einreißt
- Starker Druck oder übermäßige Beanspruchung des Afterschliessmuskels (zurückgezogener Sphinkter)
- Verminderte Durchblutung der Schleimhaut im Bereich des inneren Analkanals (insbesondere beim hinteren Mittellinienbereich)
- Zu starke Dehnung der Haut (z. B. bei sehr festem Stuhl oder bei bestimmten Formen des Analverkehrs)
- Schwangerschaft und Geburt durch erhöhten Druck und Dehnung
- Bei Babys: zu seltenes Windelwechseln oder starke Reibung
- Seltenere Ursachen: entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn), sexuell übertragbare Infektionen oder lokale Infektionen
Symptome
- Plötzlich auftretende, scharfe Schmerzen beim und nach dem Stuhlgang (können Minuten bis Stunden andauern)
- Leichte Blutung — meist hellrotes Blut auf Papier oder Stuhl
- Krampfartiges Gefühl im After durch vermehrte Sphinkteranspannung
- Bei chronischen Fissuren: hartnäckige Schmerzen, evtl. eine sichtbare Hautfalte (sentinel pile) oder eine vergrößerte Papille am oberen Ende der Fissur
Verlauf und Heilungsdauer
Akute Analfissuren heilen oft innerhalb von 6 Wochen mit konservativer Therapie. Bei einer chronischen Fissur (bestehen länger als 6–8 Wochen) kommt es seltener zu spontaner Heilung und die Beschwerden können wiederkehren. Nach dem Verschluss einer Fissur bleibt die Wunde in den folgenden Wochen anfällig und kann sich leicht wieder öffnen, daher sind Maßnahmen zur Entlastung wichtig.
Diagnose
Die Diagnose erfolgt meist durch die körperliche Inspektion des Afters. In vielen Fällen ist keine zusätzliche Untersuchung nötig. Bei unklaren Befunden oder bei Verdacht auf andere Erkrankungen (z. B. entzündliche Darmerkrankung, Tumor) können folgende Untersuchungen sinnvoll sein:
- Anoskopie oder Proktoskopie (eine kurze Endoskopie des Analkanals)
- Rektoskopie oder Koloskopie bei Verdacht auf andere Darmerkrankungen oder bei Hinweis auf Blutungsursachen höher im Darm
- Bei wiederkehrenden oder atypischen Fällen: Abklärung auf Morbus Crohn oder sexuell übertragbare Infektionen
Therapie
Ziel der Behandlung ist Schmerzlinderung, Förderung der Wundheilung und Verringerung der Sphinkterspannung.
Konservative Maßnahmen (erste Wahl bei akuten Fissuren):
- Sitzbäder mit warmem Wasser mehrere Male täglich (vor allem nach dem Stuhlgang) zur Muskelentspannung
- Erhöhung der Ballaststoffzufuhr und ausreichende Flüssigkeitszufuhr zur Erweichung des Stuhls; ggf. Ballaststoffpräparate oder weiche Stuhlregulatoren
- Schmerzmittel (z. B. Paracetamol, bei Bedarf kurzzeitig leichte orale Analgetika); lokale schmerzlindernde Salben können kurzfristig helfen
- Vermeidung von Pressen beim Stuhlgang, ausreichend Bewegung
- Sanfte, nicht reizende Analhygiene
Medikamentöse lokale Therapie:
- Topische Nitrate (z. B. Glyceroltrinitrat) oder kalziumkanalblocker-haltige Salben (z. B. Diltiazem) zur Reduktion der Sphinkterspannung und Förderung der Durchblutung
- Lokale Betäubungscremes für die kurzfristige Schmerzreduktion
Injektionen und minimalinvasive Verfahren:
- Botulinumtoxin-Injektion in den inneren Schließmuskel zur temporären Entspannung — kann die Heilungschancen verbessern
- Fissurektomie (operative Entfernung der Fissur) kombiniert mit Methoden zur Entspannung des Muskels in speziellen Fällen
Chirurgische Therapie (bei therapieresistenten, chronischen Fissuren):
- Laterale interne Sphinkterotomie (Teilspaltung des inneren Schließmuskels) gilt als sehr wirkungsvoll mit hoher Heilungsrate, birgt jedoch ein geringes Risiko für Stuhlinkontinenz
- Alternative Operationstechniken (z. B. Fissurektomie mit Wundverschluss) je nach Befund und Erfahrung des Operateurs
Besondere Situationen
- Bei Säuglingen: meist konservative Behandlung mit Stuhlregulierung und lokaler Pflege; Antibiotika oder Operation selten
- In der Schwangerschaft/Stillzeit: viele lokale Mittel sind eingeschränkt einsetzbar; allgemeine Maßnahmen (Ballaststoffe, Sitzbäder) sind zentral; operative Eingriffe nach Nutzen-Risiko-Abwägung
- Bei Verdacht auf Morbus Crohn oder anderen systemischen Erkrankungen: gezielte Abklärung und Behandlung der Grunderkrankung
Vorbeugung
- Ausreichende Ballaststoffzufuhr und viel Flüssigkeit, um harten Stuhl zu vermeiden
- Regelmäßige körperliche Aktivität
- Vermeidung von starkem Pressen beim Stuhlgang
- Gute Analhygiene ohne übermäßiges Reiben oder scharfe Seifen
Wann zum Arzt?
