Jagadguru Rambhadracharya Handicapped University (oder kurz JRHU) (Sanskrit: जगद्गुरुरामभद्राचार्यविकलाङ्गविश्वविद्यालयः, Hindi: जगद्गुरु रामभद्राचार्य विकलांग विश्वविद्य्यालय) ist eine Universität in Chitrakoot, Uttar Pradesh, Indien. Sie gilt als die erste Universität in Indien und weltweit, die ausschließlich für Menschen mit Behinderungen konzipiert ist. Gegründet wurde sie am 27. September 2001 von Jagadguru Rambhadracharya. Träger und Betreiber der Universität ist die Stiftung Jagadguru Rambhadracharya Viklang Shikshan Sansthan, die für Planung, Aufbau und Fortführung der Einrichtungen verantwortlich ist. Die Stiftung wurde durch ein lokales Gesetz der Regierung von Uttar Pradesh etabliert; dieses Gesetz wurde von der Legislative von Uttar Pradesh als Uttar Pradesh State Act 32 (2001) verabschiedet. Mit dem Gesetz wurde Jagadguru Rambhadracharya auf Lebenszeit zum Kanzler der Universität ernannt.

Ziele und Aufgaben

Die JRHU verfolgt das Ziel, Menschen mit Behinderungen umfassende akademische Bildung, berufliche Qualifikation und rehabilitative Unterstützungsangebote zu bieten. Besonderer Wert wird auf inklusive Lehrmethoden, behindertengerechte Infrastruktur und die Entwicklung von Hilfsmitteln gelegt, damit Studierende größtmögliche Unabhängigkeit und Teilhabe erreichen können.

Studiengänge und akademische Angebote

Die Universität bietet Studiengänge auf Graduierte-, Postgraduierten- und Doktoratsniveau in geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern sowie in praxisorientierten Disziplinen an. Dazu gehören unter anderem:

Die Universität kündigte außerdem an, ab 2013 Kurse in Ayurveda und Medizinwissenschaften einrichten zu wollen.

Aufnahmebedingungen

Die Zulassung richtet sich ausschließlich an Studierende mit einer Behinderung. Nach dem zu Grunde liegenden Verständnis des indischen Behindertengesetzes (Persons with Disabilities Act, 1995) nahm die Universität zunächst Bewerber mit vier Arten von Behinderungen auf: Menschen, die blind sind, Personen mit Hörschwierigkeiten, Menschen mit Gehbehinderungen sowie solche mit einer psychischen Erkrankung. Die konkrete Anwendung der Kriterien erfolgt im Rahmen der jeweiligen Aufnahmeordnung der Universität.

Infrastruktur und Unterstützungsangebote

Alle Einrichtungen der Universität – Klassenzimmer, Hörsäle, Labore, Bibliothek und Wohnheime – sind behindertengerecht gestaltet. Dazu zählen barrierefreie Zugänge, angepasste Sanitäranlagen und Wohnräume sowie spezialisierte Lehrmaterialien und Hilfsmittel. Lehrende und unterstützendes Personal arbeiten mit Methoden der Sonderpädagogik und assistiven Technologien, um unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden. Die Ausbildung in Bereichen wie Prothetik und Orthesen ist Teil des Bestrebens, Rehabilitation und berufliche Teilhabe zu fördern.

Akademische Abschlüsse und Graduierungen

Bei der zweiten Graduierungsfeier der Universität im März 2010 erhielten 354 Studierende mit Behinderungen Abschlüsse; bei der dritten Feier im Januar 2011 erhielten 388 Studierende ihre Diplome bzw. Abschlüsse. Diese Zahlen unterstreichen das Wachstum der Institution und ihre Rolle bei der Ausbildung von Menschen mit Behinderungen in verschiedenen Fachbereichen.

Bedeutung und Wirkung

Die JRHU nimmt eine besondere Stellung ein, weil sie ein spezialisiertes Hochschulmodell für Menschen mit Behinderungen anbietet. Sie dient als Modellprojekt für barrierefreie Hochschulbildung, verbindet akademische Bildung mit beruflicher Rehabilitation und trägt zur Sensibilisierung für inklusive Bildung in Indien und darüber hinaus bei.

Die Universität arbeitet weiterhin an der Erweiterung ihres Angebots und an der Verbesserung von Infrastruktur und Lehrangeboten, um dem speziellen Förderbedarf ihrer Studierenden gerecht zu werden und ihnen bestmögliche Bildungschancen zu eröffnen.