Gotthold Ephraim Lessing – Aufklärer, Dramatiker und Theoretiker (1729–1781)
Gotthold Ephraim Lessing (1729–1781): Schlüsselgestalt der Aufklärung — Dramatiker, Literaturtheoretiker und Autor von „Nathan der Weise“. Leben, Werk und Wirkung kompakt erklärt.
Gotthold Ephraim Lessing (22. Januar 1729 in Kamenz (Sachsen) - 15. Februar 1781 in Braunschweig) war ein deutscher Dichter und Philosoph in der Zeit der Aufklärung.
Lessing war eines von zwölf Kindern. Sein Vater war ein protestantischer Priester. Er besuchte die Schule in Kamenz und erhielt ein Stipendium für das Gymnasium in Meißen. Von 1746 bis 1748 studierte er Medizin und Theologie in Leipzig. Im Jahr 1750 zog er nach Berlin, wo er Voltaire kennenlernte. Im Jahr 1752 erhielt er den Magisterabschluss an der Universität Wittenberg.
Er zog 1755 nach Leipzig zurück, kehrte aber später nach Berlin zurück. Er reiste in Europa herum und studierte. Er arbeitete als Reporter. Von 1760 bis 1765 arbeitete er als Sekretär eines Generals in Breslau (heute: Breslau). Später arbeitete er am Theater und wurde Bibliothekar. Lessing heiratete 1776. Doch 1778 starb seine Frau.
1781 starb Lessing.
Werk und Bedeutung
Lessing gilt als einer der wichtigsten Vertreter der deutschen Aufklärung. Er prägte das dramatische und theoretische Denken seiner Zeit und setzte sich für Toleranz, Vernunft und die Freiheit des Denkens ein. Zu seinen zentralen Beiträgen zählen sowohl dramatische Werke als auch theoretische Schriften zur Ästhetik und Literaturkritik.
Bekannte Bühnenwerke Lessings sind unter anderem:
- Minna von Barnhelm (1767) – eine Lustspielkomödie, die Soldatentum, Ehrgefühl und bürgerliche Tugenden thematisiert;
- Emilia Galotti (1772) – ein bürgerliches Trauerspiel, das die Konflikte zwischen Machtmissbrauch und individueller Ehre darstellt;
- Nathan der Weise (1779) – ein dramatisches Plädoyer für religiöse Toleranz, bekannt durch die "Ringparabel".
Als Theoretiker verfasste Lessing wichtige Schriften wie Laokoon (1766), in der er die Grenzen und Unterschiede zwischen bildender Kunst und Dichtung erörtert, sowie die Hamburgische Dramaturgie (1767–1769), eine Serie von Theaterkritiken, die neue Maßstäbe für die Beurteilung dramatischer Stücke setzte. Seine Schriften trugen wesentlich zur Entwicklung einer eigenständigen deutschen Literatur- und Theaterkritik bei.
Positionen und Debatten
Lessing suchte aktiv den intellektuellen Austausch und geriet oft in Auseinandersetzungen mit Zeitgenossen. Er kritisierte die strengen Regeln des klassischen französischen Theaters und setzte sich in den berühmten Streitigkeiten für Shakespeare und für eine lebendigere, realistischere Dramatik ein. Außerdem führte er theologische Diskussionen, in denen er dogmatische Positionen infrage stellte und für eine vernunftgeleitete Religionsauffassung plädierte.
Berufliche Stationen und Leben
Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit war Lessing als Mitarbeiter an Theatern, als Journalist und schließlich als Bibliothekar tätig. Ab 1770 erhielt er eine feste Anstellung als Bibliothekar, in der er umfangreiche bibliothekarische und wissenschaftliche Arbeit verrichtete. Privat war sein Leben von intensiven Freundschaften, Reisen und – gegen Ende – dem Verlust seiner Ehefrau geprägt.
Nachwirkung
Lessings Einfluss auf die deutsche Literatur-, Theater- und Geistesgeschichte ist groß: Seine Forderungen nach Toleranz, die Betonung der Vernunft und seine theatertheoretischen Prinzipien wirkten weit über seine Lebenszeit hinaus. Werke wie Nathan der Weise gehören bis heute zum Kanon und werden regelmäßig aufgeführt und diskutiert. Lessing wird deshalb oft als Wegbereiter einer humanistischen, aufgeklärten Kultur in Deutschland bezeichnet.

Gotthold E. Lessing
Werke
| 1747 | Damon oder die wahre Freundschaft (Damon, or true friendship) |
| 1748 | Der junge Gelehrte (Der junge Gelehrte) |
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| Der Misogyn |
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| Die alte Jungfer (die alte Jungfrau) |
| 1749 | Die Juden (Die Juden) |
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| Der Freigeist (Der freie Geist) |
| 1750 | Der Schatz (Der Schatz) |
| 1755 | Miss Sara Sampson |
| 1759 | Fabeln (3 Bücher) (Fables, 3 books) |
|
| Faust (Fragment) (Faust, ein Fragment) |
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| Philotas |
| 1766 | Laokoon oder Über die Grenzen der Malerei und Poesie |
| 1767 | Minna von Barnhelm |
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| Hamburgische Dramaturgie (1767-1769) |
| 1772 | Emilia Galotti |
| 1777 | Das Testament Johannis |
|
| Über den Beweis des Geistes und der Kraft |
| 1778 | Anti-Goeze |
| 1779 | Nathan der Weise |
| 1780 | Die Erziehung des Menschengeschlechts |
| 1781 | Die eheliche Liebe (Gedicht) |
|
| Ernst und Falk - Gespräche für Freimaurer |
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