- Wenn die Schmerzen sehr stark sind oder länger anhalten
- Bei wiederholter oder anhaltender Blutung
- Wenn Fieber, Eiter aus dem After oder veränderte Stuhlgewohnheiten auftreten
- Wenn Symptome nach konservativer Behandlung länger als 6–8 Wochen bestehen (Hinweis auf chronische Fissur)
Komplikationen und Prognose
Komplikationen sind selten, können aber sein: chronische Schmerzen, lokale Infektion, Fistelbildung oder sehr selten eine Stuhlinkontinenz nach bestimmten Operationen. Die Prognose ist insgesamt gut: Viele akute Fissuren heilen mit konservativer Therapie. Chronische Fissuren sprechen häufig auf operative Maßnahmen an.
Bei Unsicherheit oder ungewöhnlichen Befunden sollte immer ärztlicher Rat eingeholt werden, um andere Ursachen auszuschließen und eine passende Therapie zu beginnen.
Behandlung
Die meisten Fissuren sind akut und dauern etwa 4-6 Wochen. Die Analfissur wird chronisch und verschwindet nicht mehr, wenn sie länger als 6 Wochen anhält. In solchen Fällen kann eine medizinische Operation eine Lösung sein. Der zirkuläre Muskel des Afters wird in der Regel durchtrennt oder gedehnt. Auch eine Injektion mit Botox in den Muskel kann ein positives Ergebnis haben.
Um die Rückkehr des Risses zu verhindern
Solange die Fissur offen ist (ein schmerzhafter, kleiner Riss neben dem Anus, der etwas bluten kann), kann der Patient eine Salbe mit Zinkoxid (schützt und zieht sich zusammen) und Pramocaïne (lindert Schmerzen und Juckreiz) auf und um die Fissur herum auftragen (in Europa als Nestosyl rezeptfrei erhältlich). Benutzen Sie die Toilette mit einem Handschuh, um die Salbe zu verteilen und waschen Sie sich danach die Hände mit Seife. Diese Behandlung muss über mehrere Wochen fortgesetzt werden, um die Wahrscheinlichkeit zu verringern, dass sich die Fissur wieder öffnet.
Außerdem ist es sehr wichtig, eine gute Verdauung und einen guten Stuhlgang zu haben. Je länger sich der Kot im Darm befindet, desto mehr Flüssigkeit wird entzogen. Dadurch wird der Kot härter und erhält mehr Volumen, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Haut um den Anus herum wieder reißt. Den Patienten wird empfohlen, jeden Tag Ballaststoffe zu essen (z.B. unpolierten Reis, Müsli, Vollkornbrot, getrocknete Aprikosen, Feigen, Datteln, Pflaumen, salzlose Nüsse, Bohnen, Erbsen usw.). ); jeden Tag die empfohlene Menge an Gemüse und Obst zu essen; jeden Tag ein wenig Butter oder Öl zu verwenden; tagsüber genug zu trinken; und jeden Tag Sport zu treiben. Der Patient muss Nahrungsmittel vermeiden, die Verstopfung verursachen können (möglich: Weißbrot, weiße Nudeln/Pizza/Nudeln, Eier, Käse, Zucker, Kaffee, Schokolade usw.). Wenn nötig, kann man Enzyme als Nahrungsergänzung zu jeder Mahlzeit, die Brot enthält, einnehmen.
