Das Jesus College ist eines der Colleges der Universität Oxford.

Das Kolleg wurde am 27. Juni 1571 von Elisabeth I. für die Ausbildung von Geistlichen gegründet, obwohl die Studenten heute ein breites Spektrum an säkularen Fächern studieren.

Eine wichtige treibende Kraft hinter der Gründung des Kollegs war Hugh Price (oder Ap Rhys), ein Kirchenmann und Anwalt aus Brecon in Wales. Das College ist bis heute informell mit Wales verbunden.

Die ältesten Gebäude im ersten Viereck stammen aus dem 16. und frühen 17. Jahrhundert; ein zweites Viereck wurde zwischen etwa 1640 und etwa 1713 hinzugefügt, und ein drittes Viereck wurde etwa 1906 erbaut. Weitere Unterkünfte wurden 1971 anlässlich des 400-jährigen Bestehens des Colleges auf dem Hauptgelände errichtet, und an Standorten im Norden und Osten Oxfords wurden Studentenwohnungen errichtet.

Das Leben des Kollegs wurde durch den englischen Bürgerkrieg gestört. Im 18. Jahrhundert geschah am College nur wenig, und im 19. Jahrhundert gingen Zahl und akademischer Standard zurück.

Die Reformen der Universität Oxford nach zwei königlichen Kommissionen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führten zur Aufhebung vieler Beschränkungen für die Stipendien der Hochschule. Dies bedeutete, dass das College nicht mehr hauptsächlich aus walisischen Studenten und Akademikern bestand. Die akademischen Leistungen der Studenten stiegen zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als Stipendiaten ernannt wurden, um in neuen Fächern zu unterrichten. Frauen wurden erstmals 1974 zugelassen und machen heute einen großen Teil der Studenten aus.

Es gibt etwa 475 Studenten. Rektor des Kollegs ist Lord Krebs, der Sohn des Nobelpreisträgers Hans Krebs. Zu den ehemaligen Studenten gehören Harold Wilson (zweimal britischer Premierminister), Norman Washington Manley (Chefminister von Jamaika) und T.E. Lawrence ("Lawrence von Arabien").

Der keltische Lehrstuhl (Professur) der Universität ist an das Kolleg angegliedert.