Die Patienten sollten den Gang zur Toilette nicht aufschieben. Während des Wartens drückt der Kot auf den zirkulären Muskel des Afters, wodurch ein Druck entsteht. Ausserdem kann der Kot nach einer Weile härter werden und mehr Volumen bekommen. Wenn der Patient den Drang verspürt, zur Toilette zu gehen, ist es am besten, sofort zur Toilette zu gehen. Während er auf der Toilette sitzt, muss der Patient so wenig wie möglich drücken, sondern stattdessen den zirkulären Muskel entspannen.
Solange die Wunde nicht geheilt ist, kann ein tägliches Bad mit Soda (Natriumkarbonat) Linderung verschaffen. Außerdem wird dadurch die Wunde sauber gehalten. Setzen Sie sich zwei- bis dreimal täglich für 20 Minuten in eine Wanne mit ein paar Zentimetern warmem Wasser. Dies wird Sitzbad genannt. Es entspannt das Gewebe und hilft, den Analmuskel zu entspannen.
Es ist sehr wichtig, dass die Haut um den Anus herum völlig trocken ist, bevor die Patienten angezogen werden. Die geringste Feuchtigkeit in der Hautfalte kann der Grund dafür sein, dass die Haut leicht beschädigt wird.
Einige Patienten profitieren davon, wenn sie einfaches Öl um den Anus geben. Zum Beispiel Olivenöl oder Sonnenblumenöl. Die Haut wird weicher und reißt oder reißt nicht so leicht ein. Erinnern Sie immer an die Hygiene.
Wenn die oben genannten Tipps nicht ausreichend helfen und der Riss weiter aufbricht, könnte die Ursache die Verwendung von Toilettenpapier nach dem Stuhlgang sein. Das Papier reibt zu stark über die Haut und führt dazu, dass sich die Wunde wieder öffnet. Man kann versuchen, eine andere Marke weicheren Toilettenpapiers oder Babyfeuchttücher zu verwenden oder stattdessen warmes Wasser zu benutzen, um sich nach dem Stuhlgang zu reinigen.
Vergessen Sie bei der Befolgung aller genannten Tipps und Ratschläge nicht die guten Grundsätze der Hygiene.
Diese Empfehlungen sind nur dann sinnvoll, wenn der Patient sicher ist, dass es sich bei dem Problem um eine Analfissur handelt. Im Zweifelsfall, insbesondere bei Blut im Stuhl, konsultieren Sie bitte einen Arzt.
Fragen und Antworten
F: Was ist eine Analfissur?
A: Eine Analfissur ist ein kleiner Riss im Analkanal, der während und nach dem Stuhlgang starke anale Schmerzen verursacht und manchmal zu Blutungen führen kann.
F: Was sind die möglichen Ursachen für eine Analfissur?
A: Mögliche Ursachen für eine Analfissur sind Verstopfung, eine zu starke Belastung des Analschließmuskels, eine verminderte Blutzirkulation, ein unzureichendes Abtrocknen der Haut nach dem Duschen oder Schwimmen, eine zu starke Dehnung der Haut, eine Schwangerschaft, eine Geburt und das nicht rechtzeitige Wechseln der Windel eines Babys.
F: Wie lange dauert es, bis eine Analfissur vollständig verheilt ist?
A: Es dauert 6 Wochen bis 3 Monate, bis eine Analfissur vollständig abgeheilt ist.
F: Kann eine Analfissur wieder auftreten?
A: Ja, eine Analfissur kann wieder auftreten, da sich die Wunde innerhalb der Heilungsphase leicht öffnet.
F: Was sind die Symptome einer Analfissur?
A: Zu den Symptomen einer Analfissur gehören starke anale Schmerzen während und nach dem Stuhlgang sowie Blutungen.
F: Ist klar, was die Ursache einer Analfissur ist?
A: Die Ursachen für eine Analfissur sind nicht vollständig geklärt. Mögliche Ursachen sind Verstopfung, Überlastung des Schließmuskels, verminderte Blutzirkulation und andere Faktoren.
F: Was ist der medizinische Fachbegriff für Analfissur?
A: Der medizinische Fachausdruck für Analfissur ist Fissura ani.
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Autor
AlegsaOnline.com Analfissur (Fissura ani): Definition, Ursachen, Symptome & Therapie Leandro Alegsa
URL: https://de.alegsaonline.com/art/3745
Quellen
- webmd.com : "Anal Fissure-Topic Overview"
- fascrs.org : "Anal Fissure | ASCRS"
- proktos.info : "Proktos.info | Anal fissure"